01.03.2014 Ein schwarzer Tag für Sundern – Welcher denn?

(Oder weil die “Schwarzen” wieder im Alleingang entschieden haben?)

Die FDP Stadtverbandsvorsitzende Dorothee Thiele hat diesen Tag auf den 20.02.2014 festgelegt. So steht es jedenfalls in einer Pressemeldung vom 24.02.

Tatsächlich ist es schwierig, nur einen schwarzen Tag für Sundern in den letzten Monaten und Jahren auszumachen. Aus unserer Sicht verdient allerdings der Tag, an dem der Bebauungsplan für das Ferienparkgelände aufgestellt wurde, diesen fragwürdigen Titel mit noch mehr Recht:

  • Spätestens seit diesem Zeitpunkt wurde jede städtebauliche Planung in Amecke ausschließlich auf die Interessen der Ferienparkinvestoren ausgerichtet.
  • Touristische Infrastruktur ist seitdem in Amecke durch das Handeln von Rat und BM schrittweise zurückgefahren worden („Vor-die-Wand-fahren“ und Schließen des Freibades; Ankauf und Schließung des Restaurants zum Wildpark; Kündigung des Pachtvertrages mit dem Tennisverein … ) Damit hat nicht nur Amecke, sondern auch Sundern insgesamt an Lebensqualität verloren.
  • Neue touristische Infrastruktur ist und war, trotz anderweitiger Versprechungen (Wellnessoase, Kletterhalle, Eisbahn, öffentliches Schwimmen etc.) nicht in Sicht. Diesbezügliche Versprechungen hatten keine belastbare Grundlage! So gab es unserer Einschätzung nach nicht einmal eine tatsächlich justiziable vertragliche Vereinbarung mit der Resort GmbH über öffentliches Schwimmen.
  • Die Investoren und die als Betreiber genannte Fa. Dormio des Ferienhausgeländes haben kein Interesse, selbst in Freizeitinfrastruktur zu investieren. Dies hat uns der Dormio-Direktor, Don van Schaik, im persönlichen Gespräch bestätigt. Andere Betreiber für Freizeiteinrichtungen in Amecke sind und waren nicht in Sicht.
  • Keine der jetzt bekannten Firmen im Umfeld des Anlageobjektes Ferienpark Amecke ist an etwas anderem als an Planung, Bau und Verkauf von Ferienhäusern interessiert! Zweifler können ja mal auf der website des potenziellen Betreibers nach dem Geschäftsfeld Ferienparkbetrieb suchen.
  • Der Bau von über 200 Ferienhäusern entlang des Hauptbeckens der Sorpe, weithin sichtbar, insbesondere vom See aus, führt dazu, dass die Attraktivität unserer Landschaft und die Lebensqualität in Amecke deutlich abnehmen wird.
  • Wie alle anderen Parteien auch hat sich die FDP, unserer Meinung nach, vor der Zustimmung zum Projekt nicht sorgfältig mir der gesamten Problematik auseinandergesetzt. Informationen wurden weder erfragt noch anderweitig eingeholt. Erst auf unsere Nachfrage hat man überhaupt begonnen, sich mit den Investoren mal zu beschäftigen. Wer sich außerdem die Mühe macht und im Internet nach Ferienparkprojekten sucht, wird auf eine Vielzahl von gescheiterten Projekten stoßen. Die Berichte ähneln sich und es ergeben sich viele Parallelen zum Amecker Projekt. Einige Berichte zu Ferienparkpleiten haben wir auch auf unserer Seite verlinkt.
  • Wo werben Investor und Betreiber eigentlich mit ihrem Sorpesee-Projekt?

Eine weitere Ursache für die jetzige Misere ist die auch im Vergleich zu anderen Städten im Sauerland extrem hohe Verschuldung der Stadt Sundern (z.Z. rund 100 Mio. Euro + ca. 7 Mio.Euro der Sorpesee GmbH), für die der Bürgermeister, sein Vorgänger und die Mehrheitsfraktion im Stadtrat die Verantwortung tragen. Die Handlungsfähigkeit der Stadt wird dadurch stark eingeschränkt.

Leider agiert auch die FDP – wie der BM und die Verwaltung – nach dem Motto: „Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.“ (Gustav von Rochow)

Ein „Investor“ will Geld verdienen. Er ist kein Heilsbringer, auch wenn er in der Öffentlichkeit gerne als solcher gesehen würde. Und darum braucht es objektive, kompetente Verhandlungspartner, die auf Augenhöhe mit diesen erfahrenen Geschäftsleuten verhandeln. Wem es an Kompetenz fehlt, dem sollte ein Jurist zur Seite stehen.

Egal, wie verlockend die Versprechungen von Investoren sein mögen, egal, wie leer die Kassen sind: Eine Kommune darf sich nie die Zügel aus der Hand nehmen lassen. Sie darf nicht erpressbar sein. Ein Bürgermeister muss die Parlamentarier über alle Verhandlungsdetails und Absprachen informieren. Er darf nichts verheimlichen, muss sein Handeln transparent machen und  seine Aufsichtspflicht wahrnehmen. Er darf seine Kompetenzen nicht überschreiten.