17.3.14 BI AMECKE21 wirft FDP “Heuchelei” vor…

März 17, 2014 in Allgemeines von Susanne Müer

Auch nach mehr als einem Jahr gesellschaftspolitischen Engagements, in dem wir immer deutlicher hinter die Kulissen des politischen Betriebes schauen konnten, platzt uns so dann und wann noch immer der Kragen – wie jetzt, nach dem Lesen der FDP-Ausführungen.

Wir sind d` accord mit der FDP, dass man eine so heikle Vorlage, wie sie den Fraktionen im Rat der Stadt Sundern (wieder einmal) extrem kurzfristig eingereicht wurde, nicht entscheiden darf, wenn man sie nicht genau studiert hat. So kann man seinem politischen Mandat und seiner Verantwortung dem Bürger gegenüber nicht gerecht werden. Das haben wir schon zigmal beklagt. Und darum fand die Mehrheit der BI den Auszug der FDP aus dem Ratssaal nur konsequent.

Wenn man allerdings genauer hinsieht, war dieser Auszug ja nur ein plakatives Signal. Die FDP ist nicht damit einverstanden, dass das, was die „Task Force“ „entschieden“ hat, nicht umgesetzt wird, sagt sie. Stimmt, damit wird diese „Arbeitsgruppe“ wahrlich eine „Talk Farce“. Allerdings war sie das nach unseren Recherchen die ganze Zeit. Wir wissen, dass die Politiker in dieser Runde so gut wie gar nichts zu sagen hatten. Leider, leider hatten die niederländischen Verhandlungspartner auch jetzt die Fäden in der Hand. Dadurch, dass dem Investor bereits vor Jahren der rote Teppich ausgerollt wurde, dass man sich von diesem Investor einen nicht unbeträchtlichen Geldbetrag geliehen hat, dass man sich auf heikle Grundstücks-Tauschereien eingelassen hat, hat man sich erpressbar gemacht. Vertragliche Grundlagen gibt es nicht. Das gilt auch für das Amecker Freibad. Ein Gemauschel ohne Ende – ohne juristischen Sachverstand. Eine jahrelange Täuschung des Wahlvolks. Ein Skandal. Wer so mit öffentlichen Geldern umgeht, sollte endlich Konsequenzen ziehen. Und diese Verantwortung tragen unserer Meinung nach nicht nur ein oder zwei Personen …

Dass die FDP aber jetzt so tut, als seien erst aufgrund der vergangenen Ratsentscheidung dem Investor Tür und Tor geöffnet, ist eine unfassbare Heuchelei!! Diese Türen und Tore standen den „Heilsbringern aus den Niederlanden“ seit eh und je weit offen! Mit dem ehemaligen Stadtmarketing-Chef hatten sie Füße in allen Türen und Toren, so dass diese nur schwer zugeschlagen werden können. Und dafür trägt auch die FDP Verantwortung!

Wie schrieb Hermann-J. Jürgensmeier so treffend: „Die Handlungen waren schon zu Zeiten, als das Projekt Ferienhaussiedlung noch bewusst und gewollt von der Politik gelenkt wurde, als dem Wähler noch eine klare Linie suggeriert wurde, von verantwortungslosem, erbärmlichem und größenwahnsinnigem Inhalt geprägt.

Heute steht die Politik vor einem Scherbenhaufen, mit dem Rücken zur Wand.

… Und die Opposition ist nicht wirklich auf eine bitter notwendige Konfrontation eingestellt. Sie hat sich, bis auf Scheingefechte, schon ergeben.“

Auch Monate nach den Insolvenzen der „Gastwelten GmbH“ und der „Sundern Projekt GmbH“ sind weder Verantwortliche benannt noch haben diese ihre Verantwortung eingestanden.

Was für eine Geschichte …

März 10, 2014 in Allgemeines von Marion Neiteler

“Es ist ein Unterschied, eine klare Linie zu verfolgen
oder auf dem Strich zu gehen!”

Felix Zwoch, Architekturkritiker und Stadtliebhaber

Autor: Hermann-J. Jürgensmeier

Was für eine Geschichte von Detlef Blaumilch!

Jedoch lösen sich hier in Sundern-Amecke die Handlungsstränge leider
nicht zum Positiven.
Die Handlungen waren schon zu Zeiten, als das Projekt Ferienhaussiedlung
noch bewusst und gewollt von der Politik gelenkt wurde, als dem Wähler
noch eine klare Linie suggeriert wurde, von verantwortungslosem, erbärmlichem
und größenwahnsinnigem Inhalt geprägt.
Heute steht die Politik vor einem Scherbenhaufen, mit dem Rücken zur Wand.
Herr Blaumilch zieht nicht die Notbremse, sondern “verschlimmbessert” nur noch.
Er ist schon lange nicht mehr Herr der Lage, sein Amt und seine Pension
scheinen offensichtlich wichtiger als Amecke.
Und die Opposition ist nicht wirklich auf eine bitter notwendige Konfrontation eingestellt, sie hat sich, bis auf Scheingefechte, schon ergeben.

Und so wird es wohl geschehen! Verkauft, ausverkauft, verraten!
Schon lange war es Zeit zu protestieren, sich zu empören!
Gegen die Ausgrenzung der Bürger, der Bürgerinitiative, gegen die
einseitig und lautstark vorgetragenen Einzelinteressen zu widersprechen.
Hier werden panikartig Werte verschleudert, um die reichlich gemachten
Fehler im Haushalt nicht zu stark erkennbar zu machen, um sie unter den Teppich
zu kehren.
Hier hat nicht die Not oder die Bedürfnisse der Menschen, die im Ort leben den Ausschlag für die Planung gegeben. Alle Entscheidungen entbehren jeder moralischen Grundlage.
Kostbare Reserven werden den Begehrlichkeiten einer unheilvollen Vermarktung
und Verwertung Preis gegeben, ohne nachzudenken und herauszufinden, was
hier wirklich gebraucht wird.

Was bekommen wir jetzt: Das gleiche und noch schlimmere Unwirkliche,
das gleiche und noch schlimmere Überflüssige, beliebig reproduziert für jeden Ort.
Austauschbare, kopierbare Prospektkulissen wurden und werden immer noch über das ganze Land verstreut.
Das Erleben solcher “Ferienparks von der Stange” hat schon lange in der Empfindungsintensität der Betroffenen, aber mehr und mehr auch der Nutzer,
nicht nur Abstoßungstendenzen, sie werden nicht mehr gewollt!
Absurd und pervers, wenn dann trotzdem von allen Städten und Gemeinden mit vergleichbaren Plänen Reklame gemacht wird.
Eine Konkurrenz der Städte mit den gleichen fiktiven Plänen, den gleichen fiktiven Angeboten, den gleichen verstiegenen Versprechungen wird zur fiktiven Konkurrenz.

Entgegen der Autosuggestion von Herrn Blaumilch, einer hochgespannten Erwartung, werden bei einer solch schwachen, lediglich profitorientierten Planung, alle Unterschiede und Alleinstellungsmerkmale zwischen den Städten verwischt und verringern sich zwangsläufig sogar.
Auch wenn Herr Blaumilch mithilfe der in der Not selbstinduzierten Beeinflussung seiner Psyche etwas anderes glauben möchte, die Attraktivität dieses Projektes Ferienhaussiedlung verringert sich zudem nochmals, wenn der Markt gesättigt ist
und nur noch Verdrängungswettbewerb herrscht.
Aber Dauerwohnhäuser lassen sich selbst mit solch grausiger Planung
vermarkten!
Aber das will Blaumilch nicht (versprochen!?), – will er noch nicht!

Das hat Herr Blaumilch nicht verstanden: Jeder Ort, jede Stadt hat ihre Eigenlogik.
Ohne die jetzt noch vorhandene Magie und Seele dieses speziellen Ortes am See
zu würdigen, ohne die noch existierende Schönheit, die Werte von Natur und Landschaft in die Planung einfließen zu lassen, ist jede Aktivität kontraproduktiv.

Haben sie überhaupt mal ein Leitbild gehabt, Herr Blaumilch?

Hermann-J. Jürgensmeier

… das Märchen vom Blaumilchprojekt …

März 6, 2014 in Allgemeines von Marion Neiteler

… das Märchen vom
Blaumilchprojekt …
Es war einmal ein Bürgermeister, der hieß Detlef Blaumilch. Es war ein Bürgermeister, wie es ihn viele gab im Land: Er hatte Ähnlichkeit mit einem Känguru, weil er große Sprünge machte, aber außer 100 Millionen Euro Schulden nichts in seinem Beutel hatte. Da kam eines Tages ein harmlos aussehender grauhaariger, freundlich lächelnder Mann vorbei. Der hatte einen großen Käse in der Hand und eigenartige Schuhe aus Holz an den Füssen. Der ältere Mann sprach: „Lieber Detlef, Franz hat gesagt, du möchtest große Sprünge machen, hast aber kein Geld. Nun ich komme aus einem fernen flachen Land, in dem es viele Leute mit viel Geld gibt, das diese gerne für den Bau von Ferienparks ausgeben möchten. In diese Ferienparks kommen dann noch mehr Menschen aus dem flachen Land am Meer und geben ihr Geld in deiner Stadt aus. Deine Stadt wird zu einem Land, in dem Blaumilch und Honig fließen. Du und deine Untertanen werden von goldenen Tellern essen und du wirst bis an dein Lebensende wiedergewählt werden. Verlass dich d´rauf. Die Leute wollen das. Sie werden dir glauben, ein Ferienpark bringe Arbeitsplätze und viele Touristen. Du musst also keine Angst haben, dass jemand gegen das Projekt ist.
Detlefs Augen strahlten, denn der Mann mit den Holzschuhen versprach ihm noch viel mehr: freiwillig für jeden Übernachtungsgast einen Euro zu bezahlen, einen wunderbaren Freizeitpalast zu bauen, in dem alle Bürger aus Detlefs Stadt öffentlich schwimmen dürften. Mit der freiwilligen 1-Euro-Abgabe könne sich Detlef außerdem noch viele andere Träume erfüllen.
Und wirklich, der weise Mann mit den Schuhen aus Holz hatte Recht: Kaum ein Bürger aus Detlefs Reich war gegen das die pure Glückseligkeit verheißende Projekt – kaum einer, denn hinter den Bergen, dort, wo das Projekt einst gebaut werden sollte, da gab es dann doch den ein oder anderen, der Zweifel hegte an den allzu verlockend klingenden Versprechungen. „Welche anderen Ferienparks hat der Investor denn schon geplant?“, fragten die Zweifler Detlef Blaumilch. „Ach“, erwiderte der, „ der Investor ist ein Vollprofi und er hat bereits mehrere ähnliche Projekte erfolgreich durchgeführt und schon andere Städte mit seinen Wohltaten beglückt.“ Welche, das konnte Detlef aber noch nicht sagen. Irgendwann wurde dann in der Eifel ein Park besichtigt, den die freundlichen Menschen aus dem flachen Land gebaut hatten. Detlefs Mitstreiter waren über das, was sie sahen, allerdings eher schockiert. Der aber beruhigte seine Mannen schnell, denn in ihrem Dorf werde alles ganz anders, vor allem aber viel schöner werden.
Die Zweifler aber hatten dennoch Angst, dass der Schuldenberg ihrer Stadt höher und höher werden würde. „Nein, nein“, beruhigte Detlef sie, sie könnten unbesorgt sein, „da es sich um ein rein privatwirtschaftliches Projekt ohne finanzielle Verpflichtungen der Stadt Sundern handelt. Wenn der Betreiber Pleite geht, ist uns das erst einmal egal. In diesem Fall verlässt man sich darauf, dass man schon einen neuen Betreiber findet.“
Fortan war fast täglich etwas über Detlefs Projekt in den Zeitungen zu lesen, so etwa im Dezember des Jahres 2009: Im Jahr 2012 werde der Ferienpark in Amecke eröffnet, gleichzeitig würde der Betreiber oder die Sorpesee GmbH das komplett renovierte Freibad präsentieren – und ein Radweg verbinde Sundern und Amecke.
Oder im März des Jahres 2010, als es hieß, das Freibad sei gerettet, eine Wellnessoase komme und der Investor wolle den Park in eine ruhige und eine aktive Zone teilen. In der letzteren werde das Freibad weiterhin existieren, allerdings müsse es zu diesem Zweck umgebaut und modernisiert werden. „Die Investoren haben erkannt, welches Potenzial das Bad besitzt”, freute sich Detlef Blaumilch.
Und im Dezember des Jahres 2010 hieß es „ … grünes Licht für Riesenprojekt – Ferienpark Amecke wird gebaut … geplante Eröffnung Ostern 2013 …“ Und im November des Jahres 2011: … Ferienpark Amecke kann gebaut werden … auch ein Betreiber ist gefunden … dieser deutsche Betreiber wird neben dem 4-Sterne-Feriendorf auch ein 4-Sterne-Hotel in Amecke bauen … Pläne werden im Dezember vorgestellt …
Und im Dezember 2011: … der holländische Investor habe am Donnerstag sein Kommen abgesagt … aber er ließe versichern, ein Baustart in 2012 sei weiterhin seine Absicht … da man das Projekt inzwischen von einer 3- auf eine 4-Sterne-Stufe aufgewertet habe, verlängere sich jedoch die Bauzeit …

Und im Mai 2012 sagte der grauhaarige Mann mit den Schuhen aus Holz: „Wir wollen einen Ferienpark, ein Vier-Sterne-Hotel und eine Freizeitanlage integrieren, … so wollen wir ein großes Freizeitangebot herstellen und einen maximalen Synergieeffekt erreichen … das Gesamtkonzept soll im vierten Quartal 2012 fertig sein.“
Im Oktober des Jahres 2012 war zu lesen, dass die Rodungen für Detlefs Projekt noch in selben Jahr begonnen würden. Dass es zwar noch keine Pläne gebe, aber viele interessante Details rund um den Ferienpark.

Es ging dann auch tatsächlich los. Auf dem zukünftigen Baugelände wurde aus einem grünen Wald eine öde Mondlandschaft, da der Baubeginn ja unmittelbar bevorstehe.

Nur einmal war die Enttäuschung groß, als der Mann mit den Schuhen aus Holz im April 2013 bei Detlef anrief und sagte, er könne nicht zum vereinbarten Termin erscheinen. Da waren auch die Politiker enttäuscht. Sie sagten, der grauhaarige Mann mit den Schuhen aus Holz habe seine Glaubwürdigkeit verspielt. Aber dann versprach der grauhaarige Mann, dass die Zielplanung in zwei Monaten vorliegen werde und rund 80 bis 100 Einheiten verkauft sein müssten, um zu beginnen. Aber Baubeginn werde auf jeden Fall Ende 2014 sein und in eine erste Bauphase werde auf jeden Fall das Schwimmbad integriert, das später öffentlich zugänglich sei.

Doch im Mai des Jahres 2013 teilte Detlef Blaumilch mit, da sich die Suche der holländischen Investoren nach einem Betreiber für die Ferienhausanlage verzögere, sei der Bebauungsplan bislang noch nicht umgesetzt worden. Außerdem würden die derzeitigen Planungen und konzeptionellen Ideen der Investoren voraussichtlich eine Änderung des bestehenden Bebauungsplanes erforderlich machen.
Oh Schreck: Im August 2013 meldete die Golfsport Sorpesee GmbH Zahlungsunfähigkeit an. Und Detlef sagte, dass aufgrund von Uneinigkeiten mit den holländischen Investoren und einer einhergehenden Verzögerung in der Realisierung des Ferienparks sein Plan nicht aufgegangen sei.
Und dann zerplatzte ein weiterer von Detlefs Träumen: Der mit den Gastwelten.

Doch schon im September 2013 beruhigte Detlef Blaumilch alle seine Untertanen wieder: Das Freibadproblem werde umfassend gelöst, der Abriss könnte schon bald erfolgen bei einer Erbpachtablösung von 540.000 €, 31.800€ Notar- und Grunderwerbssteuer, 140.000 € Abrisskosten ergäbe das eine Summe von 711.800 € …
Der Baubeginn des Parks werde im Frühjahr 2014 sein. Allerdings solle der Eingangsbereich, der durch die Verschwenkung der Landstraße nun andere Dimensionen bekommen habe, überplant werden. Ende November bzw. Anfang Dezember, so versicherte Detlef Blaumilch, werde die Gruppe die genauen Pläne vorstellen. Einen Tag später würden die Investoren die Gesamtkonzeption des Parks dann in der Schützenhalle von Amecke der Bevölkerung in einer Bürgerversammlung präsentieren …
Oh, wie freuten sich die Amecker!! Sie wussten: Auf Detlef Blaumilch konnten sie sich verlassen. Seit eh und je zeichnete sich seine Amtsführung durch Transparenz, Glaubhaftigkeit, keine einzige Fehleinschätzung, absolute Offenheit der Politik und den Bürger gegenüber und eine souveräne Verhandlungsposition gegenüber dem Mann mit den Schuhen aus Holz aus.
Kurz vor Weihnachten 2013 musste dann aber auch noch eine weitere für den Bau des Ferienparkes und die touristische Entwicklung sehr wichtige Firma, die von Freund Franz geleitet wurde, nämlich die Sundern Projekt GmbH Insolvenz anmelden. Da waren dann alle sehr aufgeregt, weil sich diese Firma bei den Freunden des grauhaarigen Mannes viel Geld geliehen hatte, das diese nun tatsächlich von Detlef wieder haben wollten. Detlef hatte jetzt den Franz nicht mehr lieb und traurig nahm dieser seinen Hut und ging zu dem freundlich lächelnden,grauhaarigen Mann mit dem Käse unter dem Arm, der ihn liebevoll aufnahm.

Auch heute noch – wir schreiben mittlerweile den März des Jahres 2014 – sind alle zuversichtlich, dass Detlefs Träume sich erfüllen. Zwar hat der Mann mit den Schuhen aus Holz gesagt, er und seine Freunde seien traurig, dass einige in Detlefs Reich sie nicht lieb haben. Und dass er das öffentliche Schwimmen nun doch nicht ermöglichen könne, weil Detlef ihm die Grundstücke, die er ihm eigentlich versprochen hatte, nun doch nicht schenken würde. Leider sei er (der Mann mit den Schuhen aus Holz) jetzt unglücklicherweise gezwungen, ganz große hässliche Häuser in den Eingangsbereich seines Ferienparks setzen zu müssen. Und damit sich das Ganze für ihn und die Geldgeber aus dem fernen flachen Land überhaupt noch lohne, müsse er auch noch mehr Häuser in den Ferienpark bauen. Aber Detlef Blaumilch macht das nix. Er träumt weiter. Und wenn er nicht gestorben ist, so träumt er auch noch heute.

von BuVo

01.03.2014 Ein schwarzer Tag für Sundern – Welcher denn?

März 1, 2014 in Allgemeines von BuVo

(Oder weil die “Schwarzen” wieder im Alleingang entschieden haben?)

Die FDP Stadtverbandsvorsitzende Dorothee Thiele hat diesen Tag auf den 20.02.2014 festgelegt. So steht es jedenfalls in einer Pressemeldung vom 24.02.

Tatsächlich ist es schwierig, nur einen schwarzen Tag für Sundern in den letzten Monaten und Jahren auszumachen. Aus unserer Sicht verdient allerdings der Tag, an dem der Bebauungsplan für das Ferienparkgelände aufgestellt wurde, diesen fragwürdigen Titel mit noch mehr Recht:

  • Spätestens seit diesem Zeitpunkt wurde jede städtebauliche Planung in Amecke ausschließlich auf die Interessen der Ferienparkinvestoren ausgerichtet.
  • Touristische Infrastruktur ist seitdem in Amecke durch das Handeln von Rat und BM schrittweise zurückgefahren worden („Vor-die-Wand-fahren“ und Schließen des Freibades; Ankauf und Schließung des Restaurants zum Wildpark; Kündigung des Pachtvertrages mit dem Tennisverein … ) Damit hat nicht nur Amecke, sondern auch Sundern insgesamt an Lebensqualität verloren.
  • Neue touristische Infrastruktur ist und war, trotz anderweitiger Versprechungen (Wellnessoase, Kletterhalle, Eisbahn, öffentliches Schwimmen etc.) nicht in Sicht. Diesbezügliche Versprechungen hatten keine belastbare Grundlage! So gab es unserer Einschätzung nach nicht einmal eine tatsächlich justiziable vertragliche Vereinbarung mit der Resort GmbH über öffentliches Schwimmen.
  • Die Investoren und die als Betreiber genannte Fa. Dormio des Ferienhausgeländes haben kein Interesse, selbst in Freizeitinfrastruktur zu investieren. Dies hat uns der Dormio-Direktor, Don van Schaik, im persönlichen Gespräch bestätigt. Andere Betreiber für Freizeiteinrichtungen in Amecke sind und waren nicht in Sicht.
  • Keine der jetzt bekannten Firmen im Umfeld des Anlageobjektes Ferienpark Amecke ist an etwas anderem als an Planung, Bau und Verkauf von Ferienhäusern interessiert! Zweifler können ja mal auf der website des potenziellen Betreibers nach dem Geschäftsfeld Ferienparkbetrieb suchen.
  • Der Bau von über 200 Ferienhäusern entlang des Hauptbeckens der Sorpe, weithin sichtbar, insbesondere vom See aus, führt dazu, dass die Attraktivität unserer Landschaft und die Lebensqualität in Amecke deutlich abnehmen wird.
  • Wie alle anderen Parteien auch hat sich die FDP, unserer Meinung nach, vor der Zustimmung zum Projekt nicht sorgfältig mir der gesamten Problematik auseinandergesetzt. Informationen wurden weder erfragt noch anderweitig eingeholt. Erst auf unsere Nachfrage hat man überhaupt begonnen, sich mit den Investoren mal zu beschäftigen. Wer sich außerdem die Mühe macht und im Internet nach Ferienparkprojekten sucht, wird auf eine Vielzahl von gescheiterten Projekten stoßen. Die Berichte ähneln sich und es ergeben sich viele Parallelen zum Amecker Projekt. Einige Berichte zu Ferienparkpleiten haben wir auch auf unserer Seite verlinkt.
  • Wo werben Investor und Betreiber eigentlich mit ihrem Sorpesee-Projekt?

Eine weitere Ursache für die jetzige Misere ist die auch im Vergleich zu anderen Städten im Sauerland extrem hohe Verschuldung der Stadt Sundern (z.Z. rund 100 Mio. Euro + ca. 7 Mio.Euro der Sorpesee GmbH), für die der Bürgermeister, sein Vorgänger und die Mehrheitsfraktion im Stadtrat die Verantwortung tragen. Die Handlungsfähigkeit der Stadt wird dadurch stark eingeschränkt.

Leider agiert auch die FDP – wie der BM und die Verwaltung – nach dem Motto: „Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.“ (Gustav von Rochow)

Ein „Investor“ will Geld verdienen. Er ist kein Heilsbringer, auch wenn er in der Öffentlichkeit gerne als solcher gesehen würde. Und darum braucht es objektive, kompetente Verhandlungspartner, die auf Augenhöhe mit diesen erfahrenen Geschäftsleuten verhandeln. Wem es an Kompetenz fehlt, dem sollte ein Jurist zur Seite stehen.

Egal, wie verlockend die Versprechungen von Investoren sein mögen, egal, wie leer die Kassen sind: Eine Kommune darf sich nie die Zügel aus der Hand nehmen lassen. Sie darf nicht erpressbar sein. Ein Bürgermeister muss die Parlamentarier über alle Verhandlungsdetails und Absprachen informieren. Er darf nichts verheimlichen, muss sein Handeln transparent machen und  seine Aufsichtspflicht wahrnehmen. Er darf seine Kompetenzen nicht überschreiten.