08.12.2013 Es reicht! Stellungnahme zur Absage der Ferienpark – „Investoren“

Dezember 9, 2013 in Ferienpark von Marion Neiteler

Wie schon im September wird die erneute Verschiebung mit Hinweis auf den neu zu beplanenden Eingangsbereich begründet. Die Pläne, die Seestraße zu verschwenken, sind lange bekannt. Hatte es nicht immer geheißen, der „Investor“ brauche Infrastruktur wie Gastronomie und habe Interesse daran, die direkt am Vorbecken geplante Gastronomie selbst zu betreiben? Welchen Einfluss hatte der „Investor“ überhaupt auf die „Regionale-Pläne“?

Man muss schon sehr, sehr tolerant sein, um die ständigen Vertröstungen des “Investors” als nachvollziehbar zu akzeptieren. Uns jedenfalls reißt der Geduldsfaden. Warum? Nun, hier ein kurzer Zusammenschnitt aus 2013:
-        20.4.13 Absage des „Investors“ wegen Versteigerungstermin in Holland
-        Don van Schaik von „Dormio“ weckt Hoffnung, hat aber keine Pläne, weil „erst seit 2 Monaten im Boot“; verspricht, dass Pläne noch vor der Sommerpause vorgestellt werden
-        Mai 2013: „Investor“ oder Dormio oder wer auch immer sucht(en) nach Betreiber; deshalb sei B-Plan noch nicht umgesetzt
-        1.10. wurde zur Veröffentlichung der Pläne angekündigt – nichts geschah.
-        28.9.13: BM Lins versichert, Ende November bzw. Anfang Dezember werde die Gruppe die genauen Pläne, die derzeit mit dem Planungsamt abgestimmt würden, vorstellen; einen Tag später würden die „Investoren“ die Gesamtkonzeption des Parks dann in der Amecker Schützenhalle der Bevölkerung in einer Bürgerversammlung präsentieren.
-        Vorstellung der Pläne für Ratssitzung am 12.12.13. terminiert, für Info-Veranstaltung 16.12.13 in Amecke; Absage am 3.12.

Offensichtlich ist auch weiterhin kein Änderungsverfahren des Bebauungsplanes vor Baubeginn beabsichtigt, sodass die Planungen des Eingangsbereiches zunächst völlig unverbindlich bleiben, da sie so lange rechtlich nicht bindend sind, bis der B-Plan geändert wurde. Der Stadt scheint es daher nach wie vor egal zu sein, ob das Gesamtkonzept vor Baubeginn rechtlich abgesichert ist. Der Eindruck verfestigt sich, dass der Bürgermeister nunmehr den Ferienpark in jedem Fall und egal wie realisieren will. Angesichts der Pleiten anderer „Vorzeigeprojekte“ möchte er offensichtlich den Ferienparkbau in jedem Fall umsetzen, um sein Ansehen nicht noch weiter zu beschädigen. (Vorsichtshalber steht er 2014 n i c h t zur Wahl, obwohl das immense Kosten sparen würde …) Für den „Investor“ ist das eine komfortable Verhandlungsposition.

Apropos Verhandlungen: Was hat der BM eigentlich in der vergangenen Woche in den Niederlanden besprochen? Die dürre Information des öffentlichen Schreibens hätte auch telefonisch übermittelt werden können. Hier bleibt der BM seiner bisherigen Linie der Hinterzimmergespräche treu. Vertrauen schafft das nicht. Nach der Ankündigung vom September wäre mehr zu erwarten gewesen.

Ein neuer Termin oder wenigstens eine vage Prognose, wann mit der Vorstellung gerechnet werden kann, wird im Schreiben vorsichtshalber nicht genannt. Angesichts der Größe des Projektes erscheint uns das ungewöhnlich, zumal gleichzeitig nicht ausgeschlossen wird, dass der avisierte Baubeginn gehalten werden kann. Der „Investor“ hat doch sicher einen Projektplan mit bestimmten Fixpunkten?
Trotz Bebauungsplans muss ja noch ein Baugenehmigungsverfahren durchlaufen werden. Die BI kann sich nicht vorstellen, dass die Baugenehmigung für ein derartiges Vorhaben innerhalb von wenigen Wochen erteilt werden kann, wenn noch keinerlei Pläne vorliegen.
Nach wie vor passt das Vorgehen auch nicht mit dem vorgestellten Geschäftsmodell zusammen, nach dem erst gebaut werden soll, wenn eine Mindestanzahl von Häusern verkauft ist.

Es gibt einen weiteren Aspekt, der ein anderes Licht auf den letzten veröffentlichten Brief wirft: Im von „Dormio“ mit projektierten Ferienpark Eifeler Tor stehen derzeit noch 84 Luxusappartements/Penthäuser und 96 Villen ab 178 000 € zum Verkauf. (Quelle: http://www.verkoop.dormio.nl).

Diese Wohnungen/Häuser verkauft auch Dormio nicht mal eben so. Im Frühsommer erklärte Don van Schaik (Dormio): „Bevor wir am Sorpesee beginnen, müssen alle Einheiten im Eifeler Tor verkauft sein.“ Wir vermuten, das ist wohl der Hauptgrund, warum an der Sorpe nichts passiert. Hinzu kommen wirtschaftliche Aspekte, unter denen die Niederländer – sie sind Teil der Zielgruppe – leiden: geplatzte Immobilienblase, steigende Arbeitslosigkeit und Inflation, stagnierende Wirtschaft. Diese Tatsachen sollte die Öffentlichkeit endlich einmal erfahren. Es spricht Vieles dafür, dass man sich die Sorpe nur warm hält und alle Beteiligten hinhält. Ein Spatenstich liegt sicher in ferner Zukunft.

Fazit: Wieder einmal werden Nebelkerzen gezündet, transparente Informationen gibt es nicht, der BM führt, offensichtlich allein, vertrauliche Gespräche, niemand in der Politik wundert sich.