01.03.2014 Ein schwarzer Tag für Sundern – Welcher denn?

(Oder weil die “Schwarzen” wieder im Alleingang entschieden haben?)

Die FDP Stadtverbandsvorsitzende Dorothee Thiele hat diesen Tag auf den 20.02.2014 festgelegt. So steht es jedenfalls in einer Pressemeldung vom 24.02.

Tatsächlich ist es schwierig, nur einen schwarzen Tag für Sundern in den letzten Monaten und Jahren auszumachen. Aus unserer Sicht verdient allerdings der Tag, an dem der Bebauungsplan für das Ferienparkgelände aufgestellt wurde, diesen fragwürdigen Titel mit noch mehr Recht:

  • Spätestens seit diesem Zeitpunkt wurde jede städtebauliche Planung in Amecke ausschließlich auf die Interessen der Ferienparkinvestoren ausgerichtet.
  • Touristische Infrastruktur ist seitdem in Amecke durch das Handeln von Rat und BM schrittweise zurückgefahren worden („Vor-die-Wand-fahren“ und Schließen des Freibades; Ankauf und Schließung des Restaurants zum Wildpark; Kündigung des Pachtvertrages mit dem Tennisverein … ) Damit hat nicht nur Amecke, sondern auch Sundern insgesamt an Lebensqualität verloren.
  • Neue touristische Infrastruktur ist und war, trotz anderweitiger Versprechungen (Wellnessoase, Kletterhalle, Eisbahn, öffentliches Schwimmen etc.) nicht in Sicht. Diesbezügliche Versprechungen hatten keine belastbare Grundlage! So gab es unserer Einschätzung nach nicht einmal eine tatsächlich justiziable vertragliche Vereinbarung mit der Resort GmbH über öffentliches Schwimmen.
  • Die Investoren und die als Betreiber genannte Fa. Dormio des Ferienhausgeländes haben kein Interesse, selbst in Freizeitinfrastruktur zu investieren. Dies hat uns der Dormio-Direktor, Don van Schaik, im persönlichen Gespräch bestätigt. Andere Betreiber für Freizeiteinrichtungen in Amecke sind und waren nicht in Sicht.
  • Keine der jetzt bekannten Firmen im Umfeld des Anlageobjektes Ferienpark Amecke ist an etwas anderem als an Planung, Bau und Verkauf von Ferienhäusern interessiert! Zweifler können ja mal auf der website des potenziellen Betreibers nach dem Geschäftsfeld Ferienparkbetrieb suchen.
  • Der Bau von über 200 Ferienhäusern entlang des Hauptbeckens der Sorpe, weithin sichtbar, insbesondere vom See aus, führt dazu, dass die Attraktivität unserer Landschaft und die Lebensqualität in Amecke deutlich abnehmen wird.
  • Wie alle anderen Parteien auch hat sich die FDP, unserer Meinung nach, vor der Zustimmung zum Projekt nicht sorgfältig mir der gesamten Problematik auseinandergesetzt. Informationen wurden weder erfragt noch anderweitig eingeholt. Erst auf unsere Nachfrage hat man überhaupt begonnen, sich mit den Investoren mal zu beschäftigen. Wer sich außerdem die Mühe macht und im Internet nach Ferienparkprojekten sucht, wird auf eine Vielzahl von gescheiterten Projekten stoßen. Die Berichte ähneln sich und es ergeben sich viele Parallelen zum Amecker Projekt. Einige Berichte zu Ferienparkpleiten haben wir auch auf unserer Seite verlinkt.
  • Wo werben Investor und Betreiber eigentlich mit ihrem Sorpesee-Projekt?

Eine weitere Ursache für die jetzige Misere ist die auch im Vergleich zu anderen Städten im Sauerland extrem hohe Verschuldung der Stadt Sundern (z.Z. rund 100 Mio. Euro + ca. 7 Mio.Euro der Sorpesee GmbH), für die der Bürgermeister, sein Vorgänger und die Mehrheitsfraktion im Stadtrat die Verantwortung tragen. Die Handlungsfähigkeit der Stadt wird dadurch stark eingeschränkt.

Leider agiert auch die FDP – wie der BM und die Verwaltung – nach dem Motto: „Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.“ (Gustav von Rochow)

Ein „Investor“ will Geld verdienen. Er ist kein Heilsbringer, auch wenn er in der Öffentlichkeit gerne als solcher gesehen würde. Und darum braucht es objektive, kompetente Verhandlungspartner, die auf Augenhöhe mit diesen erfahrenen Geschäftsleuten verhandeln. Wem es an Kompetenz fehlt, dem sollte ein Jurist zur Seite stehen.

Egal, wie verlockend die Versprechungen von Investoren sein mögen, egal, wie leer die Kassen sind: Eine Kommune darf sich nie die Zügel aus der Hand nehmen lassen. Sie darf nicht erpressbar sein. Ein Bürgermeister muss die Parlamentarier über alle Verhandlungsdetails und Absprachen informieren. Er darf nichts verheimlichen, muss sein Handeln transparent machen und  seine Aufsichtspflicht wahrnehmen. Er darf seine Kompetenzen nicht überschreiten.

27.02.2014 Eine Liste von Ferienparkpleiten…wir wollen uns nicht einreihen!

Wer sich einmal die Mühe macht, und im Internet nach den Stichworten “Ferienpark” und “Insolvenz” sucht, wird schon nach kurzer Zeit fündig. Interessant ist der Artikel aus dem Spiegel (Gunst der Stunde), der schon 1982 berichtete, wie immer wieder Lokalpolitiker und private “Häuslekäufer” auf “blühende Versprechungen” hereinfallen:  “…Verdient haben an den Erholungssiedlungen bisher vornehmlich Bau- und Boden-Manager….”.

Hier eine kleine Auswahl, die Liste ließe sich sicher endlos vorsetzen…

Flensburger Abendblatt, 2013

Neuer Investor für Port Olpenitz. In maximal acht Jahren soll das letzte Haus übergeben sein: Eine Gesellschaft aus Niedersachsen will das Ferienhausprojekt in Kappeln auf neue Füße stellen.Die Helma Ferienimmobilien GmbH aus Lehrte hat die bislang in Insolvenz befindliche Port Olpenitz GmbH aufgekauft…zum Artikel 

destinet.de, 2013

Bad Bertrich: Ferienpark auf der Kippe? Ein neuer Ferienpark sollte Bad Bertrich neue Touristen bescheren. Jetzt hat der Hauptinvestor Insolvenz angemeldet. Der Wochenspiegel berichtet, dass der niederländische Reiseveranstalter OAD Reizen Insolvenz anmelden musste. Das Unternehmen steht im Mittelpunkt einer Investorengruppe, die in Bad Bertrich einen neuen Ferienpark errichten wollte…. zum Artikel

Schwäbische.de, 2013

Leutkircher Ferienpark fehlt es an Kapital. Leutkirch Es ist das Hoffnungsprojekt des westlichen Allgäus: knapp eine Viertelmilliarde Euro schwer, Arbeit über gut zwei Jahre für Handwerker der Region, nachhaltig bis zu 800 Arbeitsplätze sowie etwa eine Million Übernachtungen pro Jahr. Seit Ende des vergangenen Jahres sind die verwaltungstechnischen und rechtlichen Hürden genommen, der Weg zum Center Parc Allgäu ist eigentlich frei. Eigentlich, denn derzeit fehlt es der eigens gegründeten Center Parcs Allgäu GmbH (CP) an Investoren, die tief in ihre Geldschränke greifen…zum Artikel

Der Bayernwaldbote, 2013

Ferienpark-Betreiber stellen Insolvenzantrag. Wie geht es mit dem Ferienpark in Bischofsmais (Landkreis Regen) weiter? Eine Antwort darauf gibt es momentan nicht. Die Zukunft des größten Tourismusbetriebs in der Gemeinde Bischofsmais mit 350 Appartements und 1300 Betten bleibt ungewiss. Fest steht, dass die Ferienpark Bischofsmais GmbH als Betreibergesellschaft die finanziellen Schwierigkeiten alleine nicht mehr schultern kann. Die GmbH hat deshalb Insolvenz beantragt. …zum Artikel

Ferienwohnung-netz.de, 2011

Stress am Silbersee? Das der vor über 20 Jahren gegründete Ferienpark am Silbersee ein wenig frischen Wind benötigt, konnte man schon seit einigen Jahren in den einschlägigen Ferienhausbewertungs-Portalen nachlesen. Wunderschön am See im Kurort Frielendorf gelegen entsprach Ausstattung und Pflege der Anlage wohl nicht mehr den Standards, die modernen Ferienparks eigen sind. Ende 2010 war es dann soweit und die Betreibergenossenschaft des Ferienpark am Silbersee ging pleite. Wie immer: Ein Ende ist auch eine Chance – mit der Insolvenz der Betreibergenossenschaft 2010 sollte ein Schlussstrich gezogen und ein Neuanfang gewagt werden….zum Artikel

Kleine Zeitung.at

Einheimischer Betreiber für insolventes Feistritzer Feriendorf. Zweite Feriendorf-Pleite im Rosental: Über “Natur-Erlebnisdorf” wurde Mittwoch der Konkurs eröffnet. Deutscher Geschäftsführer steht im Mittelpunkt der Kritik. Zukunft der Ferienanlage, die schon länger still steht, scheint gesichert. Es soll bereits ein Angebot eines Einheimischen gegeben.zum Artikel

Der Spiegel, 1982

Gunst der Stunde. Dutzende von Feriendörfern verschandeln inzwischen die deutschen Mittelgebirge. Die Freizeitzentren bescherten ihren Geldgebern meist wenig Freude. Rolf Müller-Buchhof hatte gründlich gearbeitet. Sechs seiner sieben Konkursanträge wurden sofort “mangels einer die Kosten des Verfahrens deckenden Masse abgewiesen”. Mit diesem Vermerk des Amtsgerichts Frankfurt und mit Schulden in Millionenhöhe schloß unlängst die Firmengruppe “Ostertaler Feriencentren” ihre Bücher. …zum Artikel

usw..

Wir möchten uns hier nicht einreihen…

 

25.02.2014 – Zur Klarstellung: Wir freuen uns nicht über den Ratsbeschluss!!!

In der Lokalpresse wurde in den vergangenen Tagen immer wieder berichtet, dass sich die BI Amecke 21 über den Ratsbeschluss freue. Davon kann keine Rede sein!

Hierzu eine Stellungnahme der BI, die heute in WP/WR veröffentlicht wurde und schon seit Sonntag auf www.blickpunkt-arnsberg-sundern.de online ist:

Anders als in der Lokalpresse in den vergangenen Tagen verbreitet wurde, kann bei mir – als Amecker Bürger-  von Freude über den Beschluss des Rates der Stadt Sundern zum Thema Regionale/Ferienpark keine Rede sein. Zwar wurde beschlossen, dass die für das Regionale-Projekt erforderlichen Grundstücke jetzt von der Stadt Sundern gekauft werden ohne gleichzeitig das Freibadgelände weit unter Wert zu verkaufen. Gleichzeitig kündigten die niederländischen Investoren aber an, den Ferienpark jetzt zu „komprimieren“ und das versprochene „öffentliche Schwimmen“ aus Platzgründen zu streichen.

Dass als Begründung dafür die “kritische Stimmung” in der Amecker Öffentlichkeit angeführt wurde, empfinde ich als Unverschämtheit.  Bisher sind uns noch nicht einmal konkrete Planungen seitens der Niederländer vorgestellt worden, wir müssen uns bis heute alleine auf Versprechungen verlassen! Und dann wundern sich die Verantwortlichen in der Stadt und bei den Investoren über kritische Stimmen?

Die Amecker haben sich eine Verbesserung der touristischen  Infrastruktur gewünscht und eine Anbindung des Sorpe-Radweges bis zum Dorf. Dies wird alleine durch das mit öffentlichen Mitteln geförderte Regionale-Projekt erreicht. Die Pläne zum Ferienpark wurden aber immer im Zusammenhang mit den Versprechen verkauft, das in ganz Sunden beliebte Freibad zu integrieren. 4000 Unterschriften für den Erhalt des Bades sprechen hier eine deutliche Sprache!

Jetzt aber droht uns ein Ferienpark, der in Größe und Ausführung den Charakter des Dorfes und des Amecker Vorbeckens unwiederbringlich zum Nachteil verändern wird! Der Ausgang dieses Abenteuers ist mehr als ungewiss – die Risiken sind immens! Und es ist zu befürchten, dass dies jetzt mit der Vermarktung des Freibadgeländes und der angrenzenden Wiesenflächen seine Fortsetzung findet, um schnell die entstandenen Löcher in der Stadtkasse zu füllen. Was anderes sollte ein privater Investor mit dem Gelände tun, als weitere Häuser zu bauen und zu verkaufen? Im Klartext heißt das: Es werden alle noch verfügbaren freien Flächen zugebaut und vom öffentlichen Schwimmen können wir uns endgültig verabschieden. Das war nicht der Wunsch der Bürger! Profitieren werden alleine die privaten Investoren.

Wir sind erst durch unbeaufsichtigtes Missmanagement in diese prekäre Situation geraten. Dafür steht der Bürgermeister, aber auch die CDU Mehrheitsfraktion und die Opposition in der Verantwortung, die zumindest in der Vergangenheit die Entscheidungen mitgetragen hat. Es werden in der Stadt Sundern immer wieder weitreichende Entscheidungen getroffen, ohne die betroffenen Bürger vorher zu beteiligen. Eine Bürgerversammlung, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, gaukelt Transparenz nur vor. Hier muss endlich ein grundsätzliches Umdenken im Politikverständnis stattfinden. Amecke darf nicht zum alleinigen Spielfeld von Investoren und Lokalpolitikern werden, die selbst gemachte Probleme möglichst geräuschlos aus der Welt schaffen wollen.

Burkhard Vogt – BI Amecke 21

 

Der aktuelle Ratsbeschluss zu Amecke – neues aus “Wim`s Tagesschau”

Folgende Stellungnahme erreichte uns von Hermann J. Jürgensmeier:

Der aktuelle Ratsbeschluss zu Amecke – neues aus “Wim`s Tagesschau”

Im Hinterzimmer entscheiden, den Rat überrumpeln, die Tatsachen verdrehen und dann: Business as Usual! So geht das, das gibt`s noch! Wir schreiben zwar das Jahr 2014, aber so geht das tatsächlich noch heute, zumindest in Sundern. Zur Absicherung wird vorher schnell mal eben eine Alibibürgerversammlung gemacht und versichert, die Sorgen der Amecker Bürger ernst zu nehmen. Und dann diese Farce, dieser Schlag ins Gesicht.

Amecker, Sunderner! Wenn ihr nach diesem Ratsbeschluss irgendwie ein komisches Gefühl bekommen habt, so als wäret ihr total veräppelt worden, ich weiß, woran es liegt: Es ist so!

Mich persönlich interessiert nicht mehr, wie das Projekt Amecke so traurig verlaufen konnte, schlimm genug. Ich hatte aber die Hoffnung, der Schaden würde begrenzt. Ich sehe aber jetzt mit großer Sorge, dass nun nicht nur den Ameckern aufzuzwingende Ergebnis: Eine in Lage, Ausmaß und Größe städtebauliche Zumutung mit landschaftszerstörendem Charakter. Tourismus brutal!

Angesichts dieses Riesendilemmas kommen einem Themen wie Regionale, kein Schwimmbad, Wortbruch, Pleitestadt oder absurde Preisverhandlungen wie Ablenkungsmanöver vor. Wim lässt nun die Korken knallen, dazu wird sicher fröhlich, laut schallend gelacht und Lins(en)suppe verfrühstückt. Sundern am Nasenring durch die Arena geführt, Respekt vor so viel Geschäftstüchtigkeit! Und das Ganze läuft tatsächlich in der Presse unter: “wat een geluk” – “Amecker Forderungen umgesetzt”!

Ich bin entsetzt!

Wir alle werden für dumm verkauft: Aber der Wim baut nun “komprimiert” und mit “zusätzlichen Geschossen”! Ist das besser für Amecke? Nein, das Gegenteil ist der Fall!  Aber der gute Wim reduziert doch seine Flächen! Ja das ist richtig, aber das Ganze wird nicht kleiner! 

Da haben ganz sicher die neuen mysterischen Investoren schon ebenso lukrative Vorstellungen zu einem neuen, großen Projekt und den Nasenring schon griffbereit in der Tasche, um das Geschäft garantiert profitabel zu machen. Wim ist da in seiner “partnerschaftlichen Zusammenarbeit” zum Wohle der Stadt Sundern ein fantastisches Vorbild.

Aber Amecker, keine Sorge heißt es dann wieder: Erst mal einen Bebauungsplan aufstellen! Und wieder werden alle hören: Die Stadt behält natürlich die Oberhand, es geschieht nichts gegen den Willen der Stadt!

Jetzt könnte man sage was soll`s, shit happens, in der Not frisst der Teufel Fliegen, es ging bei dem Deasaster nur um retten was zu retten ist, egal was es kostet, egal ob gut oder schlecht, wir scheren uns nicht um den Bürgerwillen. Aber das nimmt mittlerweile Dimensionen an, die politisch einer kompletten Bankrotterklärung gleichkommen.

Und so geht`s auch in der Show weiter, “lass dich überraschen”!

Wim und Detlef: wij moeten jou bedanken!

Hermann J. Jürgensmeier, Sundern

Dem ist nicht viel hinzuzufügen…

17.02.2014 Schulte-Huermann: „Anzeige nicht gegen Lins“

Wie heute auf der Internetseite von Blickpunkt-Arnsberg-Sundern zu lesen ist, teilte Matthias Schulte-Huermann mit, dass sich die Anzeige wegen Verdacht auf Vorteilnahme im Amt NICHT gegen Bürgermeister Lins richtet. Hier der Beitrag…

15.02.2014 Stimmen zur Bügerversammlung

Die Bürgerversammlung vom 13.02.2014 zum Thema Regionale und Ferienpark hat in der Presse ein breites Echo hinterlassen. Hier einige Stimmen…

Wir fordern den Rat der Stadt Sundern nochmals auf, der aktuellen Beschlussvorlage in der Ratssitzung am kommenden Mittwoch, 19.02.2014, nicht zuzustimmen! Die unheilvolle und undurchsichtige Verzahnung von Regionale und Ferienpark-Projekt muss aufgelöst werden – aber nicht durch weitere Tauschgeschäfte und teure Geschenke an die niederländischen Spekulanten. Die Stadt darf sich nicht noch weiter in die Abhängigkeit begeben, wir sind dabei vollkommen die Kontrolle zu verlieren.

Wir bekräftigen hier nochmals unsere Zweifel daran, dass die jetzigen Akteure jemals eine Ferienpark und ein wie auch immer geartetes Schwimmbad (“öffentliches Schwimmen”) bauen und auch längerfristig betreiben werden. Bis jetzt haben wir nur Versprechungen gehört - konkrete Planungen oder ein Wirtschaftlichkeitsgutachten sind Fehlanzeige. Die Ausführungen des Bürgermeisters und der Vertreter der Verwaltung in der Bürgerversammlung haben in dieser Hinsicht keinerlei Licht gebracht. Im Gegenzug sollen jetzt aber auch noch die letzten verfügbaren Flächen an die Niederländer verkauft werden – und das sind dann rechtsgültige Verträge! Wir jedenfalls hätten die Optimierung der dörflichen Infrastruktur sehr gerne einige Nummern kleiner und unter Kontrolle der Stadt Sundern gehabt, weil wir glauben, dass das unserer Heimat und allen Bürgern besser bekommen wäre.

15.02.2014: Matthias Schulte-Huermann stellt Strafanzeige wegen des Verdachts der Vorteilnahme im Amt

Interessantes ist auf der Internetseite von Blickpunkt-Arnsberg-Sundern zu lesen:

“Matthias Schulte-Huermann und Klaus Korn, langjährige Mitstreiter der Sunderner Grünen, haben in einer gemeinsamen Stellungnahme ihre Position zur Diskussion um die Ferienhausanlage Amecke dargelegt und auch mitgeteilt, dass sie ihre politische Zukunft bei der Sauerländer Bürgerliste im Kreistag sehen. Schulte-Huermann war erst vor einer Woche aus der grünen Ratsfraktion in Sundern ausgetreten und gehört dem Rat noch bis Mai als Fraktionsloses Mitglied an. Schulte-Huermann hat zudem „ergänzend“ mitgeteilt, dass er „wegen älterer Grundstückstransaktionen  im Zusammenhang mit der Ferienhausanlage Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Arnsberg gestellt habe wegen des Verdachts der Vorteilnahme im Amt“.

Den gesamten Artikel finden sie hier: Blickpunkt-Arnsberg -Sundern: Matthias Schulte-Huermann stellt Strafanzeige

 

13.02.2014 Pressemittelung der BI zur Bügerversammlung in Amecke

Schlechte Planung. Überforderte Politiker. Bau-Desaster. Naturzerstörung. Ein überdimensioniertes Prestigeobjekt, das unbedingt durchgesetzt werden soll, ohne dem Steuerzahler die wahren Kosten zu präsentieren. Investoren, denen weitgehend Handlungsfreiheit eingeräumt wird. Keine Garantie für öffentliches Schwimmen. Verschleuderung von städtischem Tafelsilber in Form von unter Wert verkauften Grundstücken und damit von öffentlichen Geldern. Und das bei mehr als 100 Millionen Schulden im städtischen Haushalt und Haushaltssicherung. Verschleierungstaktik. Halbwahrheiten. Unwahrheiten. Gutsherrengehabe. Vielleicht Kompetenzüberschreitung. Viel zu gutgläubige Bürger. Viel zu viel „alles-wird-Gut“- Geschwafel. Viel geredet – nichts gesagt. Hofberichterstattung. Ein Ex-Bruchsteinhaus, an dessen Stelle vier dauernd bewohnbare Appartementhäuser entstehen sollen. Ein Schelm, wer Böses bei all dem denkt. Wir jedenfalls hätten die Optimierung der dörflichen (!) Infrastruktur sehr gerne einige Nummern kleiner gehabt, weil wir glauben, dass das unserer Heimat und allen Bürgern besser bekommen wäre. Bleibt nur die Hoffnung auf Aufklärungsarbeit durch übergeordnete Instanzen – falls deren Ergebnisse nicht viel zu spät eintreffen…

Bürgerinitiative AMECKE 21 – Für einen sanften Tourismus

 

 

16.01.2014 – Radio Sauerland: Stadt Sundern und die holländischen Investoren konnten sich noch nicht einigen

Dieser Meldung wurde heute aktuell über Radio Sauerland verbreitet:

Im Fall des geplanten Ferienparks in Amecke konnten sich die Stadt Sundern und die holländischen Investoren immer noch nicht einigen.

Es immer noch Differenzen zwischen beiden Seiten, was zum Beispiel ein Darlehen von 200.000 Euro betrifft. Die Investoren hatten dieses Geld der heute insolventen Planungs-GmbH geliehen und wollen es jetzt zurückhaben. In der kommenden Woche wollen die Verantwortlichen der Stadt wieder beraten.

14.01.2014 Quo vadis, Amecke? – Eine Stellungname zur Entwicklung in Amecke

Am vergangenen Wochenende (11.01.2014) erreichte uns unten stehende Stellungname von Dipl.-Ing. Hermann-J. Jürgensmeier zur Entwicklung in Amecke mit der Erlaubnis, diese zu veröffentlichen. An dieser Stelle vielen Dank dafür!

Die Stellungnahme wurde am 14.01.2014 in leicht gekürzter Version ebenfalls in der WP/WR veröffentlicht. Hier die unveränderte und ungekürzte Version:

Quo vadis, Amecke?

“Es ist ein schlechter Plan, der keine Änderung erlaubt”
(Publius Syrus 90-40 v.Chr.)

Der Bürgermeister wünscht jetzt von seinen Bürgern zu den Entwicklungen im touristischen Bereich eine “kritische Begleitung”, und meint das als “Einladung”, ihm persönlich diesbezüglich “eine Nachricht zu übermitteln” (Schreiben Bürgermeister, Januar, an alle Haushalte). Alle, die ich kenne, möchten aber lieber eine offene, öffentliche Debatte, in der die offensichtlich zurecht vorhandene und begründbar angebrachte Skepsis mit den Bedenken vieler nicht als Nörgelei der ewig pessimistischen Neinsager abgetan wird.  Mir gefällt überhaupt nicht, dass kritische Kommentare mit “fehlendem Hintergrundwissen” (Zitat Bürgermeister, WR 30.12.13) abgetan werden, belegt diese doch etwas überheblich wirkendende Äußerung lediglich, dass die bisherige Informationspolitik der Verantwortlichen vollkommen unzureichend war und durchaus anzunehmen ist, dass dies auch weiterhin so bleiben wird. Die in diesem Zusammenhang beklagte “Macht der Worte” ist in Wirklichkeit eine politisch selbst verursachte Sprachverwirrung. Wen wundert es, bei dem politischen Trümmerhaufen von geradezu babylonischem Ausmaß, wodurch uns aber hoffentlich nicht der Titel “Pleitestadt” auf ewig anhaftet.

Nun (gut), die Krise ist da, – aber das bietet auch eine Chance, die ergriffen werden sollte! Die bisherige Planung zum Ferienhausgebiet in Amecke und auch die schon in der Vergangenheit gebauten Ferienhausgebiete der Investoren erwecken nicht nur den Eindruck, dass hier durch Investoreneinfalt mit städtischer Unterstützung ein viel zu hoher Preis bezahlt werden soll, ja sogar die Pfründe dieses Ortsteils geopfert werden, um eine in dieser Form ganz und gar zweifelhafte Entwicklung zu fördern.

Spätestens beim jetzigen Stand der Dinge ist die Notwendigkeit, wirklich die “innere Ruhe einkehren zu lassen” (WR, s.o.), in Klausur zu gehen und durch eine vernunftorientierte Revision dieses Projektes, mittels der Planungshoheit der Stadt sinnvoll gegenzusteuern, klar und deutlich sichtbar geworden!

Läuft das “Projekt Amecke” wie bisher weiter, wird den Verantwortlichen, letztendlich auch zu ihrem eigenen Schaden, der Wille zum positiven Gestalten, zur positiven Daseinsvorsorge abgesprochen werden können! Es sollte bei der Fortführung des Projekts vor allem bedacht werden:

    • Kein Bürger will die angestrebte, viel zu hohe Gebäudezahl in diesem sensiblen Gebiet! Hier wird das für den Tourismus wichtige Landschaftsbild irreversibel, massiv negativ beeinträchtigt.
    • Kein Mensch, ob Einheimischer oder Tourist, möchte diese angedachten, woanders schon realisierten Scheußlichkeiten! Schon gar nicht möchte irgendjemand die Verschandelung der Landschaft mittels geplanter Bebauung bis an den See sehen. Keine Maßnahme der Welt vermag für solch eine Fehlplanung einen Ausgleich zu schaffen!
    • Keiner möchte demnächst, wie schon in Langscheid beim Besuch der Promenade, mehr Parkgebühren bezahlen als in der Straßburger Innenstadt!
    • Wir wollen keinen “Plastiktropfen”! Wir hätten viel lieber das unzweifelhaft denkmalwürdige Bruchsteinhaus aus der Entstehungszeit des Sees in die Planung integriert gesehen.
    • Wir wollen endlich Fahrradwege zwischen den Ortsteilen, wollen das Naherholungsgebiet Sorpesee auch per Fahrrad von überall sicher erreichen, ohne die Gefahr, hierdurch auf der letzten Seite der Zeitung zu erscheinen.
    • etc.
    • etc.

Das alles sind nachhaltig Vorteile, sowohl für die touristische Entwicklung, als auch für die einheimischen Bürger!

Liebe Volksvertreter im Rat der Stadt Sundern: Schauen sie bei ihrer nächsten Fahrt von Langscheid nach Amecke linksseitig und halten sie an der Brücke mal inne. Nutzen sie die jetzige Situation des sich nun öffnenden Fensters! Lassen sie sich nicht erpressen, ergreifen sie die Chance. Wenn Änderungen nicht möglich sind, versuchen sie das Projekt zum Wohle der Stadt zu stoppen. Es kann nur besser werden!

Dipl.-Ing. Hermann-J. Jürgensmeier
Architekt und Stadtplaner, Sundern

Wir, die Bürgerinitiative Amecke 21, begrüßen diese Stellungnahme und stehen ebenfalls hinter den hier gemachten Aussagen. Wir freuen uns über eine Aufwertung von Amecke als Erholungsort, aber ein Ferienpark dieser Größe und mit dem Charme einer urbanen Vorstadtsiedlung ist ein nicht wieder zu entfernender Fremdköper in einer Gegend, die wegen ihrer unberührten Landschaft besucht wird. Die aktuell bekannten Planungen haben nichts mit der “Idee in Dörfern, neue authentische Möglichkeiten von Tourismus in Verbindung mit behutsamen Naturerleben zu schaffen“ zu tun und sind nicht mehr zeitgemäß. Zudem haben die Entwicklungen in den letzten Wochen auch unmissverständlich gezeigt, dass Projekte dieser Größenordnung - entgegen aller vorherigen Beteuerungen – unkalkulierbare finanzielle Risiken bergen, mit negativen Auswirkungen für alle Ortsteile in Sundern.

Auch wir fordern den Bürgermeister und die Vertreter im Rat der Stadt Sundern auf, die Chance zu nutzen und ernsthaft Alternativen zu prüfen, das Projekt Amecke in kleinerem Rahmen zu realisieren – preiswerter, nachhaltig und unabhängig von niederländischen “Investoren”, sondern unter Federführung der Stadt Sundern und seiner Bürger. Dies erfordert Mut und Entschlossenheit, aber es ist noch nicht zu spät!