von S.H.

27.01.2018: Stellungnahme zu der SPD-Erklärung vom 06.01.2018 im Sauerlandkurier

Januar 27, 2018 in Allgemeines, Ferienpark von S.H.

Die SPD gab am 06.01.2018 im Sauerlandkurier eine Erklärung zum geplanten Ferienpark in Amecke mit folgendem Tenor ab:
“Ziel sei ein nachhaltiger Tourismus. Dabei sollen die Dimensionen des Ferienparks dem Charakter und der Maßstäblichkeit der angrenzenden Dorfstruktur entsprechen.
Der Ferienpark müsse sich zwingend in die vorhandenen Strukturen integrieren.”

Da zeugt es von wenig Sachverstand, wenn dieselbe SPD in 2009 einen Bebauungsplan mit auf den Weg gebracht hat,
der 220 Häuser mit bis zu fünf sichtbaren Geschossen
zulässt.
Zum Vergleich: Der benachbarte Hang am Ostufer des Vorbeckens ist mit ca. 100 Häusern und maximal drei sichtbaren Geschossen bebaut.

Mittlerweile scheint den verantwortlichen Politikern das Ausmaß des Bebauungsplanes bewusst zu werden. Da soll die jetzt so hoch beschworene „Gestaltungssatzung“ das Allheilmittel sein, um die „zwingende Voraussetzung, den Ferienpark in die vorhandenen Strukturen zu integrieren“, erreichen zu können.

Viele der Verantwortlichen verkennen aber hierbei, dass der wesentliche Punkt, also vor allem die Haushöhen an die vorhandenen Dorfstrukturen anzupassen, eben nicht mit einer Gestaltungssatzung zu regeln ist. Hierfür müsste zwingend der Bebauungsplan geändert, bzw. neu aufgestellt werden. Das scheint allerdings für den Rat keine Option zu sein, weil Regresse des „Investors“ befürchtet werden, obwohl ein deutschlandweit bekannter und renommierter Fachanwalt durchaus Handlungsspielraum für eine Änderung des Bebauungsplanes sieht, ohne dabei Regressansprüche fürchten zu müssen.

Wenn der Park in den jetzt erlaubten Dimensionen gebaut wird, ergeben sich aus Sicht der Bürgerinitiative drei mögliche Szenarien:

  1. Sehr gute Auslastung: in diesem Fall wäre das Dorf Amecke schlagartig und dauerhaft von 60 % – 70 % mehr Menschen bevölkert und das ohne Anpassung der Dorfinfrastruktur
  2. Keine gute Auslastung: hier wäre vermutlich ein  Preisverfall die Folge, die einen Billigtourismus mit entsprechendem Klientel generiert
  3. Der Betreiber zieht sich zu einem späteren Zeitpunkt wegen Unrentabilität aus dem Ferienpark zurück: 220 Häuser stehen leer oder werden nicht dem Zweck des Bebauungsplanes entsprechend genutzt. Ein Rückbau ist  ausgeschlossen.

Nachhaltig und unumkehrbar wird bei allen denkbaren Szenarien auf jeden Fall die Natur geschädigt sowie das Landschaftsbild und die dörfliche Struktur von Amecke zerstört.
Unmittelbar betroffen von dem Ferienpark sind rund 1.800 Amecker Bürger.

Die SPD ist zynisch, hier von Individualinteressen zu sprechen, die dem Gemeinwohl gegenüberstehen,

Noch scheint es juristisch möglich, den Bebauungsplan an die Wünsche anzupassen. Wenn diese Chance vertan wird, sind die Folgen unumkehrbar.

Wir fordern eine Reduzierung der Ferienanlage auf maximal ein Drittel der bisher ausgewiesenen Fläche.
Der Hang am Sorpesee-Hauptbecken wird generell aus dem Bebauungsplan herausgenommen und renaturiert.
Die Grenze der Bebaubarkeit verläuft zukünftig in der Verlängerung der Brücke zwischen Vor- und Hauptbecken.
In dem verbleibenden Baugebiet wird das Maß und der Umfang der baulichen Nutzung drastisch eingeschränkt, vergleichbar der Feriensiedlung “LiebesGrün” bei Schmallenberg.

 

von S.H.

15.11.2017 – BI Amecke 21 lehnt Teilnahme am Arbeitskreis “Ferienpark” ab

November 16, 2017 in Allgemeines, Ferienpark von S.H.

Folgender Beitrag wurde am 15.11.2017 auf der Seite Blickpunkt Arnsberg-Sundern  veröffentlicht:

Der Arbeitskreis hat (wie berichtet) die Bürgerinitiative „BI Amecke21 – für einen sanften Tourismus“ eingeladen, an der kommenden Sitzung teilzunehmen. Doch die Bürgerinitiative hat abgesagt, fordert statt „Hinterzimmerpolitik“ einen offenen Bürgerdialog.

Keine Befugnis, nicht alle Informationen

„Nach ausführlicher Beratung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass wir nicht an diesem Arbeitskreis teilnehmen möchten“, so BI-Sprecherin Susanne Müer. „Der Arbeitskreis ist kein offiziell bestellter Ausschuß mit keinerlei Befugnissen in Bezug auf relevante Entscheidungen. Zudem gehen wir davon aus, dass keinerlei Informationen aus dem nichtöffentlichen Teil zu Hilfe genommen werden  können, da in diesem Arbeitskreis Personen sind, die nicht im Rat vertreten sind und somit diese Daten nicht zur Anwendung kommen dürfen.“

Forderung: Überarbeitung des Bebauungsplans

Der Ist-Zustand am Vorbecken. (Foto: BI)

Die Bürgerinitiative würde es begrüßen, wenn, statt dieser Hinterzimmerpolitik, eine offener Bürgerdialog in Form einer Bürgerversammlung stattfinden würde, in der erst einmal in Erfahrung gebracht werden sollte, was die Bürger überhaupt möchten. Danach könnte evtl. ein vom Rat bestellter Ausschuß mit Personen, die bereits Hintergrundwissen und Zugang zu allen wichtigen Daten und Fakten haben, die ganze Sache auf- und überarbeiten. „Wir fordern ganz klar, dass der inzwischen sieben Jahre alte Bebauungsplan komplett überarbeitet und an die heutigen Bedürfnisse, Anforderungen und Wünsche angepasst wird“, so Müer. „Was wir in jedem Fall verhindern möchten, ist der lukrative Bau von Appartementhäusern im Eingangsbereich der Feriensiedlung.“ Mit ihrer Pressemitteilung hat die BI auch zwei Vorher-Nachher-Foto veröffentlicht, auf dem die möglichen Appartementhäusern per Bildbearbeitung dargestellt sind, „damit man überhaupt eine Vorstellung von den möglichen Dimensionen bekommt“.

Die im obigen Artikel erwähnten Vorher-Nachher-Bilder können in den  Bildergalerien – Sonstiges angesehen werden.

von S.H.

06.10.2016 – Anfrage an den Bürgermeister mit Antwort

November 22, 2016 in Allgemeines, Ferienpark von S.H.

Unsere Anfrage:

bei unserem letzten Treffen verabschiedeten Sie sich von uns mit den Worten: ” Bleiben Sie mit mir im Gespräch.” Das greifen wir hiermit auf.

Die Verträge mit den Investoren waren im August gemäß Ihrer Aussage noch nicht abschließend geprüft. Da Sie die Entscheidung Feriensiedlung ja oder nein nicht auf “die lange Bank” schieben möchten, gehen wir davon aus, dass auch die Vertragsprüfung inzwischen abgeschlossen ist. Wir bitten hiermit nun um Auskunft, was die rechtliche Prüfung ergeben hat. Insbesondere interessiert uns hier die Möglichkeit des Regressanspruchs seitens der “Investoren”.

Gibt es schon Vorstellungen, ob und ggf. wie der bestehende Bebauungsplan geändert werden soll?

Sie haben beim Wahlkampf verkündet, dass Sie mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mittel versuchen würden, den Park zu verhindern. Wie sehen Ihre Maßnahmen diesbezüglich aus?

Für Ihre schriftliche Stellungnahme bedanken wir uns im voraus.

Die Antwort des Bürgermeisters:

herzlichen Dank für Ihre Zuschrift.

Die Recherchen rund um die möglichen Investoren dauern an, so wie Sie es sicher auch aus den Medien entnehmen konnten.

Die Risikoanalyse können Sie im Ratsinformationssystem auf unserer Seite laden, dort sind mehrere Szenarien durchgespielt.

Ob der Ferienpark gebaut wird oder nicht wird im nächsten Jahr entschieden, wenn wir alle Informationen zusammen getragen haben, so dass eine entsprechende Entscheidungsvorlage dem Rat vorgelegt werden kann.

Ich denke dies wird Anfang des nächsten Jahres sein.

Mit freundlichen Grüßen

 Ralph Brodel

15.09.16 Wir kämpfen weiter…….

September 15, 2016 in Allgemeines, Ferienpark von Susanne Müer

Vor wenigen Tagen hat die Stadt Sundern eine sog. Risikoanalyse und eine Informationsvorlage zur geplanten Ferienparksiedlung in Amecke veröffentlicht. Nach Aussage von BM Brodel gab es kürzlich mit den Niederländern nach einer einjährigen Gesprächspause einen Austausch im Rathaus zu diesem Thema. Demnach hat der Feriensiedlungsbetreiber Roompot großes Interesse, die geplanten 220 Ferienhäuser in Amecke zu bauen. Es wird also ernst! In der Beratungsvorlage zur Sitzung am 15.09.16 heißt es: “Die Anlage, die aus nicht mehr als 220 Ferienhäusern bestehen und in einem Bauabschnitt errichtet werden soll, soll an 365 Tagen im Jahr betrieben werden. Nach Angaben der Fa. Roompot werden ca. 100 bis 150 Arbeitsplätze neu geschaffen. Der zu erwartende Umsatz liegt nach Angaben der Fa. Roompot bei ca. 6-7 Mio. Euro/Jahr. Seitens der der Fa. Roompot wird davon ausgegangen, dass die Anlage je zur Hälfte von holländischen und deutschen Urlaubern besucht wird. Laut Geschäftsmodell der Fa. Roompot werden die Häuser aufgrund des niederländischen Steuerrechts zunächst veräußert und dann für 15 Jahre zurückgemietet und dann an Besucher weiter vermietet. Der Eigentümer eines Hauses hat das Recht zur 3-wöchigen Nutzung/Jahr.
Die BI Amecke21 verfolgt vor diesem Hintergrund weiterhin das Ziel, die Feriensiedlung zu verhindern.

Parken an der Sorpe bleibt ein Thema

April 28, 2015 in Ferienpark von Susanne Müer

Leserbrief zum Artikel in der WR/WP vom 23.04.15
“Parken an der Sorpe bleibt ein Thema”
Schade, dass die Verwaltung immer noch mehr Wert auf die vermeintlichen Investoren legt, die eigentlich nur Grundstückshändler und Spekulanten sind, als auf die Bürger der Stadt Sundern, hier insbesondere die Bürger von Amecke. Warum muss das Ziel sein, etwas in Gang zu setzen, was auch dem „Investor“ nutze, aber zum Nachteil der Amecker Bürger ist?  Ein Großraumparkplatz, der unmittelbar an die Wohnbebauung am Roden angrenzt, belastet die Anwohner, die ja bereits mit nicht unerheblichen Lärmbelästigungen aufgrund der deutlichen Verkehrszunahme durch das Regionale-Projekt leben müssen, noch einmal zusätzlich.
Zur Erinnerung: Es ging bei allen Entscheidungen immer um das Großprojekt Ferienpark und Regionale. Ohne die Illusion Ferienpark hätte es die Regionale hier nicht gegeben.
Wir fordern erneut, dass die Interessen der Amecker Bürger vor die der „Investoren“ gestellt werden.

Stellungnahme der BI zur Sondersitzung des Rates am 9.12.14

Dezember 15, 2014 in Allgemeines, Ferienpark von Susanne Müer

Ermüdende Sitzung ohne Überzeugungskraft

Die Hoffnung stirbt zuletzt und so waren jetzt wieder einmal Mitglieder der BI Amecke 21 – für einen sanften Tourismus ins Rathaus gepilgert, um der Sondersitzung zum Thema Ferienpark beizuwohnen mit der Erwartung, dass diese Sitzung ein wenig Licht ins Dunkel bringen würde. Und wieder einmal wurden sie eines Besseren belehrt: Der Bürgermeister wird einfach nicht müde, die Angelegenheit schön zu reden oder sich zumindest immer wieder geschickt aus der Schusslinie zu nehmen. Auch nach Verlesung der 19 Seiten, auf denen die Chronologie des Ferienparks dargestellt wurde, gab es wieder mehr Fragen als Antworten. Das befand auch Michael Stechele (SPD). Es sei nichts „im stillen Kämmerlein“ geregelt worden, sagte Lins. Dass in solchen Momenten Teile der Politik nicht vor Wut schäumen, macht immer wieder stutzig. Nix Neues also, könnte man meinen. Stimmt nicht ganz: Neben einigen kritischen Stellungnahmen von Seiten der Politik gab es einen möglicherweise alles entscheidenden Satz vom FDP-Fraktionsvorsitzenden und stellvertretenden Bürgermeister Rüdiger Laufmöller, der sinngemäß sagte: Man solle doch einmal überlegen, ob das Projekt Ferienpark wirklich mit diesem Projektentwickler realisiert werden müsse. DAS IST ES, liebe Kommunalpolitiker! Wacht doch endlich auf! Werdet mutig! Werdet Euch endlich der Verantwortung für die kommenden Generationen bewusst! Ferienparks gibt es doch schon wie Sand am Meer, mit Freizeit-Infrastruktur nicht nur für die Gäste, auch für die Anwohner. Dieses „Amecker Wochenendhausprojekt für betuchte Geldgeber“ wird jedoch keinen Mehrwert bringen.
Ach ja, die Arbeitsplätze, heißt es jetzt. Und die Region wird aufgewertet. Aber wenn es keine Infrastruktur gibt, wo sollen denn da die Arbeitsplätze herkommen? Jobs für Nachtwächter vielleicht.
Wir jedenfalls bleiben bei der Meinung: Das Projekt passt nicht hierher! Der Urlauber der Zukunft sucht charmante Orte mit besonderem Flair. Keine Bettenburgen oder Retortenstädte. Und „Ferienparks“ von der Stange gibt es im Hochsauerlandkreis wahrlich genug.

von S.H.

Aus dem “Blickpunkt Arnsberg-Sundern” vom 14.11.2014 zur Ratssitzung vom 13.11.2014 bzgl. Ferienpark Amecke

November 19, 2014 in Ferienpark von S.H.

“>Der Sunderner Rat lehnte in seiner Sondersitzung mit Mehrheit ab, Bürgermeister Lins aufzufordern, sein Amt ruhen zu lassen. (Foto: oe)

Der Sunderner Rat muss vor Weihnachten noch Überstunden in Sachen Amecke machen. (Foto: oe)

Sundern. Eine war nicht lang genug für den Rückblick und die Aufarbeitung der zehnjährigen Geschichte des Projekts Ferienpark in Amecke, zumal die Politiker sich zunächst über zweieinhalb Stunden mit anderen Tagesordnungspunkten befassten. Um 21.10 Uhr brach Bürgermeister Detlef Lins den Punkt ab, der nun am 9. Dezember auf einer Sondersitzung zu Ende diskutiert werden soll, und nannte die bisherige Diskussion „sehr fruchtbar“.

Ratssitzung vor vier Jahren „in bleibender Erinnerung“

In einer 19-seitigen Vorlage hatte Lins Ratsbeschlüsse und Ausschussberatungen, Verhandlungen mit den Holländern und Grundstücksverträge, Verschiebungen im Zeitplan und andere Hiobsbotschaften aufgelistet. Ein Werk, das alle 40 Ratsmitglieder auf einen gemeinsamen Kenntnisstand setzen soll, denn nur zwölf Politiker haben die ganze Zeit seit 2004 im Rat miterlebt. Auch Lins selber war erst 2009 ins Amt des Bürgermeisters gewählt worden. Durch die ersten Jahre und die ersten sechs Seiten des Papiers ging es „im Schweinsgalopp“, wie es Siegfried Huff (Linke) nannte. Doch spätestens die Ratssitzung vom Dezember 2010 beschwor böse Erinnerungen herauf. In dieser Sitzung tauchte die ominöse „Forfaitierung“ als Finanzierungsmodell auf, in dieser Sitzung wurde die Gründung der inzwischen insolventen Sundern Projekt GmbH beschlossen und der Projektgesellschaft sab wurde auf 30 Jahre ein jährlicher Betriebskostenzuschuss von 200.000 Euro für ein neues Freibad zugesichert. SPD-Fraktionschef Michael Stechele sagte, es sei ihm in bleibender Erinnerung, wie sich seine Fraktion damals innerhalb von zwei Tagen habe entscheiden müssen und wie sie sich deshalb gefetzt habe. Die SPD habe schließlich Ja gesagt, um Verantwortung für Sunderns Zukunft zu übernehmen, konnte Chancen und Risiken aber nicht ausreichend abwägen.

 

Zu wenig Information und zu viel Zeitdruck

„Wir müssen uns sorgfältiger informieren und sollten uns nie wieder so unter Zeitdruck setzen lassen,“ zog Stechele sein Fazit. Aus heutiger Sicht könne er da vollkommen zustimmen, sagte Detlef Lins. Mit den Erfahrungen aus dem ganzen Klumpatsch würde auch er das „nicht noch mal so durchpeitschen“. Klaus Tölle (CDU) sagte, er wolle den Bürgermeister nicht allein stehen lassen. Auch die CDU-Fraktion habe zugestimmt. „Wir haben alle das Projekt als Riesenchance gesehen.“ Tölle sprach Antonius Becker von den Grünen Glückwünsche für dessen damalige Entscheidung aus. Becker hatte darauf hingewiesen, dass die protokollierten vier Gegenstimmen 2010 von seiner Partei gekommen seien. Keine Probleme mit dem eigenen Stimmverhalten der vergangenen Jahre hat die WiSu, denn die sitzt ja erst seit Mai im Rat. WiSu-Fraktionschef Hans Klein stellte klar, dass es ihm nicht darum gehe, Ratskollegen für frühere Entscheidungen Schuld zuzuweisen, sondern Lehren zu ziehen, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Einen Absprung hatte niemand auf dem Schirm

“>Blick über das Amecker Vorbecken auf das Areal von Ferienpark und Regionale-Projekt. (Foto: oe)

Blick über das Amecker Vorbecken auf das Areal von Ferienpark und Regionale-Projekt. (Foto: oe)

Aus der WiSu-Fraktion kam auch die Frage, ob denn im Rat nie über einen Absprung diskutiert worden sei. „Das hatten wir nicht auf dem Schirm“, antwortete Lins. Vielmehr sei man nach dem Absprung des ersten Investors seitens der Stadt richtig durchgestartet. Mehrfach schwenkte die Diskussion in Richtung der Geschäftsmodelle der Niederländer. das bringe hier nichts, sagte Lins, denn man habe nur diese einen Investoren, denen gehöre alles und mit denen müsse man die Lösung finden. Und Lins zeigte sich zuversichtlich, dass das auch gelingen werde. „Die sind da und werden einen Ferienpark bauen, Wir müssen nur noch abstimmen, wie der Eingangsbereich aussieht,“ sagte Lins. Antonius Becker zeigte sich da skeptischer: „Es gibt eine ganze Reihe von Leuten, die nicht sicher sind, ob das kommt, ob die das finanziell auf die Reihe kriegen.“

Unruhe und Müdigkeitserscheinungen

Hans Klein hatte schon gleich zu Beginn der Sitzung den Antrag gestellt, das Thema Ferienpark wegen seines Umfangs abzusetzen und auf eine Sondersitzung zu vertagen. Es wurde allerdings beschlossen, auch wegen der Zuschauer aus Amecke im Ratssaal, mit dem Thema auf jeden Fall zu beginnen. Als es kurz nach 8 Uhr endlich los ging, wurde allerdings 9 Uhr als Ende festgelegt. Im Saal zeigten sich allerdings zunehmend Unruhe und Müdigkeitserscheinungen, auf die CDU-Fraktionschef Stefan Lange „mit absolutem Unverständnis“ reagierte. Schließlich sei das eine sehr wichtige Diskussion und alle hätten vorher gewusst, dass die Generaldebatte anstehe. Mit dem Abbruch der Debatte nach über dreieinhalb Stunden Sitzung ohne Pause blieben an diesem Abend auch die 30 Fragen unbeantwortet, die die Bürgerinitiative Amecke 21 schriftlich an den Bürgermeister gestellt hat. Auch die WiSu hatte vorab Fragen eingereicht. Detlef Lins hat zugesichert, auf alle Fragen zu antworten. Vermutlich wird auch die Sondersitzung ein langer Abend.

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2 Kommentare

  1. Das steht bereits jetzt fest:..alle Leistungen zur Entwicklung dieses Ferienparkes in Amecke wurden bisher direkt oder indirekt durch die Stadt Sundern erbracht…..z.B. Erstellung eines Bebauungsplanes einschließlich erforderlicher Gutachten, Schaffung eines attraktiven Umfeldes (durch die Baumaßnahmen der Regionale)… Verschwenkung der Strasse zur Herstellung der notwendigen Abbiegespur , Beteidigung beim Abbruch des Ruhrverbandsgebäudes…….. rechtswidrige Förderung des Verkaufs des Parklatzes am ehemaligen Wildparkhotel ( angeblich unbedingt erforderlich als Eingangsbereich des Parkes) ….. weil dieser seit Jahrzehnten bestehende Parkplatz verkauft wurde, muß die Stadt jetzt auf eigene Rechnung für mehrere hundertausend Euro neue Parkplätze an weniger geeigneten Stellen bauen…..Die Liste läßt sich weiter fortführen———–eine Garantie oder Verpfichtung zur Erstellung eines Ferienparkes und der dazu notwendigen Freizeitinfrastruktur gibt es nicht…..

  2. Hermann-J. Jürgensmeier

    Es bestätigt sich wieder, was ich in „Paradoxon oder Krimi“ auf der Seite http://www.amecke21.de veröffentlichte:
    „Was einfach nicht aufhören will maßlos zu ärgern, ist die Indifferenz der Verantwortlichen, ihre fehlende Vorstellungskraft, ihre völlig unverständliche, geradezu depressiv wirkende Hingabe an
    das scheinbar unabänderliche Verlangen der am Gemeinwohl komplett desinteressierten Profiteure. Das ist der eigentliche Skandal!“
    Der Bürgermeister nannte die Diskussion am Donnerstag aber „sehr fruchtbar“ (ich bin nicht Schuld, meint er damit), „bin selber erst 2009 ins Amt gewählt“ (man kann mich ruhig wiederwählen!), „wir müssen nur noch abstimmen, wie der Eingangsbereich aussieht“ (ein appellativer Vorgang, ich habe nämlich dem Wim als Task Force noch was versprochen, Politiker setzt das gefälligst um!), deshalb, „mit denen müsse man die Lösung finden“ (wir sind denen ausgeliefert!) ………..!
    Es wurde aktuell in der Tageszeitung ein Bild des geplanten Ferienparks von Prof. Reichardt aus dem Jahre 2004 gezeigt. Diese erste Planung zeigt aber nur sehr deutlich, wie die Stadt bar jeder Vernunft den Albtraum wuchern ließ und sich vielfach über den Tisch hat ziehen lassen.
    Diese erste Planung, diese anfängliche Vorstellung mit einer Vielzahl von positiven Ansatzpunkten hat aber nichts mehr mit dem heute schon in Planform gegossenen Projekt zu tun, erst recht nichts mit der weiter geplanten Verschärfung im Eingangsbereich.
    Hier in der Sitzung wurden dann auch wieder nur die zahlreichen havarierten Nebenschauplätze, die von Herrn Klein angesprochenen Punkte, die allerdings sicherlich noch um so manche zu ergänzen wären, angesprochen. Diese Punkte allein sollten die Verwaltung eigentlich schon im Einzelnen zur politischen Leisetreterei ermahnen, – aber ich fasse es nicht: Die eigentliche, vollkommen irrsinnige Planung selbst, wird immer noch komplett desorientiert und vollkommen verantwortungslos als Chance dargestellt!
    Leute: Das war und ist ein geschickt nach Investorenkalkül gesteuertes „Kollektivversagen“!
    Der heutige Bebauungsplan sagt genau das, was Michael Stechele zum ganzen Vorgang sagte. Die dazu geheuchelte Empörung ist lächerlich, hier muss sich niemand für eine richtige Benennung entschuldigen, Chancen und Risiken sind bis heute nicht abgewogen worden!
    Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung:
    Ich bitte die Verantwortlichen alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Planung endlich „pro Sundern, pro Amecke“ zu korrigieren. Es geht nicht so weiter! Anstatt dem Investor auf Wunsch des Bürgermeisters weiter auf Kosten des Steuerzahlers „paketweise“ zu bedienen, senkt besser die Kindergartenbeiträge und macht euch Gedanken über echtes Marketing! Und dazu gehört unbedingt das hier bei den verantwortlichen Fachleuten vollkommen unbekannte Landschaftsmarketing!
    Damit diese Projekt überhaupt noch zur echten Chance pro Sundern reifen kann, müssen echte Fachleute ans Werk, muss zwingend zurückgerudert werden! Der Schaden für die Stadt, der ganz im Gegenteil dazu besonders in den letzten Jahren ganz beachtlich an Reife gewinnen konnte, liegt nun für alle Entscheidungsträger offen, ist klar absehbar und darf nicht weiter so gewissenlos ignoriert werden!

    Hermann-J. Jürgensmeier

Offener Brief an den BM vom 5.11.14

November 6, 2014 in Allgemeines, Ferienpark von Susanne Müer

Bürgermeister Detlef Lins
Stadtverwaltung Sundern
Rathausplatz 1
59846 Sundern

Amecke, 05.11.2014

Sehr geehrter Herr Lins,
vergeblich warten wir seit geraumer Zeit auf die von Ihnen angekündigte Sondersitzung
zum Thema „Ferienpark Amecke“. Wieder einmal haben sich viele Fragen angestaut, die
wir in diesem offenen Brief an Sie richten mit der Bitte, sie in der Ratssitzung am
13.November und zusätzlich schriftlich zu beantworten.
1. Gibt es einen Pacht-/Mietvertrag für die Parkplatzfläche unterhalb des ehemaligen
Freibades, am ehemaligen Hotel „Wildpark“?
2. Was zahlt die Stadt für die Parkplätze an wen?
3. Wann werden das ehemalige Hotel „Wildpark“ und das Gebäude des Tennisclubs
abgerissen?
4. Bekam oder bekommt der Tennisclub Amecke, wie im Vorfeld versprochen, Ersatz für
den Verlust des Platzes? Und falls „ja“, wo?
5. Wann erfolgen die Zahlungen der Stadt an die ehemalige Besitzerin des Parkplatzes?
6. Was geschieht mit den Flächen rund um das ehemalige Freibadgelände?
7. Sind die 7, 50 €/m2 endgültig passé?
8. Gibt es die 1 Euro Abgabe auch in Zukunft?
9. Sind die bisher genannten Partner nach wie vor am Projekt beteiligt (Stepinvest,
Dormio)?
10. Gibt es neue andere Beteiligte?
11. Ist eine Bebauungsplanänderung aus Sicht der Investoren erforderlich?
12. Wird seitens der Stadt eine Bebauungsplanänderung für erforderlich gehalten?
13. Was haben Sie in den vergangen Monaten mit den Niederländern besprochen?
14. Warum drang davon bisher nichts an die Öffentlichkeit, obwohl Sie wiederholte Male
mehr Transparenz versprochen haben?
15. Wer hat den Auftrag zum Mulchen der abgeholzten Flächen erteilt?
16. Welche Firma hat die Arbeiten ausgeführt?
17. Wer hat die Arbeiten bezahlt?
18. Was bedeutet das Mulchen vor dem Hintergrund der von Ihnen geführten Gespräche
mit den niederländischen Geschäftspartnern?
Zur Vermessung von Grundstücken: Einer Presseinformation war zu entnehmen, man
“arbeite am endgültigen Aussehen des Areals”.
19. Bedarf es keiner Bebauungsplanänderung? Was genau wurde getan?
Nach unseren Informationen erwartet die Stadtmarketing GmbH 100 000€.
20. Welche Aufgaben hat das Stadtmarketing von der Projekt GmbH übernommen?
21. Welche Konzepte, Hilfeleistungen bei Planungen oder Behördenterminen hat das
Stadtmarketing erbracht?
Wir fordern eine genaue Auflistung und Beschreibung aller Dienstleistungen.
22. Wann wurde beauftragt?
23. Wer hat beauftragt?
24. Was wurde beauftragt?
25. Welche Zahlungen wurden beauftragt?
26. Wer zahlt denn nun die angekündigten 100 000€?
Die Projekt GmbH ist in Konkurs gegangen. Von dort ist wohl kaum eine Zahlung zu
erwarten.
27. Gibt es einen Rechtsnachfolger dieser GmbH?
28. Wer ist das und übernimmt derjenige die ausstehenden Verbindlichkeiten?
29. Wer ist der Geschäftsführer der Sorpesee Projekten BV?
30. Welche Aufgabe übernimmt diese Gesellschaft?
Da nunmehr schon wieder einige Monate seit der Bürgerversammlung im Februar hier in
Amecke vergangen sind, und auch die damals in einem, von Ihnen während einer
Ratssitzung verlesenen, Brief des Investors gemachten Ankündigungen nicht eingetreten
sind, halten wir es für notwendig diese Fragen zu beantworten.
Wir erwarten, nach den vielen falschen, Gott sei Dank nie eingetretenen Ankündigungen
der Vergangenheit endlich die versprochene Transparenz im Zusammenhang mit der
Ferienhaussiedlung.

Mit freundlichem Gruß
BI Amecke 21 – für einen sanften Tourismus

Paradoxon oder Krimi?

Oktober 26, 2014 in Allgemeines, Ferienpark von Marion Neiteler

Gastkommentar von Hermann-Josef Jürgensmeier

“Wir lernen aus Erfahrung, dass die Menschen nichts aus Erfahrung lernen.”

George Bernard Shaw

Eine projektorientierte, ganz persönliche Auseinandersetzung als Abhandlung, in dessen Mittelpunkt eine interdisziplinäre Betrachtung der gesellschaftlichen Phänomene zum Planungsprozess “Ferienhausgebiet Amecke” steht.
Ein Essay als Anregung zum Dialog, als Aufforderung zum offenen Protest.

Die Stadt Sundern tut gut daran, im Sinne einer Mehrmarkenstrategie auch den Tourismus als Standbein, analog der anderen wirtschaftlich tragenden Säulen und angemessen der großen, aber z.T. noch brachliegenden Potentiale, weiter auszubauen. Auch im Hinblick auf den sich vollziehenden gesellschaftlichen Wandel, der aufgrund neuer Gewohnheiten zunehmend massive Auswirkung auf den Einzelhandel haben wird, kann dies einen wichtigen, nicht zu unterschätzenden Ausgleich bieten.
Das Stadtmarketing der Flächengemeinde Sundern in landschaftlich hervorragender und reizvoller Lage mit vielen einzigartigen Landmarken, wie dem Sorpesee, der naturräumlichen Einheit um das alte Testament oder dem Areal um Wildewiese, um nur einige zu nennen, muss daher regional und lokal die reichlich vorhandenen Chancen nutzen, optimieren und sich gezielt einen Schwerpunkt im Segment Landschaftsmarketing erarbeiten. Was ist darunter zu verstehen?
Hier einige Auszüge zur Begriffsbestimmung, zur Erläuterung:

“Landschaftsmarketing ist  die gezielte Profilierung, Inwertsetzung und Nutzung lokaler Natur- und Kulturressourcen mit Hilfe sanfter touristischer Erlebnisangebote; Landschaftsmarketing schafft einen Zugang zum besonderen Charakter einer Gegend, weckt Bewusstsein für lokale Belange und sensibilisiert für einen sorgsamen, respektvollen Umgang mit Natur und Kultur, Landschaft und Tradition; Landschaftsmarketing verknüpft ökologische und ökonomische Wertschöpfung im Tourismusmarkt der Zukunft und ist ein effizientes Instrument, eine Win-Win-Situation zwischen Naturschutz und Tourismus herzustellen.
Landschaftsmarketing baut auf das Bedürfnis des Menschen nach Naturerlebnis auf. Durch dieses Marketing wird die Landschaft interpretiert, die Alleinstellungsmerkmale einer Region herausgestellt und diese konsequent beworben. Die Landschaft wird so zum Kapital, das erhalten werden muss. Umweltbildung ist dabei ein wesentlicher Baustein des Landschaftsmarketings. Häufig müssen Augen und Ohren erst geöffnet werden, der Blick erst auf das Besondere gelenkt werden. Hier können Module der zuvor erwähnten Landschaftsinterpretation ein Erfolgsfaktor sowohl für die Besucher-gewinnung als auch für die Umweltbildung und das Regionalbewusstsein sein.
Dies setzt jedoch voraus, dass die Angebote unter Berücksichtigung bestimmter Qualitätskriterien konzipiert und umgesetzt werden. Angebote, die diese Qualitätskriterien nicht berücksichtigen, lassen unzufriedene Besucher zurück und schaden somit letztendlich der gesamten Idee, während gut gemachte Angebote meist auf eine sehr positive Besucherresonanz stoßen, die sich dann für den jeweiligen Zielort auch finanziell auszahlen.
Aus touristischen Gästebefragungen ist längst bekannt, dass Natur und Landschaft unter den Reisemotiven ganz oben rangieren, insbesondere auch im Deutschlandtourismus. Im Umkehrschluss bedeutet das fraglos: Natur- und Kulturlandschaften sind tourismuswirtschaftliches Kapital. Doch sie benötigen eine Inwertsetzung, die der Ermittlung besonderer Schätze bis zum Marketing reicht.
Nur wenn Landschaftserlebnis und Geopotenzial spannend inszeniert werden, selbstverständlich ohne dabei den Naturschutz und die Landschaftspflege zu vernachlässigen, stärken Kulturlandschaften effizient die Tourismuswirtschaft.”

Es sollte nicht Intention dieses Schreiben sein, die eklatanten Versäumnisse in Form einer Streitschrift anprangernd vorzutragen, aber das Thema ist nun einmal das private Ferienhausgebiet in Amecke und dieses ist mit all seinen bedauerlichen Begleiterscheinungen und schmerzhaften Nebenwirkungen weiterhin brandaktueller Gegenstand der öffentlichen Diskussion.

Ich habe einleitend als Prolog Anhaltspunkte einer Definition für ein für Sundern passendes Spezialmarketing angeführt. Hier wird eine erfolgversprechende, wissenschaftlich empfohlene Systematik angeschnitten, um gerade einer Stadt wie Sundern das Werkzeug für eine zukunftsweisende Gestaltung zu geben.

Aber hin zum touristischen Hauptprojekt der Stadt, dem Ferienhausgebiet am Sorpesee. Hier hat eine differenzierte Grundlagenermittlung und Analyse der reichlich vorhandenen Potentiale für ein integriertes, sanftes und damit erfolgreiches Tourismusprojekt als spezielles Marketing zum Aufbau einer Brandingmarke “pro Sundern”, leider nicht stattgefunden. Marketing für die Stadt hat mit der Planung dieses Gebiets in Amecke, wie aus dem Prolog erkennbar, nichts zu tun. Eine nur oberflächliche Grundlagenermittlung und eine winzige Prise gesunder Menschenverstand hätten gereicht, die Natur und Landschaft in vielen Bereichen der Stadt als “das Besondere” zu determinieren, als die natürliche Mitgift Sunderns herauszuarbeiten. Diese nun betroffene “Landmarke Bereich Sorpesee” ist dabei unbedingt zum “Tafelsilber” der natürlichen Aussteuer, dem Kapital der Stadt zuzuordnen. Wie bereits angeklungen: Eine  Grundlagenermittlung kann aber, aufgrund des nun in Planform gegossenen Ergebnisses niemals stattgefunden haben!

Folglich kann dieses, nicht nur im Ansatz schon falsch und nicht ausreichend überdachte, aber schon heute als Satzung festgeschriebene Projekt Ferien-haussiedlung keinen nennenswerten positiven Beitrag zu dem anfänglich angerissenen Kriterienkatalog einer zukunftsweisenden Planung leisten.

Diese planerisch gefasste Investoren-Vision eines komplett separierten und privatisierten Tourismus-Projekts ist lediglich dazu geeignet, Landschaftspotenziale und gewachsene Dorfstrukturen negativ zu verändern, ja sie sogar nachhaltig zu zerstören.

Frage: Ist die Umsetzung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans A 26 dann in seiner Gegensätzlichkeit die pure Antithese zu einer Inwertsetzung und damit eine gespenstisch drohende bauliche Zombifizierung der eigentlichen Ziele der erwähnten Win-Win-Situation? Aber ja, denn real ist die heutige Situation, in welcher der “partnerschaftlich agierende Investor”, seine eigene Bekundung zu seinem Wunschimage widerlegend, eine Doppelsieg-Strategie, ohne auch nur einen Hauch von Interessenausgleich mit den Belangen der betroffenen Öffentlichkeit fahren
konnte und auch schon angekündigt weiter so fahren wird! Das war und ist tatsächlich der Ausverkauf, ein Verschleudern von städtischem Tafelsilber! Auch wenn der Bürgermeister das abstreitet, es ist nicht zu leugnen, es stimmt!

Die vom Investor vielzitierte und hochgepriesene “Partnerschaft” sollte eigentlich auch anders gehen! Aber das ist wie in manchen Lebensgemeinschaften: Bei einigen Paaren
klappt es vorzüglich mit der Rollenverteilung Unterwürfigkeit und Dominanz. Da kann bei dem Einen die Leidensfähigkeit schon in Genuss übergehen, warum soll der Andere da nicht weiter Treue schwören, wenn` s gefällt? Kommt doch auch seinem Fetisch entgegen, lohnt sich doch, zahlt sich aus! Da ist es bis zur Zerrüttung noch lange hin. Wenn man es so sieht, hat das was von einer Win-Win-Situation! Aber in dieser Peepshow gibt es keine Lust am betrachten, die Leidensfähigkeit ist, wenn man nicht selbst ein Fetischist ist, begrenzt. Für den Bürger, der kein
Freak ist, ist es bestürzend, ein fortwährender, nicht aufhören wollender Schrecken. Ich beobachte aufmerksam, bin aber kein Voyeur. Ich empfehle die Scheidung!

Noch eine Frage: Wie konnte das passieren und was waren und sind in diesem demnächst real gebauten Desaster eigentlich die Ziele von Verwaltung und Politik?
Etwa das, was wirklich entstehen wird: Bauen als Bild einer hässlichen Verwirtschaftlichung von Einzelinteressen, eine grausig zu Stein gewordene Gewinnabsicht?!

Und noch eine Frage: Wie konnte so etwas überhaupt von der Verwaltung mit erarbeitet, vorgestellt und dann sogar von der Politik bis zum Satzungsbeschluss durchgewunken werden?
Hier wird doch eindeutig klar, welcher Wunsch, ja welche Gier die gesamte Dorfstruktur demnächst überlagert und welche handfesten kommerziellen Interessen auch die Landschaft durch Größe, Form und monotone Ausprägung des Projektes zerstören werden.

Der Intention zur vorliegenden städtebaulichen Planung und auch dem architektonischen Versprechen des Investors – beides ist eher als Drohung zu werten – werden wir nach der Realisierung deutlich ansehen können, wozu sie lediglich dienen und taugen. Auf jeden Fall ist diese kontraproduktive Planung und Bauabsicht ein Paradebeispiel für einen groben, zu Papier gebrachten Handlungsfehler und exakt das Gegenteil von modernen Dorferneuerungsbestrebungen im Rahmen eines umfassenden Stadtmarketings im vorangestellten, nachhaltigen Sinne.

Was passiert ist, was für Wim gemacht wurde: Anstatt die Dorfgemeinschaft mit einer Planung zu unterstützen, in der Funktionsüberlagerungen für mehr Leben und somit Attraktivität sorgen
sollen, wird hier in bedrohlichem Ausmaß durch die Immobilienentwickler mittels einer alles überstrahlenden Segregation, in einer geradezu kuriosen Rückprojektion im Sinne einer längst überlebten Planungsstrategie vergangener Zeiten, profitmaximierter Siedlungshorror manifestiert. Dem “lebendigen Dorf Amecke mit Zukunft”, einer gewachsenen Gemeinschaft
im Nutzungsmix von Arbeiten, Wohnen, Konsum, Produktion und Freizeit, von ständiger Verdichtung, Überlagerung und Überschreibung unterschiedlicher Tätigkeiten geprägt, als natürlicher Kompressionsort unterschiedlicher Lebensentwürfe schon immer hervorragend geeignet, wird mit “fachlicher Unterstützung” aus der eigenen Verwaltung nicht zu-, sondern gegengearbeitet.
Ein totes Dorf demnächst, per Satzungsbeschluss. Auseinandersortiert in festgeschriebener, überfrachtender Monofunktionalität, einhergehend mit dem Verlust an Lebensqualität.
Anders ausgedrückt: eine trostlose Freizeitmaschine als Struktur killender Tumor, gesellschaftspolitisch extrem fragwürdig und unsozial.

Dieses Vorhaben wird, nicht nur räumlich gesehen, schon jetzt eine ganz große, sauber-steril-monotone, eine komplett isolierte, rein additive Funktionszuschreibung für das Dorf:
Mindestens 220 (zweihundertzwanzig!) Gebäude als mehrgeschossige Ferienhäuser konzipierte Bauten (bisher!). Dazu eine vergleichende Rechnung:

  • Das bestehende Dorf hat heute lt. Wikipedia 1786 Einwohner. Bei dem demographischen Wandel bald weniger. Sagen wir aber Amecke ist vital und pendelt sich optimistisch
    bei 1760 Einwohner ein.
  • Das isolierte Ferienhausgebiet in Zahlen, nett zusammengerechnet mit robuster, belastbarer Prognose im unteren Annahmesegment: In jedem Ferienhaus der Holländer können bei
    der Zweigeschossigkeit zwei Parteien mit jeweils 4 Personen Ferien machen, bedeutet nach Adam Riese 220 Häuser x 2 Wohnungen x 4 Personen summa summarum 1760 isolierte Feriengäste!

Das ist sozioexperimenteller Surrealismus in evakuierter Form mit einem garantierten Null-Potential für positive Beiträge zu den eigentlich anzustrebenden Entwicklungsmöglichkeiten der sozialen Dynamik des Dorflebens!

Woanders klappt es doch auch, meinen Sie?! In New York gibt` s doch Chinatown und Little Italy! Ist doch schön! Ja, stimmt! Wenn die Stadt New York ebenso “erfolgreich” sein möchte wie Sundern, dann müsste die zu Amecke in Relation gebrachte holländische Exklave dort rund gerechnet sieben mal so groß sein wie die Flächengemeinde Sundern, das entspricht über 70% des gesamten Hochsauerlandkreises! Hier ständen dann für 8,2 Millionen Holländern permanent Übernachtungsmöglichkeiten bereit, exakt wissenschaftlich vergleichbar, wie in Amecke!
Ranga Yogeshwar könnte Ihnen erklären, dass hier bei exakt gleichem Verschandlungskoeffizienten jeder Holländer, vom Baby bis zum Greis, das halbe Jahr Urlaub machen müsste, um diese Kapazität auszulasten! Rechnen Sie mal nach! Da käme zum Big Apple noch Big “Oranje” Pumpkin dazu! Nix Little! Maßlosigkeit in Relation gebracht, absolut vergleichbar! Der “Sorpesee” dort entspräche dann in Relation fast der Hälfte der Landfläche des Königreichs der Niederlande, also halb Holland!

Amecke: 1760 zu 1760, zumindest diese eine Äquivalenz der Zahlen gibt es dann wohl doch! Nur sieht man dem alten Dorf noch Leben an, während die gewinnmaximierende Effizienz im Planinhalt der “Dorferweiterung unserer holländischen Partner” in der Gestalt ausgeprägt ist, dass diese Kopfgeburt an einen überdimensionierten Friedhof als letzte Deponie mir herrlich geschwungenen Reihengräbern erinnert.

Ganz schön pietätloser, ein geradezu respektloser Vergleich! Doch er passt! Und da liegt doch noch keiner, in diesem 30 ha Reihengrab-Bestattungsplan-Areal! Ich liefere sogar den Werbeslogan: Hier liegen Sie gut! Hier liegen Sie richtig! Und: Bei den vielen dunklen Geheimnissen um diesen Vorgang, liegen die Leichen nach einem sinnigen, alten Spruch bekanntlich auch im Keller!

In seiner zu erwartenden Ausführung kommt das Projekt auf jeden Fall einem Fremdkörper oder besser gesagt einem riesigen, deplazierten Raumschiff gleich, dessen Logik es ist, das Außen als lebensfeindliche Zone zu definieren – und genauso kommt das Vorhaben auch daher! Mich würde ein umschließender, hoher, undurchlässiger Zaun mit Schranke, ähnelnd einem hermetisch abgesicherten Hochsicherheitstrakt, mit Quarantäneschleuse und einer Zugangskontrolle für lebende, gesunde, garantiert nicht feindlich gesonnene, aber nur zeitlich geduldete Ferienasylanten aus den fremden Niederlanden, zur Vervollständigung und Plausibilität dieses heute vorliegenden Planungskonzeptes nicht mehr sonderlich wundern. Ich neige zu vehementer Forderung nach Inklusion, auch für Holländer! Ja, Zeichen setzen gegen Ausgrenzung. Inklusion, auch auf kurvenreichen Strecken, selbst mit Wohnwagen, aber ganz sicher und durchaus ernst gemeint hier in Amecke!

Alle sagen, die Zukunft wird bunter und gemischter! Kennen Sie die Logos zum Thema? Exklusion, Separation, Integration und Inklusion? Googlen sie mal, schauen sie genau hin. Das kann als Modell gelten, da kann der Stadtplaner und Dorfentwickler für Amecke ganz schnell dazulernen! Wim interessiert das nicht!

Warum wurde hier eigentlich genau so geplant, als ob im Paragraphenjungle der neununddreißigsten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes das zu bfürchtende Klackern von 3520 Holzschuhen oder gleich vieler, allmorgendlich pikant emittierender Käsescheiben für einheimische Bewohner als nicht verträglich eingestuft und Vorgaben zu Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen als staatlicher Zwang, unter Strafandrohung verpflichtend einzuhalten wären. So streng, drastisch und unerbittlich einzuhalten, dass als Fazit hieraus in den Planungsbestrebungen alternativlos nur genau so eine groteske, abgekapselte Satellitensiedlung zu realisieren war? Oder musste dieses gesellschaftspolitische, städtebauliche, landschaftsplanerische, ökologische, ästhetische, als auch soziologische und soziale Kuriosum etwa doch nur eine effiziente Gelddruckmaschine für einen Privatinvestor werden?

Hier wird bisher noch nicht einmal beschwichtigend versucht, unterhaltsam, erhebend ästhetisch zu veredeln, kosmetische Eingriffe würden auch gar nichts nutzen. Hier wird Klartext geschrieben: Das ist ein umfassender, interdisziplinärer Totalschaden. Hier wird mit einem in vielfacher Hinsicht monumental absurden Auftritt ein zerstörender Irrweg begangen. Das alles für einen beeindruckenden Einschnitt in das Landschaftsbild als zynische Geste und weithin sichtbares Signum für Arroganz, Macht und Unvermögen!

Ich meine, es wird ein Mahnmal! Der Bürgermeister und der Technische Beigeordnete werden auch sicherlich feierlich mit Wim den ersten Spaten versenken.
Passende Termine dafür wären Helloween (im Undertaker-Kostüm!), Totensonntag, Allerheiligen, oder der Koningsdag am 27. April im Jahre 20XX. Traditionell besuchte Beatrix früher am Koninginnedag einen Ort im Lande. Nun übernimmt Wilhelm-Alexander den Job, vielleicht kommt er ja in die Amecker Exklave.

Ja, aber da gab es doch eine Bürgerbeteiligung: “Es soll sich hinterher bitte keiner beschweren, wenn einem das Ergebnis nicht gefällt!” Das haben Sie sicher schon mal gehört oder gelesen!
Prophylaktisch wird, die “Fachleute” sich selbst entlastend, die Verantwortung schon jetzt abgeschoben: der Souverän wird Schuld sein. Seine Vertreter haben das Dilemma ja auch mehrheitlich beschlossen, dann kann der Bürger auch die Konsequenzen dieser geist- und verantwortungslosen Planung tragen!

Genau zu diesem Thema sei noch unbedingt gesagt: Es ist geradezu eine Schande, ein Unding und zugleich der perfide Ausdruck einer überheblichen Geringschätzung der Betroffenen, genau diesem Bürger eine solche Planung überhaupt vorzustellen. Es ist originäre Aufgabe dieser “Verwaltungsfachleute”, so etwas zu verhindern, schon im Keim zu ersticken! Wer solche, in Pläne gegossene Investorenallmachtsfantasien als vermeintlich fachlich qualifizierte Person, mit sich mir nicht erschließen wollender Motivation, bis in die Entscheidungsprozesse kommen lässt, hat bereits kläglich versagt und der Stadt schon allein dadurch Schaden zugefügt! Und dann sollen die betroffenen Laien in einem gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren eben diesen selben, seltsam motivierten, vermeintlich qualifizierten Fachprofis gegenübersitzend, in die politischen Entscheidungsprozesse angemessen gewichtet involviert werden? So involviert, dass Bedenken und Anregungen ernst genommen, fair abgewogen und eingearbeitet, anstatt lupenrein nach Investorenkalkül abgebügelt zu werden!
Hier wurde deutlich, der von “glaubwürdigen, bürgernahen und kompetenten Kräften” als rettender und heilsbringender Prophet eingestufte Investor, sollte im Verfahren auf keinen Fall verärgert werden. Der ist ja auch einfach zu keinem noch so kleinem gewinnschmälernden Kompromiss bereit und gegenüber seinen total überzeugenden städtischen Partnern in Verhandlungen sowieso schrecklich leidenschaftslos stur und hartnäckig – was soll man da auch machen?

Bürgerbeteiligung war, ist und bleibt ganz sicher in Amecke ein geradezu arroganter, anmaßender und selbstgefälliger Akt der Ruhigstellung, ein rein dekorativer Partizipationismus!

Es scheint aber auch dem fehlenden Bewusstsein für gesellschaftliche Belange, dem ausschweifend, überbordenden Unwissen und vielleicht auch der fehlenden Sensibilität, dem Charakter der agierenden Personen geschuldet! Mit diesem traurigen Projekt soll dann auch noch florierendes Marketing, eine unglaubliche tolle Vision einer Zukunftsperspektive in einer wirtschaftlich oranjefarben-blühenden Landschaft suggeriert werden!

Oder ziehen diese Marionetten doch nur einseitig, aber wunschgemäß “partnerschaftlich”, am Strang des holländischen Messias? Zweifel über Zweifel!

Die öffentliche Hand ließ und lässt den öffentlichen Raum nicht “profilieren und inwertsetzen”, hierzu gibt es gar kein Bewusstsein! Stattdessen lässt sie mit Hilfe antiquierter Modelle einer kommerziellen Überformung mit aufgeräumten, blitzblanken und überschaubaren Ordnungsvisionen ein ästhetisches, ein ökologisches und soziales Massaker zu! So wird nicht nur Amecke, sondern die ganze Stadt Opfer des verantwortungslosen und desorientierten touristischen Hypes einiger weniger, bornierter Personen!

Es gibt Menschen im Sauerland, die glauben, auf lokale Wertschöpfung verzichten und sich dem mittlerweile irrwitzigen Verdrängungswettbewerb ergeben zu können. THING BIG ist die Devise! Scheiß Bauernladen, blöder Metzger um die Ecke! Kleinstrukturen sind nicht sexy! Sie möchten sogar alle Dörfer am liebsten mit einem Discounter ausstatten. THING B I G ! Lieber mega und schlecht, als kleinteilig, nachhaltig und gut! Der neue Leitspruch! Wie schon gesagt: Am besten das Ganze noch ohne lokale Wertschöpfung!

Aber ist uns Bürgern wirklich die offensichtliche Überforderung der zu allererst Verantwortlichen aus Verwaltung und Politik so weit egal, dass Planungen zu solch einem unakzeptabel hohen Preis, zum Schaden der Allgemeinheit einfach an private Investoren, mit all den daraus folgenden Konsequenzen abgegeben und komplett kritiklos dem Bürger aufgelastet werden?

Dieser Plan in Amecke, dieses Imitat einer suburbanen Ödnis gleicht der Kopie eines Albtraums, er ist eine Kriegserklärung der Investoren an die Stadt, gegen die Bürger von Amecke und ganz Sundern. Er beinhaltet nicht nur ein paar kleine Planungsfehler scheinbar engstirniger und willfährig devoter Verwaltungsangestellter und planender Fachtrottel, die von einer an der Stadt interessierten Politik mit Sinn für die positive Daseinsvorsorge ausgebügelt werden könnten. Nein, dieser Plan ist in sich schlüssig ein einziger, großer Planungsfehler, der auf keinen Fall ausgeführt werden darf. Dieser planerische Overkill generiert Mehrfachvernichtungskapazitäten!

Hier müssen endlich die Verantwortlichen, die diese Planung heute noch verdächtig “appellativ” verteidigen, zurückgepfiffen werden!

Genau diese Personen müssten endlich selbstkritisch Mut und Stärke beweisen, indem sie zur Vernunft kommen und zumindest ein Bewusstsein für die prekäre Lage entwickeln! Hier bedarf es dringend einer kompletten Neudefinition, einer Initiation neuer, vernunftbezogener Planungsprozesse, auch unter Berücksichtigung der sozialen Auswirkungen!

So wie es sich darstellt, ist unser holländischer “Partner” ein echtes, ausgekochtes Schlitzohr. Dieser “durchtriebene Bursch mit Absichten” ist taktisch, treffender gesagt strategisch, seinen Verhandlungspartnern auf städtischer Seite weit überlegen und baut gerissen kompromisslos geschäftstüchtig und lohnend ertragreich seine Unersättlichkeit weiter aus.

Das alles ist ein großes Versagen der Stadt. Trotz der bisher schon öffentlich bekannt gewordenen Spitze des Eisbergs, erprobt man sich fleißig weiter im havarieren.
Jetzt wird auch noch, die dem städtischen Verhandlungsgeschick geschuldete und erst möglich gemachte verschärfte Handlungsstrategie der Holländer von den verdächtigen Verantwortlichen auf städtischer Seite nicht nur tatenlos zugesehen, sondern es wird auch noch schadensetablierend zugearbeitet! Schicksal (Schicksal, von altniederländisch Schicksel, „Fakt“)! Es war aber, ganz nebenbei bemerkt, nicht von Zufällen bewirkt oder von göttlichen Mächten vorherbestimmt, also kein Schicksal, dass die Titanic unterging,
sondern geschichtlich dokumentiert, gröbste Fahrlässigkeit und Arroganz, das ist Fakt, im deutschen und altniederländischen Sinn! Nech, Wim?!

Das Drama geht weiter und lässt die Hoffnung auf Charakterstärke und Schadensbegrenzung schwinden und öffnet folglich natürlich weiter der Gerüchteküche Tür und Tor. Wahrlich ein Schrecken ohne Ende. Es bleibt abzuwarten, wann die nächste Havarie für die Öffentlichkeit bekannt gegeben wird.

Die angekündigte bauliche Verdichtung der Bebauung, d.h. 220 Gebäude x 2 Wohnungen x 4 Personen, plus, plus, plus, das bedeutet vielleicht 4.000 Holzschuhe? Vielleicht sogar 5.000 allmorgendliche Käsescheiben? +++, das ist diesmal aber kein Gütesiegel für eine hohe Qualität, sondern in dieser Form eine weitere Belastung, eine weitere Verhandlungsniederlage
der Stadt! Das ist schon wieder reichlich starker Tobak, könnte man meinen, doch da hat der Kapitän mal wieder einen Eisberg auf das Schiff steuern lassen, da hat der Schwanz mal wieder mit dem Hund gewackelt!

Diese Verdichtungsbestrebung sollte allerspätestens jetzt, für den mündigen Bürger und dessen politische Vertreter aller Parteien, der vielbesagte Tropfen sein, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt.

Was einfach nicht aufhören will maßlos zu ärgern, ist die Indifferenz der Verantwortlichen, ihre fehlende Vorstellungskraft, ihre völlig unverständliche, geradezu depressiv wirkende Hingabe an das scheinbar unabänderliche Verlangen der am Gemeinwohl komplett desinteressierten Profiteure. Das ist der eigentliche Skandal! Das ist eine vollständig unverständliche Desorientierung, dessen Ergebnis noch nicht einmal verdient, als überfauler Kompromiss mit wenigstens nuklear-winzigen Vorteilen und Gewinnen für die Stadt bezeichnet zu werden. Es ist alles wesentlich schlimmer und wird zur Krönung tatsächlich immer noch von den gleichen üblich verdächtigen Honorationen der Stadt als erfolgreiches Stadtmarketing tituliert!

Die Widersprüche sind aber vielleicht nur scheinbar unauflösbar. Jetzt spekuliert nicht nur der erfolgreiche holländische Investmann, nun “spekulieren” alle, da sich heute kein frei urteilender Bürger der Stadt Sundern noch vorstellen kann, dass bei diesem, fachlich und sachlich überhaupt nicht zu fundamentierenden Projekt, in dessen Umfeld bereits staatsanwaltschaftliche Untersuchungen laufen, alles rechtens zuging. Nur wenn diese Geschichte inhaltlich, narrativ um illegale Energien ergänzt wird, dann taugt dies zwar nicht zum Thriller, es wäre dann aber so einiges endlich plausibel zu erklären und macht insgesamt auch einen “gewissen Sinn”! Aus diesem Grunde ist einfach nachvollziehbar und durchaus verständlich, wenn in täglichen Gesprächen in der Öffentlichkeit das Handeln der beteiligten Akteure schon den Drehbuchinhalten abendfüllender Krimis über Korruption und Geldwäsche gleichkommt. Hier hört man auch die über allem schwebende Hoffnung heraus, dass auch dieses Problem, den trägen, müden und teilweise genervten Politikern zur Hilfe eilend, vielleicht auch vom Staatsanwalt gelöst werden könnte.

Erklärung für die exklavenähnliche Planungssvariante könnte ansonsten nur noch die von den Vertretern der Planungshoheit natürlich fälschlich angenommene Angst einer traditionell konservativ geprägten Bevölkerung des Sauerlands, vor einem aus der Geschichte aufgeschlossen, liberal, freiheitlich und weltoffen geprägten Seefahrervolk sein. Die haben ja alle eine “Amsterdamer Coffeeshopmentalität”! Wozu der Kabarettist sagt: “Die kiffen ja alle!” Kiffen? Und da kommt dann doch die “Neununddreißigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, kurz 39. BImSchV, die „Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen” ins Spiel! :-) Die “Käsköppe” sind dann auch zusätzlich verschärfend noch mehrheitlich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig, von dem Rest auch noch welche protestantisch geprägt! Um Gottes willen! Jetzt verstehe ich, das kann planerisch gar nicht anders gemacht werden! Das geht sonst im Sauerland nicht gut!!

Jetzt aber mal ohne Spaß:

  • Hier geht es um schnöde Kohle, um so richtig viel Mammon für Wim! Wim = Gewinner!
  • Ob der glückliche Wim legal teilhaben lässt, ob überhaupt irgendjemand in Sundern legal mitverdienen kann, bezweifle ich. Stadt = Verlierer!
  •  Ob es wohl irgendeine lokale Wertschöpfung, bis auf schnell verklingende Minimalimpulse, außerhalb des Gettos geben wird? Stadt = Verlierer!
  • Bringt Wim`s Projekt überhaupt irgendeinen Vorteil für das Gemeinwesen? Nein! Stadt = Verlierer
  • Aber das Freibad könnte doch als Minimalkonsens sinnvoll in Wim` s Konzept eingearbeitet werden!
  • Das sollte man meinen, dieser Bürgerwunsch ist aber in den “eisenhart von der Stadt geführten Verhandlungen leider havariert und untergegangen”. Stadt = Verlierer, Wim = Gewinner!
  • Aber bitte, bitte lieber Partner Wim, nur ein ganz wenig Win-Situation für den Naturschutz und einen sanften Tourismus. Aber nicht doch! Stadt = Verlierer, Wim = Gewinner!
  • -Verwaltung und Politik sehen in Sundern keine Potentiale und verhalten sich, als wäre unsere Stadt ein Ramschladen! Glauben Sie nicht? Warten Sie ab!
    Stadt = Verlierer, Wim = Gewinner!
  • etc. Stadt = Verlierer, Wim = Gewinner!

Stadtmarketing????? Nein, bestimmt nicht! Aber Wim-Win-Win-Marketing, powered by Stadt Sundern!

So, und damit Sie nicht glauben, hier hat mal wieder jemand seinen dogmatischen Skeptizismus herausgekehrt, surfen Sie nun zur Homepage der “Stadt Sundern”. Gehen hier unter “Rathaus & Politik” zu “Stadtentwicklung & Stadtplanung”, dann weiter auf die “Interaktive Bebauungsplanübersicht”.

Wenn Sie nun Wim` s Spekulationsfläche A 26 direkt am heute noch schönen Sorpesee angeklickt in voller Größe vor sich auf dem Schirm haben, dieses Bild dann gedanklich mit über 220 mehrgeschossigen Gebäuden in exponierter Lage am See und Hang, klobige Häuser, ähnlich der schon errichteten Gebäude anderer Ferienparks, mit 440 Autos mit gelben Kennzeichen samt der dazugehörigen 1760 Gettogästen (mit 3520 klackernde Holzschuhen und morgendlich emittierenden 3520 Pikantje von Antje :)) in Verbindung bringen, dann ist die Evidenz, die offensichtliche Klarheit des Inhalts meines Schreibens doch ganz leicht nachvollziehbar!

Meinen Sie immer noch, das alles wäre übertrieben?

Schreiben Sie mir Ihre Meinung zum Amecker Projekt, ich freue mich auf den Dialog: architekt.juergensmeier@gmail.com

Anmerkung, ganz persönlich: Es geht ja auch um das Thema Urlaub! Ich habe für das nächstes Jahr schon gebucht, in Holland! In Echt!”Was tatsächlich gebaut wird, dient kommerziellen Interessen. Kommerzieller Wohnungsbau ist aber nicht sonderlich interessiert daran, Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu finden. Es geht um Profit!”

David Chipperfield, Architekt, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 4.5.14, Nr.18

von BuVo

Der aktuelle Ratsbeschluss zu Amecke – neues aus “Wim`s Tagesschau”

Februar 21, 2014 in Ferienpark, Regionale 2013 von BuVo

Folgende Stellungnahme erreichte uns von Hermann J. Jürgensmeier:

Der aktuelle Ratsbeschluss zu Amecke – neues aus “Wim`s Tagesschau”

Im Hinterzimmer entscheiden, den Rat überrumpeln, die Tatsachen verdrehen und dann: Business as Usual! So geht das, das gibt`s noch! Wir schreiben zwar das Jahr 2014, aber so geht das tatsächlich noch heute, zumindest in Sundern. Zur Absicherung wird vorher schnell mal eben eine Alibibürgerversammlung gemacht und versichert, die Sorgen der Amecker Bürger ernst zu nehmen. Und dann diese Farce, dieser Schlag ins Gesicht.

Amecker, Sunderner! Wenn ihr nach diesem Ratsbeschluss irgendwie ein komisches Gefühl bekommen habt, so als wäret ihr total veräppelt worden, ich weiß, woran es liegt: Es ist so!

Mich persönlich interessiert nicht mehr, wie das Projekt Amecke so traurig verlaufen konnte, schlimm genug. Ich hatte aber die Hoffnung, der Schaden würde begrenzt. Ich sehe aber jetzt mit großer Sorge, dass nun nicht nur den Ameckern aufzuzwingende Ergebnis: Eine in Lage, Ausmaß und Größe städtebauliche Zumutung mit landschaftszerstörendem Charakter. Tourismus brutal!

Angesichts dieses Riesendilemmas kommen einem Themen wie Regionale, kein Schwimmbad, Wortbruch, Pleitestadt oder absurde Preisverhandlungen wie Ablenkungsmanöver vor. Wim lässt nun die Korken knallen, dazu wird sicher fröhlich, laut schallend gelacht und Lins(en)suppe verfrühstückt. Sundern am Nasenring durch die Arena geführt, Respekt vor so viel Geschäftstüchtigkeit! Und das Ganze läuft tatsächlich in der Presse unter: “wat een geluk” – “Amecker Forderungen umgesetzt”!

Ich bin entsetzt!

Wir alle werden für dumm verkauft: Aber der Wim baut nun “komprimiert” und mit “zusätzlichen Geschossen”! Ist das besser für Amecke? Nein, das Gegenteil ist der Fall!  Aber der gute Wim reduziert doch seine Flächen! Ja das ist richtig, aber das Ganze wird nicht kleiner! 

Da haben ganz sicher die neuen mysterischen Investoren schon ebenso lukrative Vorstellungen zu einem neuen, großen Projekt und den Nasenring schon griffbereit in der Tasche, um das Geschäft garantiert profitabel zu machen. Wim ist da in seiner “partnerschaftlichen Zusammenarbeit” zum Wohle der Stadt Sundern ein fantastisches Vorbild.

Aber Amecker, keine Sorge heißt es dann wieder: Erst mal einen Bebauungsplan aufstellen! Und wieder werden alle hören: Die Stadt behält natürlich die Oberhand, es geschieht nichts gegen den Willen der Stadt!

Jetzt könnte man sage was soll`s, shit happens, in der Not frisst der Teufel Fliegen, es ging bei dem Deasaster nur um retten was zu retten ist, egal was es kostet, egal ob gut oder schlecht, wir scheren uns nicht um den Bürgerwillen. Aber das nimmt mittlerweile Dimensionen an, die politisch einer kompletten Bankrotterklärung gleichkommen.

Und so geht`s auch in der Show weiter, “lass dich überraschen”!

Wim und Detlef: wij moeten jou bedanken!

Hermann J. Jürgensmeier, Sundern

Dem ist nicht viel hinzuzufügen…