Neustart mit Justitia im Rücken

von Hermann-Josef Jürgensmeier

Geständnis!

Aus: “Rückblick der Entwicklung Ferienpark Sorpesee, Vorlage 070/IX”,
Vortrag des Bürgermeisters in der Sondersitzung des Rates der Stadt Sundern, wo es u.a. heißt:
Die gesamten Vorkosten (Konzeption, Planung, Beratungen) sind von der Stadtmarketing zu tragen. Diese vereinbart im Gegenzug mit Sunderaner Firmen die Gegenfinanzierung, in dem die Firmen sich an den Vorplanungskosten beteiligen und die Refinanzierung durch die Investoren/Betreiber des Ferienparks erfolgen müsse …

Der Bürgermeister gibt in der Sondersitzung Fehleinschätzungen seitens der Verwaltung zu. Er hat eingeräumt und zugegeben, dass es Vereinbarungen, Verpflichtungen und Verträge gibt, welche eindeutig bestehende Abhängigkeiten aufzeigen, die in ihren Auswirkungen kein faires Planverfahren zuließen! Hier kann zur Last gelegt werden, dass, belegbar, einseitig spezielle Interessen vertreten wurden und auch noch werden, deren Gewichtung die Entwicklung der Planung in den letzten 10 Jahren negativ beeinflusste und massive Auswirkungen auf Quantität und Qualität des Projekts zu Lasten der Allgemeinheit hatte. Unklar ist, ob das Geständnis des Bürgermeisters zur Verständigung im laufenden Verfahren eine Rolle spielt oder seiner persönlichen Exkulpation dienen sollte. Die Rechtskraft des Bebauungsplans (BP) ist damit ganz sicher moralisch, politisch, aber auch rechtlich angreifbar. Hier stellt sich für die nächste Beratung im Rat der Stadt die dringende Notwendigkeit einer Klärung dieses unangenehmen Sachverhalts, z.B. über eine Selbstanzeige oder einen Antrag zur Erweiterung der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu dieser juristisch prekären Sachlage. Von einer weiteren Forcierung, einer Weiterentwicklung des Ferienhausgebietes (Erweiterung und nochmalige Verschärfung der Festsetzungen im BP zu Lasten des Allgemeinwohls) muss bis zur rechtlichen Klärung aus verständlichen Gründen Abstand genommen werden. Da viele Bürger der Stadt heute noch glauben, sie bekämen die kleine, landschaftsbezogene, kontextuelle Planung von RMA Prof. Reichardt von 2004 realisiert (die auch vor kurzem noch von der Stadt in der Presse publiziert wurde), ist unabhängig vom Ermittlungsausgang allein aus politischen Erwägungen eine komplette Wiederholung des Verfahrens unter Berücksichtigung aller weiteren Vorhaben in diesem Areal in einem umfassenden, ganzheitlichen, offenen und fairen Verfahren unter kompletter Neubewertung der Einwände der Träger öffentlicher Belange, wie auch der Einwände und Anregungen betroffener Bürger notwendig geworden.
Bürger und auch nicht ausreichend informierte Politiker sollten bei der Revision und Neukonzeption als Grundlage für eine BP-Neuaufstellungsverfahren zuerst einen für alle verständlichen, lesbaren Gestaltungs-Gesamtplan vorgelegt bekommen, der offen und ehrlich mit Art, Größe und Dichte der Bebauung sowie der zu erwartenden Gesamtbettenzahl, Verkehrsaufkommen, Beeinträchtigungen und negativen Auswirkungen auf die Natur, den Tourismus und das gewachsene Dorf etc. umgeht und aufklärt! Hier besteht die Chance einer Umkehr, jetzt zu einer interdisziplinär guten Lösung mit einer hohen Akzeptanz zu kommen.

Paradoxon oder Krimi?

Gastkommentar von Hermann-Josef Jürgensmeier

“Wir lernen aus Erfahrung, dass die Menschen nichts aus Erfahrung lernen.”

George Bernard Shaw

Eine projektorientierte, ganz persönliche Auseinandersetzung als Abhandlung, in dessen Mittelpunkt eine interdisziplinäre Betrachtung der gesellschaftlichen Phänomene zum Planungsprozess “Ferienhausgebiet Amecke” steht.
Ein Essay als Anregung zum Dialog, als Aufforderung zum offenen Protest.

Die Stadt Sundern tut gut daran, im Sinne einer Mehrmarkenstrategie auch den Tourismus als Standbein, analog der anderen wirtschaftlich tragenden Säulen und angemessen der großen, aber z.T. noch brachliegenden Potentiale, weiter auszubauen. Auch im Hinblick auf den sich vollziehenden gesellschaftlichen Wandel, der aufgrund neuer Gewohnheiten zunehmend massive Auswirkung auf den Einzelhandel haben wird, kann dies einen wichtigen, nicht zu unterschätzenden Ausgleich bieten.
Das Stadtmarketing der Flächengemeinde Sundern in landschaftlich hervorragender und reizvoller Lage mit vielen einzigartigen Landmarken, wie dem Sorpesee, der naturräumlichen Einheit um das alte Testament oder dem Areal um Wildewiese, um nur einige zu nennen, muss daher regional und lokal die reichlich vorhandenen Chancen nutzen, optimieren und sich gezielt einen Schwerpunkt im Segment Landschaftsmarketing erarbeiten. Was ist darunter zu verstehen?
Hier einige Auszüge zur Begriffsbestimmung, zur Erläuterung:

“Landschaftsmarketing ist  die gezielte Profilierung, Inwertsetzung und Nutzung lokaler Natur- und Kulturressourcen mit Hilfe sanfter touristischer Erlebnisangebote; Landschaftsmarketing schafft einen Zugang zum besonderen Charakter einer Gegend, weckt Bewusstsein für lokale Belange und sensibilisiert für einen sorgsamen, respektvollen Umgang mit Natur und Kultur, Landschaft und Tradition; Landschaftsmarketing verknüpft ökologische und ökonomische Wertschöpfung im Tourismusmarkt der Zukunft und ist ein effizientes Instrument, eine Win-Win-Situation zwischen Naturschutz und Tourismus herzustellen.
Landschaftsmarketing baut auf das Bedürfnis des Menschen nach Naturerlebnis auf. Durch dieses Marketing wird die Landschaft interpretiert, die Alleinstellungsmerkmale einer Region herausgestellt und diese konsequent beworben. Die Landschaft wird so zum Kapital, das erhalten werden muss. Umweltbildung ist dabei ein wesentlicher Baustein des Landschaftsmarketings. Häufig müssen Augen und Ohren erst geöffnet werden, der Blick erst auf das Besondere gelenkt werden. Hier können Module der zuvor erwähnten Landschaftsinterpretation ein Erfolgsfaktor sowohl für die Besucher-gewinnung als auch für die Umweltbildung und das Regionalbewusstsein sein.
Dies setzt jedoch voraus, dass die Angebote unter Berücksichtigung bestimmter Qualitätskriterien konzipiert und umgesetzt werden. Angebote, die diese Qualitätskriterien nicht berücksichtigen, lassen unzufriedene Besucher zurück und schaden somit letztendlich der gesamten Idee, während gut gemachte Angebote meist auf eine sehr positive Besucherresonanz stoßen, die sich dann für den jeweiligen Zielort auch finanziell auszahlen.
Aus touristischen Gästebefragungen ist längst bekannt, dass Natur und Landschaft unter den Reisemotiven ganz oben rangieren, insbesondere auch im Deutschlandtourismus. Im Umkehrschluss bedeutet das fraglos: Natur- und Kulturlandschaften sind tourismuswirtschaftliches Kapital. Doch sie benötigen eine Inwertsetzung, die der Ermittlung besonderer Schätze bis zum Marketing reicht.
Nur wenn Landschaftserlebnis und Geopotenzial spannend inszeniert werden, selbstverständlich ohne dabei den Naturschutz und die Landschaftspflege zu vernachlässigen, stärken Kulturlandschaften effizient die Tourismuswirtschaft.”

Es sollte nicht Intention dieses Schreiben sein, die eklatanten Versäumnisse in Form einer Streitschrift anprangernd vorzutragen, aber das Thema ist nun einmal das private Ferienhausgebiet in Amecke und dieses ist mit all seinen bedauerlichen Begleiterscheinungen und schmerzhaften Nebenwirkungen weiterhin brandaktueller Gegenstand der öffentlichen Diskussion.

Ich habe einleitend als Prolog Anhaltspunkte einer Definition für ein für Sundern passendes Spezialmarketing angeführt. Hier wird eine erfolgversprechende, wissenschaftlich empfohlene Systematik angeschnitten, um gerade einer Stadt wie Sundern das Werkzeug für eine zukunftsweisende Gestaltung zu geben.

Aber hin zum touristischen Hauptprojekt der Stadt, dem Ferienhausgebiet am Sorpesee. Hier hat eine differenzierte Grundlagenermittlung und Analyse der reichlich vorhandenen Potentiale für ein integriertes, sanftes und damit erfolgreiches Tourismusprojekt als spezielles Marketing zum Aufbau einer Brandingmarke “pro Sundern”, leider nicht stattgefunden. Marketing für die Stadt hat mit der Planung dieses Gebiets in Amecke, wie aus dem Prolog erkennbar, nichts zu tun. Eine nur oberflächliche Grundlagenermittlung und eine winzige Prise gesunder Menschenverstand hätten gereicht, die Natur und Landschaft in vielen Bereichen der Stadt als “das Besondere” zu determinieren, als die natürliche Mitgift Sunderns herauszuarbeiten. Diese nun betroffene “Landmarke Bereich Sorpesee” ist dabei unbedingt zum “Tafelsilber” der natürlichen Aussteuer, dem Kapital der Stadt zuzuordnen. Wie bereits angeklungen: Eine  Grundlagenermittlung kann aber, aufgrund des nun in Planform gegossenen Ergebnisses niemals stattgefunden haben!

Folglich kann dieses, nicht nur im Ansatz schon falsch und nicht ausreichend überdachte, aber schon heute als Satzung festgeschriebene Projekt Ferien-haussiedlung keinen nennenswerten positiven Beitrag zu dem anfänglich angerissenen Kriterienkatalog einer zukunftsweisenden Planung leisten.

Diese planerisch gefasste Investoren-Vision eines komplett separierten und privatisierten Tourismus-Projekts ist lediglich dazu geeignet, Landschaftspotenziale und gewachsene Dorfstrukturen negativ zu verändern, ja sie sogar nachhaltig zu zerstören.

Frage: Ist die Umsetzung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans A 26 dann in seiner Gegensätzlichkeit die pure Antithese zu einer Inwertsetzung und damit eine gespenstisch drohende bauliche Zombifizierung der eigentlichen Ziele der erwähnten Win-Win-Situation? Aber ja, denn real ist die heutige Situation, in welcher der “partnerschaftlich agierende Investor”, seine eigene Bekundung zu seinem Wunschimage widerlegend, eine Doppelsieg-Strategie, ohne auch nur einen Hauch von Interessenausgleich mit den Belangen der betroffenen Öffentlichkeit fahren
konnte und auch schon angekündigt weiter so fahren wird! Das war und ist tatsächlich der Ausverkauf, ein Verschleudern von städtischem Tafelsilber! Auch wenn der Bürgermeister das abstreitet, es ist nicht zu leugnen, es stimmt!

Die vom Investor vielzitierte und hochgepriesene “Partnerschaft” sollte eigentlich auch anders gehen! Aber das ist wie in manchen Lebensgemeinschaften: Bei einigen Paaren
klappt es vorzüglich mit der Rollenverteilung Unterwürfigkeit und Dominanz. Da kann bei dem Einen die Leidensfähigkeit schon in Genuss übergehen, warum soll der Andere da nicht weiter Treue schwören, wenn` s gefällt? Kommt doch auch seinem Fetisch entgegen, lohnt sich doch, zahlt sich aus! Da ist es bis zur Zerrüttung noch lange hin. Wenn man es so sieht, hat das was von einer Win-Win-Situation! Aber in dieser Peepshow gibt es keine Lust am betrachten, die Leidensfähigkeit ist, wenn man nicht selbst ein Fetischist ist, begrenzt. Für den Bürger, der kein
Freak ist, ist es bestürzend, ein fortwährender, nicht aufhören wollender Schrecken. Ich beobachte aufmerksam, bin aber kein Voyeur. Ich empfehle die Scheidung!

Noch eine Frage: Wie konnte das passieren und was waren und sind in diesem demnächst real gebauten Desaster eigentlich die Ziele von Verwaltung und Politik?
Etwa das, was wirklich entstehen wird: Bauen als Bild einer hässlichen Verwirtschaftlichung von Einzelinteressen, eine grausig zu Stein gewordene Gewinnabsicht?!

Und noch eine Frage: Wie konnte so etwas überhaupt von der Verwaltung mit erarbeitet, vorgestellt und dann sogar von der Politik bis zum Satzungsbeschluss durchgewunken werden?
Hier wird doch eindeutig klar, welcher Wunsch, ja welche Gier die gesamte Dorfstruktur demnächst überlagert und welche handfesten kommerziellen Interessen auch die Landschaft durch Größe, Form und monotone Ausprägung des Projektes zerstören werden.

Der Intention zur vorliegenden städtebaulichen Planung und auch dem architektonischen Versprechen des Investors – beides ist eher als Drohung zu werten – werden wir nach der Realisierung deutlich ansehen können, wozu sie lediglich dienen und taugen. Auf jeden Fall ist diese kontraproduktive Planung und Bauabsicht ein Paradebeispiel für einen groben, zu Papier gebrachten Handlungsfehler und exakt das Gegenteil von modernen Dorferneuerungsbestrebungen im Rahmen eines umfassenden Stadtmarketings im vorangestellten, nachhaltigen Sinne.

Was passiert ist, was für Wim gemacht wurde: Anstatt die Dorfgemeinschaft mit einer Planung zu unterstützen, in der Funktionsüberlagerungen für mehr Leben und somit Attraktivität sorgen
sollen, wird hier in bedrohlichem Ausmaß durch die Immobilienentwickler mittels einer alles überstrahlenden Segregation, in einer geradezu kuriosen Rückprojektion im Sinne einer längst überlebten Planungsstrategie vergangener Zeiten, profitmaximierter Siedlungshorror manifestiert. Dem “lebendigen Dorf Amecke mit Zukunft”, einer gewachsenen Gemeinschaft
im Nutzungsmix von Arbeiten, Wohnen, Konsum, Produktion und Freizeit, von ständiger Verdichtung, Überlagerung und Überschreibung unterschiedlicher Tätigkeiten geprägt, als natürlicher Kompressionsort unterschiedlicher Lebensentwürfe schon immer hervorragend geeignet, wird mit “fachlicher Unterstützung” aus der eigenen Verwaltung nicht zu-, sondern gegengearbeitet.
Ein totes Dorf demnächst, per Satzungsbeschluss. Auseinandersortiert in festgeschriebener, überfrachtender Monofunktionalität, einhergehend mit dem Verlust an Lebensqualität.
Anders ausgedrückt: eine trostlose Freizeitmaschine als Struktur killender Tumor, gesellschaftspolitisch extrem fragwürdig und unsozial.

Dieses Vorhaben wird, nicht nur räumlich gesehen, schon jetzt eine ganz große, sauber-steril-monotone, eine komplett isolierte, rein additive Funktionszuschreibung für das Dorf:
Mindestens 220 (zweihundertzwanzig!) Gebäude als mehrgeschossige Ferienhäuser konzipierte Bauten (bisher!). Dazu eine vergleichende Rechnung:

  • Das bestehende Dorf hat heute lt. Wikipedia 1786 Einwohner. Bei dem demographischen Wandel bald weniger. Sagen wir aber Amecke ist vital und pendelt sich optimistisch
    bei 1760 Einwohner ein.
  • Das isolierte Ferienhausgebiet in Zahlen, nett zusammengerechnet mit robuster, belastbarer Prognose im unteren Annahmesegment: In jedem Ferienhaus der Holländer können bei
    der Zweigeschossigkeit zwei Parteien mit jeweils 4 Personen Ferien machen, bedeutet nach Adam Riese 220 Häuser x 2 Wohnungen x 4 Personen summa summarum 1760 isolierte Feriengäste!

Das ist sozioexperimenteller Surrealismus in evakuierter Form mit einem garantierten Null-Potential für positive Beiträge zu den eigentlich anzustrebenden Entwicklungsmöglichkeiten der sozialen Dynamik des Dorflebens!

Woanders klappt es doch auch, meinen Sie?! In New York gibt` s doch Chinatown und Little Italy! Ist doch schön! Ja, stimmt! Wenn die Stadt New York ebenso “erfolgreich” sein möchte wie Sundern, dann müsste die zu Amecke in Relation gebrachte holländische Exklave dort rund gerechnet sieben mal so groß sein wie die Flächengemeinde Sundern, das entspricht über 70% des gesamten Hochsauerlandkreises! Hier ständen dann für 8,2 Millionen Holländern permanent Übernachtungsmöglichkeiten bereit, exakt wissenschaftlich vergleichbar, wie in Amecke!
Ranga Yogeshwar könnte Ihnen erklären, dass hier bei exakt gleichem Verschandlungskoeffizienten jeder Holländer, vom Baby bis zum Greis, das halbe Jahr Urlaub machen müsste, um diese Kapazität auszulasten! Rechnen Sie mal nach! Da käme zum Big Apple noch Big “Oranje” Pumpkin dazu! Nix Little! Maßlosigkeit in Relation gebracht, absolut vergleichbar! Der “Sorpesee” dort entspräche dann in Relation fast der Hälfte der Landfläche des Königreichs der Niederlande, also halb Holland!

Amecke: 1760 zu 1760, zumindest diese eine Äquivalenz der Zahlen gibt es dann wohl doch! Nur sieht man dem alten Dorf noch Leben an, während die gewinnmaximierende Effizienz im Planinhalt der “Dorferweiterung unserer holländischen Partner” in der Gestalt ausgeprägt ist, dass diese Kopfgeburt an einen überdimensionierten Friedhof als letzte Deponie mir herrlich geschwungenen Reihengräbern erinnert.

Ganz schön pietätloser, ein geradezu respektloser Vergleich! Doch er passt! Und da liegt doch noch keiner, in diesem 30 ha Reihengrab-Bestattungsplan-Areal! Ich liefere sogar den Werbeslogan: Hier liegen Sie gut! Hier liegen Sie richtig! Und: Bei den vielen dunklen Geheimnissen um diesen Vorgang, liegen die Leichen nach einem sinnigen, alten Spruch bekanntlich auch im Keller!

In seiner zu erwartenden Ausführung kommt das Projekt auf jeden Fall einem Fremdkörper oder besser gesagt einem riesigen, deplazierten Raumschiff gleich, dessen Logik es ist, das Außen als lebensfeindliche Zone zu definieren – und genauso kommt das Vorhaben auch daher! Mich würde ein umschließender, hoher, undurchlässiger Zaun mit Schranke, ähnelnd einem hermetisch abgesicherten Hochsicherheitstrakt, mit Quarantäneschleuse und einer Zugangskontrolle für lebende, gesunde, garantiert nicht feindlich gesonnene, aber nur zeitlich geduldete Ferienasylanten aus den fremden Niederlanden, zur Vervollständigung und Plausibilität dieses heute vorliegenden Planungskonzeptes nicht mehr sonderlich wundern. Ich neige zu vehementer Forderung nach Inklusion, auch für Holländer! Ja, Zeichen setzen gegen Ausgrenzung. Inklusion, auch auf kurvenreichen Strecken, selbst mit Wohnwagen, aber ganz sicher und durchaus ernst gemeint hier in Amecke!

Alle sagen, die Zukunft wird bunter und gemischter! Kennen Sie die Logos zum Thema? Exklusion, Separation, Integration und Inklusion? Googlen sie mal, schauen sie genau hin. Das kann als Modell gelten, da kann der Stadtplaner und Dorfentwickler für Amecke ganz schnell dazulernen! Wim interessiert das nicht!

Warum wurde hier eigentlich genau so geplant, als ob im Paragraphenjungle der neununddreißigsten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes das zu bfürchtende Klackern von 3520 Holzschuhen oder gleich vieler, allmorgendlich pikant emittierender Käsescheiben für einheimische Bewohner als nicht verträglich eingestuft und Vorgaben zu Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen als staatlicher Zwang, unter Strafandrohung verpflichtend einzuhalten wären. So streng, drastisch und unerbittlich einzuhalten, dass als Fazit hieraus in den Planungsbestrebungen alternativlos nur genau so eine groteske, abgekapselte Satellitensiedlung zu realisieren war? Oder musste dieses gesellschaftspolitische, städtebauliche, landschaftsplanerische, ökologische, ästhetische, als auch soziologische und soziale Kuriosum etwa doch nur eine effiziente Gelddruckmaschine für einen Privatinvestor werden?

Hier wird bisher noch nicht einmal beschwichtigend versucht, unterhaltsam, erhebend ästhetisch zu veredeln, kosmetische Eingriffe würden auch gar nichts nutzen. Hier wird Klartext geschrieben: Das ist ein umfassender, interdisziplinärer Totalschaden. Hier wird mit einem in vielfacher Hinsicht monumental absurden Auftritt ein zerstörender Irrweg begangen. Das alles für einen beeindruckenden Einschnitt in das Landschaftsbild als zynische Geste und weithin sichtbares Signum für Arroganz, Macht und Unvermögen!

Ich meine, es wird ein Mahnmal! Der Bürgermeister und der Technische Beigeordnete werden auch sicherlich feierlich mit Wim den ersten Spaten versenken.
Passende Termine dafür wären Helloween (im Undertaker-Kostüm!), Totensonntag, Allerheiligen, oder der Koningsdag am 27. April im Jahre 20XX. Traditionell besuchte Beatrix früher am Koninginnedag einen Ort im Lande. Nun übernimmt Wilhelm-Alexander den Job, vielleicht kommt er ja in die Amecker Exklave.

Ja, aber da gab es doch eine Bürgerbeteiligung: “Es soll sich hinterher bitte keiner beschweren, wenn einem das Ergebnis nicht gefällt!” Das haben Sie sicher schon mal gehört oder gelesen!
Prophylaktisch wird, die “Fachleute” sich selbst entlastend, die Verantwortung schon jetzt abgeschoben: der Souverän wird Schuld sein. Seine Vertreter haben das Dilemma ja auch mehrheitlich beschlossen, dann kann der Bürger auch die Konsequenzen dieser geist- und verantwortungslosen Planung tragen!

Genau zu diesem Thema sei noch unbedingt gesagt: Es ist geradezu eine Schande, ein Unding und zugleich der perfide Ausdruck einer überheblichen Geringschätzung der Betroffenen, genau diesem Bürger eine solche Planung überhaupt vorzustellen. Es ist originäre Aufgabe dieser “Verwaltungsfachleute”, so etwas zu verhindern, schon im Keim zu ersticken! Wer solche, in Pläne gegossene Investorenallmachtsfantasien als vermeintlich fachlich qualifizierte Person, mit sich mir nicht erschließen wollender Motivation, bis in die Entscheidungsprozesse kommen lässt, hat bereits kläglich versagt und der Stadt schon allein dadurch Schaden zugefügt! Und dann sollen die betroffenen Laien in einem gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren eben diesen selben, seltsam motivierten, vermeintlich qualifizierten Fachprofis gegenübersitzend, in die politischen Entscheidungsprozesse angemessen gewichtet involviert werden? So involviert, dass Bedenken und Anregungen ernst genommen, fair abgewogen und eingearbeitet, anstatt lupenrein nach Investorenkalkül abgebügelt zu werden!
Hier wurde deutlich, der von “glaubwürdigen, bürgernahen und kompetenten Kräften” als rettender und heilsbringender Prophet eingestufte Investor, sollte im Verfahren auf keinen Fall verärgert werden. Der ist ja auch einfach zu keinem noch so kleinem gewinnschmälernden Kompromiss bereit und gegenüber seinen total überzeugenden städtischen Partnern in Verhandlungen sowieso schrecklich leidenschaftslos stur und hartnäckig – was soll man da auch machen?

Bürgerbeteiligung war, ist und bleibt ganz sicher in Amecke ein geradezu arroganter, anmaßender und selbstgefälliger Akt der Ruhigstellung, ein rein dekorativer Partizipationismus!

Es scheint aber auch dem fehlenden Bewusstsein für gesellschaftliche Belange, dem ausschweifend, überbordenden Unwissen und vielleicht auch der fehlenden Sensibilität, dem Charakter der agierenden Personen geschuldet! Mit diesem traurigen Projekt soll dann auch noch florierendes Marketing, eine unglaubliche tolle Vision einer Zukunftsperspektive in einer wirtschaftlich oranjefarben-blühenden Landschaft suggeriert werden!

Oder ziehen diese Marionetten doch nur einseitig, aber wunschgemäß “partnerschaftlich”, am Strang des holländischen Messias? Zweifel über Zweifel!

Die öffentliche Hand ließ und lässt den öffentlichen Raum nicht “profilieren und inwertsetzen”, hierzu gibt es gar kein Bewusstsein! Stattdessen lässt sie mit Hilfe antiquierter Modelle einer kommerziellen Überformung mit aufgeräumten, blitzblanken und überschaubaren Ordnungsvisionen ein ästhetisches, ein ökologisches und soziales Massaker zu! So wird nicht nur Amecke, sondern die ganze Stadt Opfer des verantwortungslosen und desorientierten touristischen Hypes einiger weniger, bornierter Personen!

Es gibt Menschen im Sauerland, die glauben, auf lokale Wertschöpfung verzichten und sich dem mittlerweile irrwitzigen Verdrängungswettbewerb ergeben zu können. THING BIG ist die Devise! Scheiß Bauernladen, blöder Metzger um die Ecke! Kleinstrukturen sind nicht sexy! Sie möchten sogar alle Dörfer am liebsten mit einem Discounter ausstatten. THING B I G ! Lieber mega und schlecht, als kleinteilig, nachhaltig und gut! Der neue Leitspruch! Wie schon gesagt: Am besten das Ganze noch ohne lokale Wertschöpfung!

Aber ist uns Bürgern wirklich die offensichtliche Überforderung der zu allererst Verantwortlichen aus Verwaltung und Politik so weit egal, dass Planungen zu solch einem unakzeptabel hohen Preis, zum Schaden der Allgemeinheit einfach an private Investoren, mit all den daraus folgenden Konsequenzen abgegeben und komplett kritiklos dem Bürger aufgelastet werden?

Dieser Plan in Amecke, dieses Imitat einer suburbanen Ödnis gleicht der Kopie eines Albtraums, er ist eine Kriegserklärung der Investoren an die Stadt, gegen die Bürger von Amecke und ganz Sundern. Er beinhaltet nicht nur ein paar kleine Planungsfehler scheinbar engstirniger und willfährig devoter Verwaltungsangestellter und planender Fachtrottel, die von einer an der Stadt interessierten Politik mit Sinn für die positive Daseinsvorsorge ausgebügelt werden könnten. Nein, dieser Plan ist in sich schlüssig ein einziger, großer Planungsfehler, der auf keinen Fall ausgeführt werden darf. Dieser planerische Overkill generiert Mehrfachvernichtungskapazitäten!

Hier müssen endlich die Verantwortlichen, die diese Planung heute noch verdächtig “appellativ” verteidigen, zurückgepfiffen werden!

Genau diese Personen müssten endlich selbstkritisch Mut und Stärke beweisen, indem sie zur Vernunft kommen und zumindest ein Bewusstsein für die prekäre Lage entwickeln! Hier bedarf es dringend einer kompletten Neudefinition, einer Initiation neuer, vernunftbezogener Planungsprozesse, auch unter Berücksichtigung der sozialen Auswirkungen!

So wie es sich darstellt, ist unser holländischer “Partner” ein echtes, ausgekochtes Schlitzohr. Dieser “durchtriebene Bursch mit Absichten” ist taktisch, treffender gesagt strategisch, seinen Verhandlungspartnern auf städtischer Seite weit überlegen und baut gerissen kompromisslos geschäftstüchtig und lohnend ertragreich seine Unersättlichkeit weiter aus.

Das alles ist ein großes Versagen der Stadt. Trotz der bisher schon öffentlich bekannt gewordenen Spitze des Eisbergs, erprobt man sich fleißig weiter im havarieren.
Jetzt wird auch noch, die dem städtischen Verhandlungsgeschick geschuldete und erst möglich gemachte verschärfte Handlungsstrategie der Holländer von den verdächtigen Verantwortlichen auf städtischer Seite nicht nur tatenlos zugesehen, sondern es wird auch noch schadensetablierend zugearbeitet! Schicksal (Schicksal, von altniederländisch Schicksel, „Fakt“)! Es war aber, ganz nebenbei bemerkt, nicht von Zufällen bewirkt oder von göttlichen Mächten vorherbestimmt, also kein Schicksal, dass die Titanic unterging,
sondern geschichtlich dokumentiert, gröbste Fahrlässigkeit und Arroganz, das ist Fakt, im deutschen und altniederländischen Sinn! Nech, Wim?!

Das Drama geht weiter und lässt die Hoffnung auf Charakterstärke und Schadensbegrenzung schwinden und öffnet folglich natürlich weiter der Gerüchteküche Tür und Tor. Wahrlich ein Schrecken ohne Ende. Es bleibt abzuwarten, wann die nächste Havarie für die Öffentlichkeit bekannt gegeben wird.

Die angekündigte bauliche Verdichtung der Bebauung, d.h. 220 Gebäude x 2 Wohnungen x 4 Personen, plus, plus, plus, das bedeutet vielleicht 4.000 Holzschuhe? Vielleicht sogar 5.000 allmorgendliche Käsescheiben? +++, das ist diesmal aber kein Gütesiegel für eine hohe Qualität, sondern in dieser Form eine weitere Belastung, eine weitere Verhandlungsniederlage
der Stadt! Das ist schon wieder reichlich starker Tobak, könnte man meinen, doch da hat der Kapitän mal wieder einen Eisberg auf das Schiff steuern lassen, da hat der Schwanz mal wieder mit dem Hund gewackelt!

Diese Verdichtungsbestrebung sollte allerspätestens jetzt, für den mündigen Bürger und dessen politische Vertreter aller Parteien, der vielbesagte Tropfen sein, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt.

Was einfach nicht aufhören will maßlos zu ärgern, ist die Indifferenz der Verantwortlichen, ihre fehlende Vorstellungskraft, ihre völlig unverständliche, geradezu depressiv wirkende Hingabe an das scheinbar unabänderliche Verlangen der am Gemeinwohl komplett desinteressierten Profiteure. Das ist der eigentliche Skandal! Das ist eine vollständig unverständliche Desorientierung, dessen Ergebnis noch nicht einmal verdient, als überfauler Kompromiss mit wenigstens nuklear-winzigen Vorteilen und Gewinnen für die Stadt bezeichnet zu werden. Es ist alles wesentlich schlimmer und wird zur Krönung tatsächlich immer noch von den gleichen üblich verdächtigen Honorationen der Stadt als erfolgreiches Stadtmarketing tituliert!

Die Widersprüche sind aber vielleicht nur scheinbar unauflösbar. Jetzt spekuliert nicht nur der erfolgreiche holländische Investmann, nun “spekulieren” alle, da sich heute kein frei urteilender Bürger der Stadt Sundern noch vorstellen kann, dass bei diesem, fachlich und sachlich überhaupt nicht zu fundamentierenden Projekt, in dessen Umfeld bereits staatsanwaltschaftliche Untersuchungen laufen, alles rechtens zuging. Nur wenn diese Geschichte inhaltlich, narrativ um illegale Energien ergänzt wird, dann taugt dies zwar nicht zum Thriller, es wäre dann aber so einiges endlich plausibel zu erklären und macht insgesamt auch einen “gewissen Sinn”! Aus diesem Grunde ist einfach nachvollziehbar und durchaus verständlich, wenn in täglichen Gesprächen in der Öffentlichkeit das Handeln der beteiligten Akteure schon den Drehbuchinhalten abendfüllender Krimis über Korruption und Geldwäsche gleichkommt. Hier hört man auch die über allem schwebende Hoffnung heraus, dass auch dieses Problem, den trägen, müden und teilweise genervten Politikern zur Hilfe eilend, vielleicht auch vom Staatsanwalt gelöst werden könnte.

Erklärung für die exklavenähnliche Planungssvariante könnte ansonsten nur noch die von den Vertretern der Planungshoheit natürlich fälschlich angenommene Angst einer traditionell konservativ geprägten Bevölkerung des Sauerlands, vor einem aus der Geschichte aufgeschlossen, liberal, freiheitlich und weltoffen geprägten Seefahrervolk sein. Die haben ja alle eine “Amsterdamer Coffeeshopmentalität”! Wozu der Kabarettist sagt: “Die kiffen ja alle!” Kiffen? Und da kommt dann doch die “Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, kurz 39. BImSchV, die „Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen” ins Spiel! :-) Die “Käsköppe” sind dann auch zusätzlich verschärfend noch mehrheitlich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig, von dem Rest auch noch welche protestantisch geprägt! Um Gottes willen! Jetzt verstehe ich, das kann planerisch gar nicht anders gemacht werden! Das geht sonst im Sauerland nicht gut!!

Jetzt aber mal ohne Spaß:

  • Hier geht es um schnöde Kohle, um so richtig viel Mammon für Wim! Wim = Gewinner!
  • Ob der glückliche Wim legal teilhaben lässt, ob überhaupt irgendjemand in Sundern legal mitverdienen kann, bezweifle ich. Stadt = Verlierer!
  •  Ob es wohl irgendeine lokale Wertschöpfung, bis auf schnell verklingende Minimalimpulse, außerhalb des Gettos geben wird? Stadt = Verlierer!
  • Bringt Wim`s Projekt überhaupt irgendeinen Vorteil für das Gemeinwesen? Nein! Stadt = Verlierer
  • Aber das Freibad könnte doch als Minimalkonsens sinnvoll in Wim` s Konzept eingearbeitet werden!
  • Das sollte man meinen, dieser Bürgerwunsch ist aber in den “eisenhart von der Stadt geführten Verhandlungen leider havariert und untergegangen”. Stadt = Verlierer, Wim = Gewinner!
  • Aber bitte, bitte lieber Partner Wim, nur ein ganz wenig Win-Situation für den Naturschutz und einen sanften Tourismus. Aber nicht doch! Stadt = Verlierer, Wim = Gewinner!
  • -Verwaltung und Politik sehen in Sundern keine Potentiale und verhalten sich, als wäre unsere Stadt ein Ramschladen! Glauben Sie nicht? Warten Sie ab!
    Stadt = Verlierer, Wim = Gewinner!
  • etc. Stadt = Verlierer, Wim = Gewinner!

Stadtmarketing????? Nein, bestimmt nicht! Aber Wim-Win-Win-Marketing, powered by Stadt Sundern!

So, und damit Sie nicht glauben, hier hat mal wieder jemand seinen dogmatischen Skeptizismus herausgekehrt, surfen Sie nun zur Homepage der “Stadt Sundern”. Gehen hier unter “Rathaus & Politik” zu “Stadtentwicklung & Stadtplanung”, dann weiter auf die “Interaktive Bebauungsplanübersicht”.

Wenn Sie nun Wim` s Spekulationsfläche A 26 direkt am heute noch schönen Sorpesee angeklickt in voller Größe vor sich auf dem Schirm haben, dieses Bild dann gedanklich mit über 220 mehrgeschossigen Gebäuden in exponierter Lage am See und Hang, klobige Häuser, ähnlich der schon errichteten Gebäude anderer Ferienparks, mit 440 Autos mit gelben Kennzeichen samt der dazugehörigen 1760 Gettogästen (mit 3520 klackernde Holzschuhen und morgendlich emittierenden 3520 Pikantje von Antje :)) in Verbindung bringen, dann ist die Evidenz, die offensichtliche Klarheit des Inhalts meines Schreibens doch ganz leicht nachvollziehbar!

Meinen Sie immer noch, das alles wäre übertrieben?

Schreiben Sie mir Ihre Meinung zum Amecker Projekt, ich freue mich auf den Dialog: architekt.juergensmeier@gmail.com

Anmerkung, ganz persönlich: Es geht ja auch um das Thema Urlaub! Ich habe für das nächstes Jahr schon gebucht, in Holland! In Echt!”Was tatsächlich gebaut wird, dient kommerziellen Interessen. Kommerzieller Wohnungsbau ist aber nicht sonderlich interessiert daran, Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu finden. Es geht um Profit!”

David Chipperfield, Architekt, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 4.5.14, Nr.18

Rauchzeichen …

Da ist es, das Zeichen der “Investoren”: Ein Rauchzeichen in Form einer Presseinformation.

Welchen Zweck jedoch die Herren damit verfolgen, können wir nur vermuten. Boden mulchen, Hecken schneiden für eine “realistische Wahrnehmung der Landschaft”? Das geht doch auch per Computer-Simulation. Wollen sie vielleicht das Gelände nur „aufhübschen“, um es für mögliche Kaufinteressenten der Grundstücke interessanter zu machen?

Lukrativ könnte die Bebauung des bisherigen Parkplatzes und der angrenzenden Grundstücke natürlich auch für bestimmte „Wohnanlagen-Planer“ sein. Eine wesentlich dichtere Bebauung als ursprünglich vorgegeben ist rentabler.

Und plötzlich ist eine neue, von den Holländern gegründete Firma – die Sorpesee Projecten BV – im Spiel. Wo ist eigentlich unser finanzstarker Vollprofi Stepinvest BV geblieben? Und Don van Schaik von Dormio, der einst als Gast in einer Ratssitzung die Hoffnung nährte, es gäbe einen moderaten Verhandlungspartner?
Wer einmal einen Blick auf die Homepage von Dormio wirft sieht, dass sich dort einiges verändert hat: Keine Projekte mehr in Entwicklung, es bleiben nur noch die realisierten Parks.

Vielleicht sind diese „Aktivitäten“ aber auch nur ein Ablenkungsmanöver. Letztendlich ist der Inhalt der “Pressemitteilung” aus Holland vom gleichen nachrichtlichen Wert wie der berühmte Sack Reis, der gerade in China umgefallen ist.

Gleichwohl schleicht sich einmal mehr das Gefühl ein, die Bürger werden für dumm verkauft.
Die Pläne zum Ferienpark wurden mit dem Versprechen beworben, das Freibad zu integrieren. 4000 Unterschriften vergammeln nun in “Ablage P”!

“Wird aber das ´Maß der baulichen Nutzung` so gravierend zu Lasten des Allgemeinwohls verändert, muss ein Bebauungsplanverfahren komplett neu aufgerollt werden”, mahnt H.-J. Jürgensmeier in seinem Kommentar.(siehe: www.blickpunkt-arnsberg-sundern.de/ferienpark-sorpesee-investoren-kuendigen-aktivitaeten-an)

Die Chance, angesichts von Pleiten und Pannen neue Wege einzuschlagen und ruhig und besonnen nach optimalen Lösungen zu suchen, wurde vertan. Wer in diesen Zeiten den Bürgern noch allen Ernstes erzählt, ein Ferienpark dieser Größenordnung sei ein Gewinn für eine Region, macht sich unglaubwürdig.
Uns droht ein Projekt, das den Charakter des Dorfes negativ beeinflussen wird.
Was muss in Sundern noch alles passieren, bevor die Vertreter der Bürgerschaft, die Politiker im Rat, aufwachen?

Die Hoffnung stirbt zuletzt …

Die Sommerpause ist beendet. Die BI hat gewartet. Gewartet darauf, dass es Informationen zum Stand der Dinge in Sachen „Ferienpark“ gibt. Gibt es nicht. Seit Monaten nicht. Neuigkeiten gibt es seit der Kommunalwahl zwar schon. Etliche Bürger haben ihren Unmut über die Zustände in Sundern zum Ausdruck gebracht. Die neue Kraft im Stadtrat streut schon sichtbar Sand ins Getriebe. Das ist gut so. Denn allzu schnell wächst Gras über Dinge, die noch längst nicht aufgearbeitet sind.

Vor mehr als zwei Jahren hieß es übrigens im Gründungsaufruf der BI: „
„Es geht nicht um ein totales Veto gegen alle Pläne, sondern um mehr Transparenz (Offenlegung von finanziellen Aufwendungen der Stadt, mögliche Interessenkonflikte etc.) und alternative Modelle zur Steigerung der Infrastruktur des Dorfes.“
Wir spüren NICHTS von Transparenz. Gar nichts.

Der Ferienpark ist im Zuge der skandalösen Ereignisse um die GmbH – Insolvenzen (immerhin ermittelt die Staatsanwaltschaft) aus dem Focus der Öffentlichkeit gerückt.
Wir sind gespannt, wann der Bürgermeister sich seinen Bürgern erklärt. Hoffnung übrigens ist häufig begleitet von der Sorge, dass das Erwünschte nicht eintritt. Diese Sorge ist bei uns nach wie vor ausgeprägt, dessen können Sie sicher sein.

Derweil können Sie sich einen Überblick über die aktuellen Geschehnisse verschaffen, und zwar unter dem Menüpunkt „Interessante Links“ auf dieser Homepage.

Bleiben Sie kritisch!

Ihre BI – Amecke 21
Für einen sanften Tourismus

Gegen das Vergessen ….

Im November 2012 wurden die ersten Bäume auf dem geplanten Ferienparkgelände gefällt …
In Sachen “Grundstücksverkäufe” brodelt aktuell wieder einmal die Gerüchteküche …
Wir wagen einen Blick in die Archive …

  • 05.09.2007 WAZ: „Von neun auf 27 in den nächsten vier Jahren“ … nicht auf 18 – wie für ein Turnier erforderlich – auf 27 Loch soll der Amecker Golfplatz erweitert werden. … Voraussetzung: das Feriendorf einige hundert Meter weiter Richtung See … April 2009 soll die Erweiterung abgeschlossen sein … Zur gleichen Zeit sind auch die ersten Häuser in dem Ferienpark bezugsbereit, so die Zeitrechnung der Investoren … “Ultimativ abhängig” von diesem Projekt ist der Bau des Ferienparks, betonte Rogoll. Denn die niederländischen Investoren beteiligen sich an den Kosten für den Golfplatz-Ausbau …
  • 09.12.2009 WAZ: …im Jahr 2012 wird der Ferienpark in Amecke eröffnet, gleichzeitig präsentieren der Betreiber oder die Sorpesee GmbH das komplett renovierte Freibad – und ein Radweg verbindet Sundern und Amecke …
  • April 2009: „Dorfinfo“ … als Zeithorizont wurde eine Fertigstellung des Parks für 2012 in Aussicht gestellt …
  • 10.03.2010 WAZ: Freibad ist gerettet – Wellnessoase kommt … Investor will „den Park in eine ruhige und eine aktive Zone teilen … in der letzteren wird das Freibad weiterhin existieren … allerdings muss es zu diesem Zweck umgebaut und modernisiert werden. “Die Investoren haben erkannt, welches Potenzial das Bad besitzt”, berichtet … BM Detlef Lins …
  • 10.03.2010 Dorfinfo: Eröffnung des Ferienpark in Amecke zu Ostern 2012
  • 23.12.2010 Dorfinfo: … sind die Planungen nun soweit vorangekommen, dass bereits für Herbst 2011 mit dem Baubeginn gerechnet werden kann …
  • 26.12.2010 Sauerlandkurier: … grünes Licht für Riesenprojekt – Ferienpark Amecke wird gebaut … geplante Eröffnung Ostern 2013 …
  • 11.11.2011 Dorfinfo:Ferienpark Amecke kann gebaut werden … auch ein Betreiber ist gefunden … dieser deutsche Betreiber wird neben dem 4-Sterne-Feriendorf auch ein 4-Sterne-Hotel in Amecke bauen … Pläne werden im Dezember vorgestellt …
  • 16.12.2011 Dorfinfo: … der holländische Investor hatte am Donnerstag sein Kommen abgesagt …
  • WP … ein Baustart in 2012 sei weiterhin die Absicht der Investoren … da man das Projekt inzwischen von einem 3-auf eine 4-Sterne-Stufe aufgewertet habe, verlängere sich die Bauzeit …
  • 22.05.2012 Wochenanzeiger: „Der Ferienpark Amecke wird kommen – das ist so sicher wie das Amen in der Kirche“ … Bürgermeister Detlef Lins … „Wir wollen einen Ferienpark, ein Vier-Sterne-Hotel und eine Freizeitanlage integrieren“, erklärte Projektgruppensprecher Wim Egging … so wollen wir ein großes Freizeitangebot herstellen und einen maximalen Synergieeffekt erreichen … Gesamtkonzept soll im vierten Quartal 2012 fertig sein … mögliche Erweiterung der Golfanlage von 9 auf 18 Loch …
  •  26.10.2012 WAZ: Rodungen für FP Amecke beginnen in diesem Jahr
    … Pläne gab es keine, aber dennoch viele interessante Details um den FP Amecke … die Enttäuschung groß: BM erkrankt … Sprecher des Investors, Wim Egging, erkrankt … alle Grundstücke ab 1.7.12 im Besitz der Sorpesee Resort GmbH … 2 Betreibererklärungen unterzeichnet
  • 20.02.2013 12:30 Radio Sauerland: BM Lins sieht Klärungsbedarf bei den Planungen für Sundern Amecke … Ferienpark nicht Sache der Stadt, sondern des niederländischen Investors … nächsten Monat sollen konkrete Pläne dafür auf den Tisch kommen … Lins rechnet im Herbst mit dem Baustart.
  • 20.04.2013 WP: Termin in Holland hindert „Stepinvest“ … alle Fraktionen zeigten sich enttäuscht … Glaubwürdigkeit verspielt …
  • 28.04.2013 Sauerlandkurier: … Zielplanung soll in zwei Monaten vorliegen … rund 80 bis 100 Einheiten müssen verkauft sein, um zu beginnen … Baubeginn Ende 2014 …in eine erste Bauphase werde aber auf jeden Fall das Schwimmbad integriert, das später öffentlich zugänglich ist …
  • Mai 2013 Stadt Sundern.de: … da sich die Suche der holländischen Investoren nach einem Betreiber für die Ferienhausanlage verzögerte, wurde der Bebauungsplan bislang noch nicht umgesetzt … die derzeitigen Planungen und konzeptionellen Ideen der Investoren werden voraussichtlich eine Änderung des bestehenden Bebauungsplanes erforderlich machen … Bebauung in Form von Wohnhöfen …
  • 03.08.2013 WP: … Golfsport Sorpesee meldet Zahlungsunfähigkeit an … aufgrund von Uneinigkeiten mit den holländischen Investoren und einer einhergehenden Verzögerung in der Realisierung des Ferienparks sei der Plan nicht aufgegangen …
  • 12.09.2013 WR: … Freibadproblem umfassend lösen … Abriss könnte schon bald erfolgen … Mindestentschädigung 540.000 €, 31.800€ Notar- und Grunderwerbssteuer, 140.000 € Abrisskosten = Summe 711.800 € …
  • 28.09.2013 WAZ: … Baubeginn im Frühjahr 2014 … überplant werden soll allerdings der Eingangsbereich, der durch die Verschwenkung der Landstraße nun andere Dimensionen bekommen hat … Ende November bzw. Anfang Dezember, so versicherte Bürgermeister Detlef Lins, werde die Gruppe die genauen Plänen … vorstellen … einen Tag später würden die Investoren die Gesamtkonzeption des Parks dann in der Schützenhalle von Amecke der Bevölkerung in einer Bürgerversammlung präsentieren …
  • Oktober 2013 Nah-Klar-Sundern-Stadtmarketing: … Beginn der Bauarbeiten im Frühjahr 2014 … erste Gäste zur Hauptsaison 2015 …               Rest des Eintrags ansehen →

Was für eine Geschichte …

“Es ist ein Unterschied, eine klare Linie zu verfolgen
oder auf dem Strich zu gehen!”

Felix Zwoch, Architekturkritiker und Stadtliebhaber

Autor: Hermann-J. Jürgensmeier

Was für eine Geschichte von Detlef Blaumilch!

Jedoch lösen sich hier in Sundern-Amecke die Handlungsstränge leider
nicht zum Positiven.
Die Handlungen waren schon zu Zeiten, als das Projekt Ferienhaussiedlung
noch bewusst und gewollt von der Politik gelenkt wurde, als dem Wähler
noch eine klare Linie suggeriert wurde, von verantwortungslosem, erbärmlichem
und größenwahnsinnigem Inhalt geprägt.
Heute steht die Politik vor einem Scherbenhaufen, mit dem Rücken zur Wand.
Herr Blaumilch zieht nicht die Notbremse, sondern “verschlimmbessert” nur noch.
Er ist schon lange nicht mehr Herr der Lage, sein Amt und seine Pension
scheinen offensichtlich wichtiger als Amecke.
Und die Opposition ist nicht wirklich auf eine bitter notwendige Konfrontation eingestellt, sie hat sich, bis auf Scheingefechte, schon ergeben.

Und so wird es wohl geschehen! Verkauft, ausverkauft, verraten!
Schon lange war es Zeit zu protestieren, sich zu empören!
Gegen die Ausgrenzung der Bürger, der Bürgerinitiative, gegen die
einseitig und lautstark vorgetragenen Einzelinteressen zu widersprechen.
Hier werden panikartig Werte verschleudert, um die reichlich gemachten
Fehler im Haushalt nicht zu stark erkennbar zu machen, um sie unter den Teppich
zu kehren.
Hier hat nicht die Not oder die Bedürfnisse der Menschen, die im Ort leben den Ausschlag für die Planung gegeben. Alle Entscheidungen entbehren jeder moralischen Grundlage.
Kostbare Reserven werden den Begehrlichkeiten einer unheilvollen Vermarktung
und Verwertung Preis gegeben, ohne nachzudenken und herauszufinden, was
hier wirklich gebraucht wird.

Was bekommen wir jetzt: Das gleiche und noch schlimmere Unwirkliche,
das gleiche und noch schlimmere Überflüssige, beliebig reproduziert für jeden Ort.
Austauschbare, kopierbare Prospektkulissen wurden und werden immer noch über das ganze Land verstreut.
Das Erleben solcher “Ferienparks von der Stange” hat schon lange in der Empfindungsintensität der Betroffenen, aber mehr und mehr auch der Nutzer,
nicht nur Abstoßungstendenzen, sie werden nicht mehr gewollt!
Absurd und pervers, wenn dann trotzdem von allen Städten und Gemeinden mit vergleichbaren Plänen Reklame gemacht wird.
Eine Konkurrenz der Städte mit den gleichen fiktiven Plänen, den gleichen fiktiven Angeboten, den gleichen verstiegenen Versprechungen wird zur fiktiven Konkurrenz.

Entgegen der Autosuggestion von Herrn Blaumilch, einer hochgespannten Erwartung, werden bei einer solch schwachen, lediglich profitorientierten Planung, alle Unterschiede und Alleinstellungsmerkmale zwischen den Städten verwischt und verringern sich zwangsläufig sogar.
Auch wenn Herr Blaumilch mithilfe der in der Not selbstinduzierten Beeinflussung seiner Psyche etwas anderes glauben möchte, die Attraktivität dieses Projektes Ferienhaussiedlung verringert sich zudem nochmals, wenn der Markt gesättigt ist
und nur noch Verdrängungswettbewerb herrscht.
Aber Dauerwohnhäuser lassen sich selbst mit solch grausiger Planung
vermarkten!
Aber das will Blaumilch nicht (versprochen!?), – will er noch nicht!

Das hat Herr Blaumilch nicht verstanden: Jeder Ort, jede Stadt hat ihre Eigenlogik.
Ohne die jetzt noch vorhandene Magie und Seele dieses speziellen Ortes am See
zu würdigen, ohne die noch existierende Schönheit, die Werte von Natur und Landschaft in die Planung einfließen zu lassen, ist jede Aktivität kontraproduktiv.

Haben sie überhaupt mal ein Leitbild gehabt, Herr Blaumilch?

Hermann-J. Jürgensmeier

… das Märchen vom Blaumilchprojekt …

… das Märchen vom
Blaumilchprojekt …
Es war einmal ein Bürgermeister, der hieß Detlef Blaumilch. Es war ein Bürgermeister, wie es ihn viele gab im Land: Er hatte Ähnlichkeit mit einem Känguru, weil er große Sprünge machte, aber außer 100 Millionen Euro Schulden nichts in seinem Beutel hatte. Da kam eines Tages ein harmlos aussehender grauhaariger, freundlich lächelnder Mann vorbei. Der hatte einen großen Käse in der Hand und eigenartige Schuhe aus Holz an den Füssen. Der ältere Mann sprach: „Lieber Detlef, Franz hat gesagt, du möchtest große Sprünge machen, hast aber kein Geld. Nun ich komme aus einem fernen flachen Land, in dem es viele Leute mit viel Geld gibt, das diese gerne für den Bau von Ferienparks ausgeben möchten. In diese Ferienparks kommen dann noch mehr Menschen aus dem flachen Land am Meer und geben ihr Geld in deiner Stadt aus. Deine Stadt wird zu einem Land, in dem Blaumilch und Honig fließen. Du und deine Untertanen werden von goldenen Tellern essen und du wirst bis an dein Lebensende wiedergewählt werden. Verlass dich d´rauf. Die Leute wollen das. Sie werden dir glauben, ein Ferienpark bringe Arbeitsplätze und viele Touristen. Du musst also keine Angst haben, dass jemand gegen das Projekt ist.
Detlefs Augen strahlten, denn der Mann mit den Holzschuhen versprach ihm noch viel mehr: freiwillig für jeden Übernachtungsgast einen Euro zu bezahlen, einen wunderbaren Freizeitpalast zu bauen, in dem alle Bürger aus Detlefs Stadt öffentlich schwimmen dürften. Mit der freiwilligen 1-Euro-Abgabe könne sich Detlef außerdem noch viele andere Träume erfüllen.
Und wirklich, der weise Mann mit den Schuhen aus Holz hatte Recht: Kaum ein Bürger aus Detlefs Reich war gegen das die pure Glückseligkeit verheißende Projekt – kaum einer, denn hinter den Bergen, dort, wo das Projekt einst gebaut werden sollte, da gab es dann doch den ein oder anderen, der Zweifel hegte an den allzu verlockend klingenden Versprechungen. „Welche anderen Ferienparks hat der Investor denn schon geplant?“, fragten die Zweifler Detlef Blaumilch. „Ach“, erwiderte der, „ der Investor ist ein Vollprofi und er hat bereits mehrere ähnliche Projekte erfolgreich durchgeführt und schon andere Städte mit seinen Wohltaten beglückt.“ Welche, das konnte Detlef aber noch nicht sagen. Irgendwann wurde dann in der Eifel ein Park besichtigt, den die freundlichen Menschen aus dem flachen Land gebaut hatten. Detlefs Mitstreiter waren über das, was sie sahen, allerdings eher schockiert. Der aber beruhigte seine Mannen schnell, denn in ihrem Dorf werde alles ganz anders, vor allem aber viel schöner werden.
Die Zweifler aber hatten dennoch Angst, dass der Schuldenberg ihrer Stadt höher und höher werden würde. „Nein, nein“, beruhigte Detlef sie, sie könnten unbesorgt sein, „da es sich um ein rein privatwirtschaftliches Projekt ohne finanzielle Verpflichtungen der Stadt Sundern handelt. Wenn der Betreiber Pleite geht, ist uns das erst einmal egal. In diesem Fall verlässt man sich darauf, dass man schon einen neuen Betreiber findet.“
Fortan war fast täglich etwas über Detlefs Projekt in den Zeitungen zu lesen, so etwa im Dezember des Jahres 2009: Im Jahr 2012 werde der Ferienpark in Amecke eröffnet, gleichzeitig würde der Betreiber oder die Sorpesee GmbH das komplett renovierte Freibad präsentieren – und ein Radweg verbinde Sundern und Amecke.
Oder im März des Jahres 2010, als es hieß, das Freibad sei gerettet, eine Wellnessoase komme und der Investor wolle den Park in eine ruhige und eine aktive Zone teilen. In der letzteren werde das Freibad weiterhin existieren, allerdings müsse es zu diesem Zweck umgebaut und modernisiert werden. „Die Investoren haben erkannt, welches Potenzial das Bad besitzt”, freute sich Detlef Blaumilch.
Und im Dezember des Jahres 2010 hieß es „ … grünes Licht für Riesenprojekt – Ferienpark Amecke wird gebaut … geplante Eröffnung Ostern 2013 …“ Und im November des Jahres 2011: … Ferienpark Amecke kann gebaut werden … auch ein Betreiber ist gefunden … dieser deutsche Betreiber wird neben dem 4-Sterne-Feriendorf auch ein 4-Sterne-Hotel in Amecke bauen … Pläne werden im Dezember vorgestellt …
Und im Dezember 2011: … der holländische Investor habe am Donnerstag sein Kommen abgesagt … aber er ließe versichern, ein Baustart in 2012 sei weiterhin seine Absicht … da man das Projekt inzwischen von einer 3- auf eine 4-Sterne-Stufe aufgewertet habe, verlängere sich jedoch die Bauzeit …

Und im Mai 2012 sagte der grauhaarige Mann mit den Schuhen aus Holz: „Wir wollen einen Ferienpark, ein Vier-Sterne-Hotel und eine Freizeitanlage integrieren, … so wollen wir ein großes Freizeitangebot herstellen und einen maximalen Synergieeffekt erreichen … das Gesamtkonzept soll im vierten Quartal 2012 fertig sein.“
Im Oktober des Jahres 2012 war zu lesen, dass die Rodungen für Detlefs Projekt noch in selben Jahr begonnen würden. Dass es zwar noch keine Pläne gebe, aber viele interessante Details rund um den Ferienpark.

Es ging dann auch tatsächlich los. Auf dem zukünftigen Baugelände wurde aus einem grünen Wald eine öde Mondlandschaft, da der Baubeginn ja unmittelbar bevorstehe.

Nur einmal war die Enttäuschung groß, als der Mann mit den Schuhen aus Holz im April 2013 bei Detlef anrief und sagte, er könne nicht zum vereinbarten Termin erscheinen. Da waren auch die Politiker enttäuscht. Sie sagten, der grauhaarige Mann mit den Schuhen aus Holz habe seine Glaubwürdigkeit verspielt. Aber dann versprach der grauhaarige Mann, dass die Zielplanung in zwei Monaten vorliegen werde und rund 80 bis 100 Einheiten verkauft sein müssten, um zu beginnen. Aber Baubeginn werde auf jeden Fall Ende 2014 sein und in eine erste Bauphase werde auf jeden Fall das Schwimmbad integriert, das später öffentlich zugänglich sei.

Doch im Mai des Jahres 2013 teilte Detlef Blaumilch mit, da sich die Suche der holländischen Investoren nach einem Betreiber für die Ferienhausanlage verzögere, sei der Bebauungsplan bislang noch nicht umgesetzt worden. Außerdem würden die derzeitigen Planungen und konzeptionellen Ideen der Investoren voraussichtlich eine Änderung des bestehenden Bebauungsplanes erforderlich machen.
Oh Schreck: Im August 2013 meldete die Golfsport Sorpesee GmbH Zahlungsunfähigkeit an. Und Detlef sagte, dass aufgrund von Uneinigkeiten mit den holländischen Investoren und einer einhergehenden Verzögerung in der Realisierung des Ferienparks sein Plan nicht aufgegangen sei.
Und dann zerplatzte ein weiterer von Detlefs Träumen: Der mit den Gastwelten.

Doch schon im September 2013 beruhigte Detlef Blaumilch alle seine Untertanen wieder: Das Freibadproblem werde umfassend gelöst, der Abriss könnte schon bald erfolgen bei einer Erbpachtablösung von 540.000 €, 31.800€ Notar- und Grunderwerbssteuer, 140.000 € Abrisskosten ergäbe das eine Summe von 711.800 € …
Der Baubeginn des Parks werde im Frühjahr 2014 sein. Allerdings solle der Eingangsbereich, der durch die Verschwenkung der Landstraße nun andere Dimensionen bekommen habe, überplant werden. Ende November bzw. Anfang Dezember, so versicherte Detlef Blaumilch, werde die Gruppe die genauen Pläne vorstellen. Einen Tag später würden die Investoren die Gesamtkonzeption des Parks dann in der Schützenhalle von Amecke der Bevölkerung in einer Bürgerversammlung präsentieren …
Oh, wie freuten sich die Amecker!! Sie wussten: Auf Detlef Blaumilch konnten sie sich verlassen. Seit eh und je zeichnete sich seine Amtsführung durch Transparenz, Glaubhaftigkeit, keine einzige Fehleinschätzung, absolute Offenheit der Politik und den Bürger gegenüber und eine souveräne Verhandlungsposition gegenüber dem Mann mit den Schuhen aus Holz aus.
Kurz vor Weihnachten 2013 musste dann aber auch noch eine weitere für den Bau des Ferienparkes und die touristische Entwicklung sehr wichtige Firma, die von Freund Franz geleitet wurde, nämlich die Sundern Projekt GmbH Insolvenz anmelden. Da waren dann alle sehr aufgeregt, weil sich diese Firma bei den Freunden des grauhaarigen Mannes viel Geld geliehen hatte, das diese nun tatsächlich von Detlef wieder haben wollten. Detlef hatte jetzt den Franz nicht mehr lieb und traurig nahm dieser seinen Hut und ging zu dem freundlich lächelnden,grauhaarigen Mann mit dem Käse unter dem Arm, der ihn liebevoll aufnahm.

Auch heute noch – wir schreiben mittlerweile den März des Jahres 2014 – sind alle zuversichtlich, dass Detlefs Träume sich erfüllen. Zwar hat der Mann mit den Schuhen aus Holz gesagt, er und seine Freunde seien traurig, dass einige in Detlefs Reich sie nicht lieb haben. Und dass er das öffentliche Schwimmen nun doch nicht ermöglichen könne, weil Detlef ihm die Grundstücke, die er ihm eigentlich versprochen hatte, nun doch nicht schenken würde. Leider sei er (der Mann mit den Schuhen aus Holz) jetzt unglücklicherweise gezwungen, ganz große hässliche Häuser in den Eingangsbereich seines Ferienparks setzen zu müssen. Und damit sich das Ganze für ihn und die Geldgeber aus dem fernen flachen Land überhaupt noch lohne, müsse er auch noch mehr Häuser in den Ferienpark bauen. Aber Detlef Blaumilch macht das nix. Er träumt weiter. Und wenn er nicht gestorben ist, so träumt er auch noch heute.

29.01.2014 BI schaltet Eu ein

Die BI AMECKE 21 hat zur Klärung der Rechtmäßigkeit der Grundstücksverkäufe ein Prüfverfahren bei der EU – Kommission beantragt. Die Generaldirektion für Wettbewerb hat den Eingang des Ersuchens jetzt schriftlich bestätigt.

24.01.2014 Monopoly in Amecke

Erstes Strategie-Papier für Spekulanten und Plagiat-Investoren von Hans Klein

Der WDR hat es gemeldet und Radio Sauerland auch,
Wim Egging hat es verkündet:

„Die „Investoren“ wollen das Freibadgelände in Amecke kaufen.
Das war seit langem vereinbart – nur die Kommunalpolitiker wissen es leider noch nicht – und Vereinbarungen müssen eingehalten werden. Kaufen will man aber nicht im freien Wettbewerb mit anderen Bietern, sondern zum Schnupperpreis von € 7,50/ m2. Das ist etwa der zwanzigste Teil des realen Verkaufswertes.

Vorher zahlt die Stadt 200.000,- € Verbindlichkeiten der in Konkurs gegangenen Projekt GmbH und dann kann das lustige und lukrative Straßentauschen beginnen.
Die Finanzmakler sind interessiert an allen Filet-Stücken des Sorpebeckens in Amecke – wie schon erwähnt: an eben diesem, zu Teilen schon erschlossenen, Freibadgelände, im folgenden „Bad-Straße“ genannt. Ins Blickfeld der Begehrlichkeit ist noch ein zweites wertvolles Grundstück gerückt, das gerade wie “Phoenix aus dem Schlamm“ geschaffen wird: Die Halbinsel, direkt an der Seeufer-Straße ( im weiteren „See-Straße“ genannt).
Dieses Prachtgrundstück (“Mein Boulevard“, wie Wim Egging gerne formuliert … ) liegt direkt am Wasser und unmittelbar gegenüber der genialen Straßenverschwenkung, welche die neue Abbiegespur tarnt und ermöglicht.
Die Spieler haben vorgesorgt und bereits wertvolle Parzellen in ihren Besitz gebracht.
Diese Grundstücke sind für die Stadt zwingend erforderlich, um das Amecker Straßenpuzzle nun – nachdem die Straße bereits erstellt ist – zusammen fügen und nutzen zu können.

Also lautet die Strategie: Rücke vor bis Badstrasse! Wenn du über „Rathausplatz“ kommst,
ziehe 200.000 € ein!

Erwerbe außerdem das Spekulationsobjekt „Seestrasse“ – durch geschickten Tausch gegen wenig wertvolle Straßen-Puzzle.
Dies alles ohne die Verpflichtung jemals einen, vom Bürgermeister so erwünschten, Ferienpark bauen zu müssen.

Das nächste Ziel rückt in greifbare Nähe: Die „Schlossallee“ … mit Golfplatz.
Diese kann leider nur in Anteilen übernommen werden.

Der Ausverkauf des Sorpesees hat begonnen.
Die feindliche Übernahme ist in Sicht.

PS: … und wer ist denn eigentlich im Besitz des (Ex-)Tennisplatzes? … Muss das Amecker Monopoly noch erweitert werden?

Hans Klein

Hauptausschuss am 09.01.2014

Am kommenden Donnerstag, 09.01.2014, ist eine Sitzung des Hauptausschusses. Sie beginnt um 17.30 Uhr im Ratssaal. Tagesordnungspunkt: “Insolvenz der Sundern Projekt GmbH – Konzept zur weiteren Vorgehensweise”. Wir empfehlen, schon einmal die interessanten Vorlagen zu lesen und zur Sitzung zu kommen!! Die Vorlage können sie unter folgendem Link als PDF-Datei herunterladen: https://sira.kdvz.de/sundern/gremien/hauptausschuss/oeffentlich/2014_01_09/0725.pdf

Anlässlich dieser Sitzung hat die BI ein Anschreiben an die Fraktionen gerichtet mit offenen Fragen, die sich aus dem Studium der Sitzungsvorlagen ergeben. Dieses Schreiben ist nachfolgend dargestellt:

BI AMECKE 21 – Für einen sanften Tourismus                                              08.01.2014

„Hauptausschuss/Sundern/09.01.2014/ Vorlage 0725/VIII“

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor dem Hintergrund dieser wenigstens für den politischen Laien schwer zu durchschaubaren Vorlage 0725/VIII für den Hauptausschuss am 09.01.2014 appellieren wir an das Kommunalparlament: Verlangen Sie mehr Zeit für die Prüfung der Vorlage!! Angesichts der Komplexität, der schwer zu durchschauenden Zusammenhänge und der bisher gemachten Fehler (Baugestattungsverträge etc.) muss mehr Zeit für eine Prüfung eingeräumt werden. Hinsichtlich der Vermarktung des städtischen Freibadgrundstücks würden wir außerdem eine rechtliche Prüfung der vorgeschlagenen Vorgehensweise fordern. Der Zeitdruck ist von der Verwaltung wegen der nichtigen Verträge selbst zu verantworten. Auch vor dem Hintergrund der vergangenen Monate muss jede Einzelheit dieser Vorlage genau geprüft werden, weil den Ratsvertretern wie auch der Öffentlichkeit seitens der Verwaltung immer wieder Halbwahrheiten, vorsätzliche Täuschungen und unbeantwortete Fragen zugemutet wurden.

Von Seiten der BI jedenfalls ergeben sich angesichts dieser Verwaltungsvorlage erneut Fragen über Fragen:

-       Warum wurden die engen Verflechtungen zwischen Straßenverlegung, Regionale Projekt und Ferienpark immer wieder bestritten? Ist das nicht eine Täuschung sowohl der Politik als auch der Bürger?

-       Die Verflechtungen werden u.a. auch dadurch dokumentiert, dass sowohl für die Planungsaufwendungen als auch für den Grundstückskauf Kredite bei Beteiligten am Projekt aufgenommen wurden (200.000 € von der Resort GmbH und 700.000 € von einem holländischen „Investor“) Das heißt: Die Kommune leiht sich bei Privatpersonen Geld für eine Baumaßnahme. Warum wurde der Grundstücksankauf durch die Projekt GmbH und nicht durch Darlehn bei normalen Kreditanstalten, also Banken, finanziert? Bedeutet dieser Vorgang, dass das Regionale-Projekt ohne das Privatdarlehn nicht hätte realisiert werden können?

-       In der Vorlage heißt es: “Als zweite und damit zunächst auch schon letzte Aufgabe innerhalb der Sundern Projekt GmbH wurden 2 Grundstücke am Sorpesee erworben und ein Hausabriss vorgenommen, um die gemeinsam mit den Investoren besprochene Straßenverschwenkung des Regionale-Projektes zu realisieren und die beiden Restgrundstücke zu einem späteren Zeitpunkt nach Arrondierung touristisch zu nutzen.” Welche Restgrundstücke sind gemeint?Also wusste der „Investor“ doch schon rechtzeitig von den Plänen, hat sie möglicherweise federführend mitbestimmt. Warum schreibt Dormio dann in der Pressemitteilung: „Durch die Verschwenkung der Straße etc. haben wir hier weniger Platz zur Verfügung, sodass hier nicht unerhebliche Änderungen beim Standort der Gebäude, aber auch bei den Park- und Schwimmmöglichkeiten erforderlich werden.”

-       Am 1.8.2013 schreibt Herr Ohlig/Stadt Sundern als Antwort auf eine Stellungnahme zur
1. Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes Nr. A 26 “Ferienhausanlage Amecke”: „Die Verschwenkung der Seestraße war Voraussetzung dafür, mit öffentlichen Mitteln eine Promenade mit entsprechender Aufenthaltsqualität und funktionaler Zuordnung der Nutzergruppen zu realisieren. Das Projekt ist finanziell, funktional und strukturell komplett unabhängig von den privaten Investoreninteressen zum Bau einer Ferienhausanlage zu sehen und ist als solitärer Baustein zur Fortentwicklung des Sees zu betrachten.“

-       Wieso lässt sich ein „Investor“ übrigens darauf ein, ohne Sicherheiten (eine freiwillige Abgabe ist keine Sicherheit!) ein Darlehn in Höhe von 200 000 € zu gewähren? Gibt es vielleicht doch Bürgschaften? Welche Zinsen fallen jährlich an und wer bezahlt sie wovon?

-       Wieso kommt der Rechtsanwalt in seiner Einschätzung zu dem Schluss, dass die Verträge nichtigsind und eine Heilung der Formvorschriften zurzeit nicht möglich ist? Wieso hat die Verwaltung das anders gesehen? Hat die Stadt in diesen gravierenden Dingen keine Rechtsberatung in Anspruch genommen? Wieso stellt der Bürgermeister das ganze so beschönigend dar? Bei Wikipedia findet man zu Nichtigkeit von Verträgen folgende Aussage: “Der Begriff Nichtigkeit umfasst eine weitergehende, radikale Unterform der Unwirksamkeit. Hierunter fallen Rechtsakte, die von Anfang an keinerlei Rechtswirkung entfalten und bei denen eine Heilung meist nicht möglich ist.” Heißt das nicht auf den aktuellen Fall bezogen, dass es rechtlich gar keine Bauerlaubnisverträge gegeben hat? In der Ratssitzung vom 12.12.13 sagte der Bürgermeister, es handele sich nur um „Böschungsstreifen unterhalb der ehemaligen Freibad-Parkplätze“.  Verkäufe  seien noch nicht notariell abgewickelt. Daher kommt wahrscheinlich jetzt der Druck, kurzfristig eine Zustimmung des Rates zum Ankauf der Grundstücke zu bekommen. Ohne notariell beurkundete Verträge kann es an der Baustelle nicht weitergehen.

-       Wieso werden Preisverhandlungen über die Grundstücke erst jetzt aufgenommen? Wieso baut die Stadt auf privatem Grund? Wieso wird ein Haus abgerissen, wieso wird mit Bauarbeiten begonnen, obwohl Verkäufe noch nicht notariell abgewickelt sind? Dies ist erstaunlich, da sicher von Anfang an klar war, dass die für den Straßenbau benötigten Grundstücke in öffentliches Eigentum kommen müssen. Gab es dazu in den Bauerlaubnisverträgen (falls es die denn gab) keine Regelungen? Bevor ein privater Grundstückseigentümer den Bau einer öffentlichen Straße auf seinem Grundstück zulässt, muss doch eine Einigung über den späteren Kaufpreis vorhanden sein, oder?

-       Fallen in Sachen „Freibadgelände“ nicht auch noch Kosten in Höhe von ca. 530.000 € für die Ablösung des Erbpachtvertrages der Sorpesee GmbH und ca. 170.000 € für den Abriss des Freibads an?

-       Ist das „Zahlenspiel“ unter Punkt 4 der Vorlage nicht auch wieder aus Luftschlössern gebaut? Es weckt erneut den Eindruck, dass nur auf der Ausgabenseite für die Stadt mit belastbaren Daten gearbeitet wird. Die voraussichtlíchen Einnahmen der Stadt scheinen wenig sicher absehbar. Und auf dieser Grundlage soll das Kommunalparlament Entscheidungen fällen?

-       Was bedeutet denn der Satz in Punkt 5 der Vorlage: „ Die Investoren des Ferienparks haben sich verpflichtet, als freiwillige Leistung 1,– Euro pro Übernachtung zur Verfügung zu stellen“? Und im Folgenden: „…Da nunmehr entgegen der ursprünglichen Planung auch 125.000,– Euro direkt aus dem städt. Haushalt in diesen Touristiktopf fließen werden,…“. Heißt das jetzt, dass „die Holländer“, wenn überhaupt, freiwillig in den Touristiktopf bezahlen, die Stadt Sundern aber verpflichtend und die Holländer dann in dem Gremium sitzen, das über die Verwendung entscheidet? Bedeutet es außerdem, dass Privatpersonen über die Verwendung von Steuermitteln der Kommune entscheiden, das Kontrollgremium – also das gewählte Parlament – außen vor ist?

-       Eingeräumt wird nunmehr auch, dass dem Ferienparkinvestor schon durch Bürgermeister Wolf ein exklusives Planungsrecht auf dem Freibadgelände zugestanden wurde. Die Festsetzungen des gültigen, vom Stadtrat beschlossenen Bebauungsplanes scheinen für die Stadt von Anfang an keine Bedeutung gehabt zu haben. Die eingeräumte Option beinhaltet sogar das Recht über die Höhe des späteren Kaufpreises mitzubestimmen. Wenn der „Ferienparkinvestor“ hier Freizeitanlagen bauen möchte, bekommt er das Gelände günstiger, als wenn er dort Ferienhäuser baut. Warum verwertet die Stadt Sundern, auch angesichts ihrer Rekordverschuldung, das Gelände nicht zum Höchstgebot? Eine solche Planungsoption  müsste die Stadt im Wettbewerb vergeben und demjenigen den Zuschlag erteilen, auch für den Kauf des Geländes, der für die Stadt das wirtschaftlichste Angebot macht!

-       Zu Punkt 6 steht folgendes in der Vorlage: „Über die Preisfindung pro qm sollte dann bei vorliegender Planung entschieden werden, wobei die Planung als Freizeitfläche eine andere Preisgrundlage bieten muss als z.B. hochwertige Wohnbebauung.“ Was heißt hier Wohnbebauung? Ein Wohngebiet oder Ferienhäuser? Mit dem aktuellen Bebauungsplan ist ein

-        Wohngebiet doch ohnehin nicht zulässig, das Gelände muss der Freizeitnutzung dienen! Oder gibt es bereits andere Pläne?

-       Wieso ist als Eigentümer des Ferienparkgeländes nach wie vor E. v. Wrede angegeben?

Im Fazit der Vorlage steht: „Die vorgenannte Abwicklung der jeweiligen Problemstellungen hat für die Stadt Sundern den Vorteil, dass sie finanziell darstellbar ist und gleichzeitig alle geplanten Aktivitäten – insbesondere im Bereich des Regionale-Projektes – umgesetzt werden können…. Der Unterzeichner bittet daher darum, das vorgelegte Konzept entsprechend zu beschließen…“.
Wie gesagt: Aus dieser Vorlage werden die zusätzlichen Kosten (die es ja eigentlich gar nicht geben werde, wie der Bürgermeister immer wieder betont hat) nicht deutlich und die Hintergründe sowie die Risiken dieser dilettantischen Insolvenz werden mitnichten aufgeklärt. Die Ratsmitglieder zu bitten, dies in der Kürze zu beschließen, empfinden wir als Frechheit.