27.01.2018: Stellungnahme zu der SPD-Erklärung vom 06.01.2018 im Sauerlandkurier

Januar 27, 2018 in Allgemeines, Ferienpark von S.H.

Die SPD gab am 06.01.2018 im Sauerlandkurier eine Erklärung zum geplanten Ferienpark in Amecke mit folgendem Tenor ab:
“Ziel sei ein nachhaltiger Tourismus. Dabei sollen die Dimensionen des Ferienparks dem Charakter und der Maßstäblichkeit der angrenzenden Dorfstruktur entsprechen.
Der Ferienpark müsse sich zwingend in die vorhandenen Strukturen integrieren.”

Da zeugt es von wenig Sachverstand, wenn dieselbe SPD in 2009 einen Bebauungsplan mit auf den Weg gebracht hat,
der 220 Häuser mit bis zu fünf sichtbaren Geschossen
zulässt.
Zum Vergleich: Der benachbarte Hang am Ostufer des Vorbeckens ist mit ca. 100 Häusern und maximal drei sichtbaren Geschossen bebaut.

Mittlerweile scheint den verantwortlichen Politikern das Ausmaß des Bebauungsplanes bewusst zu werden. Da soll die jetzt so hoch beschworene „Gestaltungssatzung“ das Allheilmittel sein, um die „zwingende Voraussetzung, den Ferienpark in die vorhandenen Strukturen zu integrieren“, erreichen zu können.

Viele der Verantwortlichen verkennen aber hierbei, dass der wesentliche Punkt, also vor allem die Haushöhen an die vorhandenen Dorfstrukturen anzupassen, eben nicht mit einer Gestaltungssatzung zu regeln ist. Hierfür müsste zwingend der Bebauungsplan geändert, bzw. neu aufgestellt werden. Das scheint allerdings für den Rat keine Option zu sein, weil Regresse des „Investors“ befürchtet werden, obwohl ein deutschlandweit bekannter und renommierter Fachanwalt durchaus Handlungsspielraum für eine Änderung des Bebauungsplanes sieht, ohne dabei Regressansprüche fürchten zu müssen.

Wenn der Park in den jetzt erlaubten Dimensionen gebaut wird, ergeben sich aus Sicht der Bürgerinitiative drei mögliche Szenarien:

  1. Sehr gute Auslastung: in diesem Fall wäre das Dorf Amecke schlagartig und dauerhaft von 60 % – 70 % mehr Menschen bevölkert und das ohne Anpassung der Dorfinfrastruktur
  2. Keine gute Auslastung: hier wäre vermutlich ein  Preisverfall die Folge, die einen Billigtourismus mit entsprechendem Klientel generiert
  3. Der Betreiber zieht sich zu einem späteren Zeitpunkt wegen Unrentabilität aus dem Ferienpark zurück: 220 Häuser stehen leer oder werden nicht dem Zweck des Bebauungsplanes entsprechend genutzt. Ein Rückbau ist  ausgeschlossen.

Nachhaltig und unumkehrbar wird bei allen denkbaren Szenarien auf jeden Fall die Natur geschädigt sowie das Landschaftsbild und die dörfliche Struktur von Amecke zerstört.
Unmittelbar betroffen von dem Ferienpark sind rund 1.800 Amecker Bürger.

Die SPD ist zynisch, hier von Individualinteressen zu sprechen, die dem Gemeinwohl gegenüberstehen,

Noch scheint es juristisch möglich, den Bebauungsplan an die Wünsche anzupassen. Wenn diese Chance vertan wird, sind die Folgen unumkehrbar.

Wir fordern eine Reduzierung der Ferienanlage auf maximal ein Drittel der bisher ausgewiesenen Fläche.
Der Hang am Sorpesee-Hauptbecken wird generell aus dem Bebauungsplan herausgenommen und renaturiert.
Die Grenze der Bebaubarkeit verläuft zukünftig in der Verlängerung der Brücke zwischen Vor- und Hauptbecken.
In dem verbleibenden Baugebiet wird das Maß und der Umfang der baulichen Nutzung drastisch eingeschränkt, vergleichbar der Feriensiedlung “LiebesGrün” bei Schmallenberg.