Zwei Anmerkungen vorab:
Seitens der Politik und der Presse wird für die geplante Anlage stets der Begriff “Ferienpark” verwendet.
Die Bürgerinitiative “Amecke 21″ dagegen hält den Begriff Feriensiedlung für deutlich treffender, weil eine Ansammlung von 220
mehrgeschossigen Häusern auf relativ dichtem Raum sicherlich keinen parkartigen Charakter mehr haben dürfte.
Das gilt besonders dann, wenn - wie wohl gewünscht – :
a) möglichst jedes Haus einen ungehinderten Blick auf den See haben soll und jeder Baum die Sichtachse auf den See stören würde.
b) die Häuser bis direkt an den Sorperandweg gebaut werden

Ferner ist in den Veröffentlichungen zum Thema “Ferienpark Amecke”  immer wieder die Rede von Investoren. Da mit dem Bau der Ferienhausanlage in Amecke aber erst begonnen werden soll, wenn mindestens 50% – 60% aller Häuser verkauft sind, halten wir den Begriff  Investor nicht für zutreffend. Die eigentlichen Investoren sind unserer Ansicht nach die Käufer der Häuser. Wir ziehen daher den Begriff  Vorhabenträger oder Projektentwickler vor.

Was ist geplant?

02/2013 :Rodungsarbeiten am Ferienparkgelände

02/2013 :Rodungsarbeiten am Ferienparkgelände

Mit dem Projekt Ferienpark Amecke wird die Errichtung von ca. 220 Ferienhäusern östlich des Sorpesees im Ortsteil Amecke geplant. Der Ferienpark entsteht in einem bisher geschlossenen Waldgebiet in Kuppellage oberhalb des Amecker Damms. Angedacht ist ein 4-Sterne Feriendorf incl. Freizeitanlagen. Ein zunächst ebenfalls geplantes Hotel soll nach den neuesten Vorstellungen des Vorhabenträgers nun doch nicht gebaut werden. Der Vorhabenträger sagt bis zu 250000 Übernachtungen pro Jahr voraus. Wie ein Park dieses Vorhabenträgers aussehen kann, sehen Sie unter der Bildergalerie “Eifeler Tor”.

Stand April 2013:
Das Projekt soll rein privatwirtschaftlich durch die Fa. Stepinvest als “Investor”  in Kooperation mit der Fa. Dormio als „Mitinvestor“ und späterem Verwalter/Betreiber des Parks sowie der Firma Ballast Nedam als Baufirma realisiert werden und steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem Projekt „Regionale 2013“.

Detaillierte Bauplanungen seitens der Vorhabenträger liegen noch nicht vor.
Es scheint allerdings fest zu stehen, dass alle Häuser an Einzelpersonen oder eine weitere Firma verkauft werden sollen. Mit den Bauarbeiten werde erst begonnen, wenn mindestens 50% – 60% aller Häuser verkauft worden sind. Es sei auch damit zu rechnen, dass in zwei oder mehreren Etappen gebaut werde.

Stand: November 2016:
“Im Zusammenhang mit der Wahl des neuen Bürgermeisters im Jahr 2015 waren die Gespräche zwischen der Kommune und den Investoren zunächst über Monate ausgesetzt. Am 12.08.2016 hat dann ein Gespräch zwischen BM Ralph Brodel und Investoren bzw. dem zukünftigen Betreiber der Feriensiedlung stattgefunden. Interessent ist nun die Firma Roompot, welche die 220 Häuser errichten, verkaufen und die Anlage später betreiben will. (Quelle: Vorlage Nr. 424/IX). Diese Firma hatte sich schon 2006 für den Ferienpark interessiert, sich dann aber zurückgezogen.

Fazit: Wir wissen noch nicht genau was geplant ist, aber gebaut werden soll auf jeden Fall…

Wie stehen wir dazu?

Wir stehen für eine nachhaltige, umwelt- und sozialverträgliche Entwicklung touristischer Infrastruktur in Amecke. Die bisher bekannten Planungen haben nichts mit der  „Idee in Dörfern, neue authentische Möglichkeiten von Tourismus in Verbindung mit behutsamen Naturerleben zu schaffen“ zu tun, sind nicht mehr zeitgemäß und wirtschaftlich nicht tragbar. Daher lehnen wird das Ferienparkprojekt in dieser Form und Größenordnung ab. Die Lebensqualität der Bürger sollte verbessert und auf gar keinen Fall beeinträchtigt werden.


Mehr Verkehr.
Der Besucherverkehr zum Ferienpark und die zusätzliche Belastung durch Tagestouristen zu den geplanten Freizeitanlagen und zur Seepromenade werden die in Sommermonaten ohnehin grenzwertige Verkehrs- und Lärmbelastung (nicht nur in Amecke) weiter erhöhen. Es gibt bisher kein Verkehrsgutachten, das die Effekte aller geplanten Maßnahmen einbezieht.

Veränderung des Dorfcharakters. Die geplante dichte, weithin sichtbare Bebauung in Kuppellage innerhalb eines ehemals geschlossenen Waldgebietes wird den Dorfcharakter von Amecke nachhaltig verändern. Die Auswirkungen auf das Leben in Amecke werden nur unzureichend berücksichtigt. Hier entsteht Amecke-2.

Zweifel an Rentabilität. Es gibt keine unabhängigen Marktanalysen zur Rentabilität des Ferienparks, die Verantwortlichen verlassen sich offensichtlich nur auf die Aussagen des Vorhabenträgers. Viele Ferienparks dieser Größenordnung funktionieren allerdings nicht. Investoren und Betreiber sind bundesweit reihenweise in die Insolvenz gegangen. Die nahe Konkurrenz durch bereits bestehende und weitere geplante Ferienparks im Sauerland wird nicht ausreichend berücksichtigt. Im Falle einer Insolvenz geht man sehr optimistisch davon aus, dass man schon einen neuen Betreiber findet. Im anderen Fall stehen dort 220 Häuser den Großteil des Jahres leer und die Stadt steht vor der Entscheidung, die Freizeiteinrichtungen zu schließen oder finanziell zu tragen. Das Potential dieser einmaligen Lage wäre unwiederbringlich zerstört.

Der Ferienpark birgt in dieser Form erhebliche Risiken für die Lebensqualität im Dorf und eine nachhaltige Weiterentwicklung des Tourismus in Amecke und Sundern.

 

Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie hier.